Degeto-Chefin Christine Strobl

Christine Strobl, die Chefin der ARD-Filmtochter Degeto, sieht die deutsche Fernsehlandschaft im Wettbewerb mit großen amerikanischen Film- und Serienanbietern gerüstet: „Wir haben aufgeholt und stehen ganz gut da.“ Außerdem spricht sie im hr1-Talk über die Chancen des linearen Fernsehens und macht Hoffnung, dass die Filmproduktion wieder auf die Beine kommt.

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zum Download Christine Strobl, Chefin der ARD-Filmtochter Degeto

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Warum Anbieter wie Netflix, Amazon oder Sky so erfolgreich sind auf dem deutschen Markt, kann sich Christine Strobl gut erklären: „Sie bedienen etwas, was in den vergangenen Jahren hier erst entstanden ist, den Hunger auf Serien. Da wurde ein gewisser Maßstab gesetzt.“ Hinzu kämen der Zugriff auf die vielen US-Produktionen und die hohen Produktionsbudgets. „Da tun sie uns schon weh“, räumt Strobl ein, die seit 2013 die Film-Tochter der ARD leitet.

„Händeringende Nachfrage“

„Andererseits können wir da inzwischen entspannt sagen: Wir haben aufgeholt und stehen ganz gut da. Da ist ein Trend aufgekommen, dem wir im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu begegnen versuchen“, sagt die Medienmanagerin. Ein Zeichen hierfür sei, dass die internationalen Anbieter mittlerweile auch „händeringend“ deutsche Produktionen nachfrage: „Das zeigt, dass wir nicht alles falsch gemacht haben, da sitzen wir an der Quelle. Nur mit amerikanischer Ware werden sie auf Dauer die deutschen Zuschauer auch nicht begeistern.“

Zweites Halbjahr 2020: Große Produktionen im Ersten

Die zweite Jahreshälfte sei geprägt von großen Eigen- und Koproduktionen wie dem Dreiteiler „Oktoberfest - 1900“, der dritten Staffel „Babylon Berlin“ oder dem Film „Das Geheimnis des Totenwalds“. Das seien „wahnsinnig große Produktionen“ im Ersten und in der Mediathek. „Mir ist nicht bange, dass der Zuschauer das Programm auch findet. Und wir werden das gemeinsame Erleben im linearen Fernsehen noch eine ganze Weile brauchen“, glaubt Christine Strobl.

Aufbruch aus der Corona-Krise

Nach fast 50 durch die Pandemie unterbrochenen Produktionen werde nun wieder gedreht. „Es ist eine riesige Herausforderung, und daran hängen Menschen mit ihren Beschäftigungsverhältnissen. Das treibt uns sehr um“, sagt Strobl. Sie sei aber sehr zuversichtlich, „dass wir dieses Jahr noch den Großteil gedreht bekommen, und wenn wir es mit einem Ausfallfonds begleiten können“.

Weitere Informationen

Sendung und Podcast

Das ganze Gespräch mit Christine Strobl und Moderator Klaus Reichert sendet hr1 am Sonntag, 28. Juni, von 10 bis 12 Uhr. Der hr1-Talk kann auch als Podcast abonniert werden: www.hr1.de.

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Hartmut Hoefer


Pressereferent
Team Hörfunk und Orchester
Hartmut Hoefer
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