Tom Tykwer Achim von Borries Babylon Berlin

Die Regisseure Tom Tykwer ("Lola rennt") und Achim von Borries ("Was nützt die Liebe in Gedanken") sprechen am Sonntag in der hr2-kultur-Sendung "Kulturfrühstück" über den Sendestart ihrer Krimi-Fernsehserie "Babylon Berlin" im Ersten.

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Achim von Borries antwortet auf die Frage, warum es anspruchsvolle Serien oftmals schwer beim Publikum hätten und warum dies mit "Babylon Berlin" anders werde: "Wir sind anspruchsvoll und obszön zugleich". Für Tom Tykwer unterscheidet sich die Serie von anderen dadurch, dass "'Babylon Berlin' auf so vielen unterschiedlichen Ebenen etwas anbietet." Es bediene Menschen, die einen spannenden Thriller sehen wollen, genauso wie jemanden, der sich spezifisch für die Epoche interessiere.

Über Jahrzehnte verdorrt

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Die Zeit der Weimarer Republik ist für Tykwer eine "deutlich untererzählte Geschichte". Es gebe "überraschend wenig Filme, die genau in diese Epoche hineingestochen haben". An dem Thema interessiere ihn die Frage: "Wer waren diese Deutschen eigentlich, bevor die ganze Welt sie nur noch als Nazis wahrgenommen hat?" In der Zeit vor dem Nationalsozialismus seien die Deutschen auf einem ganz anderen Weg gewesen: "Ein gebeuteltes Volk, das aber in einer unglaublichen Aufbruchstimmung war und wo eine Explosion von Kreativität stattfand, die sich natürlich besonders in Berlin ausgedrückt hat."

Achim von Borries hält die Lebenswirklichkeit der Menschen von damals und heute für ähnlicher als von vielen angenommen: In der Serie werde man sehen, "wie modern die Menschen waren, wie modern die Gesellschaft auch in vielem war und dass wir heute an etwas anknüpfen, was damals seine Wurzeln hatte und danach eben über Jahrzehnte verdorrt war."

Hochamt des deutschen Medienverhaltens

Den Serienstart im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bezeichnete Tom Tykwer als offizielle Premiere. Jetzt könne wirklich jeder die Serie sehen, ohne dass der Zuschauer "irgendwelche Verträge abschließen muss".

Der Sendeplatz am Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD sei für Tykwer etwas Besonderes, da dann "regelmäßig zehn Millionen oder mehr vor dem Fernseher sitzen und eine große Sache gucken." Regisseur Achim von Borries fügte hinzu, er sei froh "dass wir an einem großen Hochamt des deutschen Medienverhaltens teilnehmen können."

Programmschwerpunkt in hr2-Kultur

Ab Samstag, 3. November, sendet hr2-kultur den Programmschwerpunkt "Babylon Berlin – Die Weimarer Republik zwischen rechts und links" zum Thema, unter anderem mit der Featurereihe "Ungeliebte Demokratie - Die Weimarer Republik zwischen rechts und links", der Lesung von Vicky Baums "Menschen im Hotel" und der Hörspielproduktion "Der nasse Fisch".

Das Interview von hr2-Moderator Martin Maria Schwarz mit Tom Tykwer und Achim von Borries hören Sie in voller Länge am Sonntag, 30 September, ab 9.04 Uhr in der Sendung "Kulturfrühstück" in hr2-kultur oder als Podcast zum Nachhören unter www.hr2-kultur.de.

Patrick Brückel


Patrick Brückel
Pressereferent hr2-kultur
Telefon: +49 (0)69 155-5178
E-Mail: patrick.brueckel@hr.de