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Recherchen der „Hessenschau“ haben aufgedeckt, dass es in Frankfurt, Offenbach und Neu-Isenburg möglich war, beim Ausfüllen von digitalen Anträgen für Parkausweise Daten von anderen Bürgern zu erhalten.

Wiesbaden. Bei einem gemeinsam genutzten Internet-Programm der Kommunen haben sich Sicherheitslücken aufgetan. Nach Recherchen der „Hessenschau“ des hr-fernsehens war es in den Städten Frankfurt, Offenbach und Neu-Isenburg möglich, beim Ausfüllen von digitalen Anträgen für Parkausweise persönliche Daten von anderen Bürgern aus dem Einwohnermelderegister zu erhalten, so zum Beispiel Geburtsdaten und genaue Anschriften. Entdeckt hatten die Sicherheitslücke Mitglieder des Chaos-Computer-Clubs in Darmstadt. Nach weiteren Recherchen der „Hessenschau“ zu diesem Datenproblem haben die drei betroffenen Städte diesen Onlinedienst bei den Parkausweisen abgeschaltet. 

Der Hintergrund: Seit einigen Monaten nutzen 500 Kommunen und Behörden in Hessen und Thüringen das neue Programm „Civento“, das für besondere Verwaltungsaufgaben im Netz vom kommunalen IT-Zweckverband ekom21 entwickelt wurde. Anders als die drei genannten Städte haben diese Gemeinden die Möglichkeit, Parkausweise online zu beantragen, aber nicht genutzt. Die Geschäftsführung des IT-Zweckverbands räumte die Sicherheitslücke gegenüber der „Hessenschau“ ein. Man arbeite an Lösungen, deshalb seien die betreffenden Seiten vorübergehend nicht mehr funktionsfähig. 

Die „Hessenschau“ zeigt um 19.30 Uhr im hr-fernsehen einen ausführlichen Beitrag zum Thema.