Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier

Hessen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist gegen eine Mitgliederbefragung in der Union, um nach dem Rücktritt der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer deren Nachfolge zu klären. Das sagte er heute in „hr1 – Koschwitz am Morgen“.

Bouffier sprach sich im Gespräch mit Thomas Koschwitz klar gegen eine Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz aus, wie sie aktuell die Junge Union vorgeschlagen hat. Auf dem jüngsten Parteitag in Leipzig hätten 80 Prozent der Delegierten gegen ein solches Vorgehen gestimmt. „Wir möchten nicht den gleichen Zirkus veranstalten wie die Sozialdemokraten. Wir können uns das derzeit nicht erlauben, dass wir uns monatelang mit uns selbst beschäftigen.“

Nachfolge schneller regeln

Bouffier, der auch einer der fünf stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU ist, geht davon aus, dass ein neuer Kanzlerkandidat bereits vor dem kommenden Sommer gefunden wird. Kramp-Karrenbauer selbst hatte vorgeschlagen, diesen dann beim CDU-Parteitag im Dezember bestätigen zu lassen. „Ich glaube nicht, dass wir solange warten, sondern wir werden das schneller entscheiden.“

AKK-Rücktritt: „Sie hat richtig gehandelt“

Zum Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Volker Bouffier: „Ich glaube, dass sie richtig gehandelt hat. Sie hat sich in den Dienst der Partei gestellt“. Entscheidend sei jetzt, „dass die Union Geschlossenheit zeigt, dass sie handlungsfähig ist und dass wir möglichst rasch die Dinge klären. Nicht hektisch aber zügig. Das müssen wir gemeinsam mit der CSU machen, denn wir wollen gemeinsam als Union eine Persönlichkeit küren, die die Partei in den nächsten Bundestagswahlkampf führt“.

Auf Spekulationen, wer künftig den Parteivorsitz führen könnte, wollte Bouffier sich nicht einlassen: „Genau das werden wir jetzt nicht machen, das hilft nicht weiter.“

Hartmut Hoefer

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