Lise de la Salle
Springt für Leif Ove Andsnes ein: Lise de la Salle. Bild © Stéphane Gallois

Aufgrund einer Ellenbogen-Verletzung musste Leif Ove Andsnes seine Konzerte Anfang Februar im Rahmen des „Fokus“ der Alten Oper leider absagen. Für ihn konnte das hr-Sinfonieorchester die Pianistin Lise de la Salle gewinnen, die sich nun dem Brahms’schen Klanggebirge seines 1. Klavierkonzerts annehmen wird.

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Zusammen mit dem hr-Sinfonieorchester präsentiert die junge Französin unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada am Donnerstag, 7., und Freitag, 8. Februar, jeweils um 20 Uhr das 1. Klavierkonzert von Johannes Brahms. Außerdem stehen Brahms‘ „Schicksalslied“ sowie „Der wunderbare Mandarin“ von Béla Bartók auf dem Programm.

Lise de la Salle gilt als eine der derzeit aufregendsten jungen Künstlerinnen. Der erst 30-jährigen Pianistin sagt man eine außergewöhnliche Sensibilität und Reife nach. Ihr Spiel inspirierte die Washington Post zu folgendem Kommentar: „Bei weiten Teilen des Konzert vergaß das Publikum fast zu atmen. Die Anspannung ließ erst nach, als sie ihre Hände von den Tasten nahm.“

In Ungarn durfte Bartóks Pantomime „Der wunderbare Mandarin“ zunächst gar nicht gezeigt werden, aber auch nach der Kölner Uraufführung 1926 ließ der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer alle weiteren Aufführungen vom Spielplan nehmen. Prostitution, Totschlag, Räuberei und Straßenlärm auf einer Ballettbühne: Ein solch neues Sujet und eine so bildhafte, expressionistisch übersteigerte musikalische Umsetzung verstießen allzu sehr gegen Sitte und Moral.

Der „Mandarin“ war ein Skandal – ein Auf- und Anreger ist er bis heute. Bartók selbst nannte die Pantomimen-Handlung dagegen „wunderschön“, der Klangsprache dazu gab er aber eine enorme Fallhöhe mit. „Hier reißt die Musik vom ersten Ton an in die Tiefen der Hölle hinab“, beschreibt es der Bartók-Forscher György Kroó. „Es ist kein Lärm nur für die Ohren, sondern eine Musik, die mit ihrer alarmierenden Grausamkeit das Innere aufwühlt.“ Johannes Brahms dagegen widmet sich der himmlischen Gegenwelt. In seiner Vertonung von Friedrich Hölderlins „Schicksalslied“ kommt man der Sphäre der Götter ganz nah. „Ihr wandelt droben im Licht, auf weichem Boden, selige Genien“, heißt es da. „Schicksalslos, wie der schlafende Säugling, atmen die Himmlischen.“

Das Konzert am Freitag, 8. Februar, gibt es als Video-Livestream auf www.hr-sinfonieorchester.de sowie als Live-Übertragung in hr2-kultur. Am Dienstag, 19. Februar, sendet hr2-kultur um 20.04 Uhr eine Wiederholung.

Eine Veranstaltung des hr-Sinfonieorchesters in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

hr-Sinfoniekonzert
Lise de la Salle, Klavier; Andrés Orozco-Estrada, Dirigent
Datum: Donnerstag, 7., und Freitag, 8. Februar, jeweils 20 Uhr, Konzerteinführung jeweils 19 Uhr
Ort: Alte Oper Frankfurt, Großer Saal
Karten: 54,50/44,50/ 35,50/26/17 Euro (bis zu 50 Prozent Ermäßigung für Schüler/Studierende/Auszubildende bis 27 Jahre) unter Telefon 069/155-2000 oder www.hr-ticketcenter.de 

Weitere Informationen

Weitere Informationen:

www.hr-sinfonieorchester.de
www.youtube.com/hrsinfonieorchester
www.facebook.com/hrsinfonieorchester

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Isabel Schad
Isabel Schad Bild © hr/Ben Knabe


Pressereferentin hr-Sinfonieorchester
Isabel Schad
Telefon: +49 (0)69 155-6823
E-Mail: isabel.schad@hr.de