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Harte Vorwürfe macht Claus-Peter Reisch, Kapitän der „Lifeline“, gegenüber der europäischen Politik. „Ich vermute, dass viele europäische Regierungen daran arbeiten, dass wir nicht aus dem Hafen kommen“, sagt er in hr1-Talk am kommenden Sonntag.

Damit würden die Verantwortlichen, den „Tod dieser Menschen billigend in Kauf“ nehmen. Seit 2017 ist „Lifeline“-Kapitän Reisch auf dem Mittelmeer unterwegs, um Flüchtlinge zu retten. Momentan liegt sein Schiff im Hafen von Malta, der nächste Gerichtstermin wegen ungültiger Schiffspapiere steht am 2. Oktober bevor.

Seine Anklage sieht Reisch in dem Vorwand begründet, sein Schiff „an weiteren Such- und Rettungsoperationen zu hindern. „Es ist letztlich stellvertretend für mich und die ‚Lifeline‘, dass man uns nicht rausfahren lassen will“. Dabei sei sogar zugegeben worden, dass die Papiere „weder gefälscht noch auf dem Hobbydrucker selber gemacht sind“. Die enthaltenen Daten seien „alle richtig“.

Mit einer Gefängnisstrafe zum Märtyrer

Befürchtungen, dass er zu einer längeren Haftstrafe verurteilt wird, hat Reisch nicht, da das Gericht „sonst einen Märtyrer aus mir machen würde, das wäre nicht in ihrem idealen Interesse“. Vielmehr würde es ihn wundern, „wenn dieses Verfahren allein schon aus politischen Gründen ohne eine Sanktion gegen mich abgeht“. Dagegen werde er auf jeden Fall in Berufung gehen.

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Sendung und Podcast

Das ganze Gespräch mit Claus-Peter Reisch und Moderatorin Marion Kuchenny sendet hr1 am Sonntag, 23. September, von 10 bis 12 Uhr. Der „hr1-Talk“ kann auch als Podcast abonniert werden: www.hr1.de.

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Hartmut Hoefer


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