Eric Wrede, Bestatter und Ex-Musikmanager

Warum reden viele Menschen nicht offen über den Tod und das Sterben? „Es hat uns niemand beigebracht“, sagte Eric Wrede, Bestatter und Ex-Musikmanager, im hr3-Sonntagstalk mit Bärbel Schäfer.

„Beim Tod lag die Deutungshoheit lange im kirchlichen Raum, dann gibt es noch Ärzte, die sehr technisch darüber sprechen. Das wir auf Du und Du normal dazu reden, das wird zu wenig vorgemacht.“

Eric Wrede wurde Bestatter, um Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten. „Wir kennen uns zu wenig mit dem Tod aus“, sagte er. „Wir haben einen Generationswechsel. Die jetzige Generation, die davor ist zu sterben, ist die erste überhaupt, die ohne Krieg groß geworden ist. […] Alle anderen davor haben mehr Tod in ihrem Leben erlebt, als Menschen erleben sollten, und haben dementsprechend ein gespaltenes Verhältnis dazu.“  

„Viele wissen nicht, welche großartigen Hilfsmöglichkeiten es gibt“

Könnten sich die Deutschen die Todesart aussuchen, hätten sie einen klaren Favoriten: „Abends ins Bett gehen, nicht wissend, dass es passiert. Dann einschlafen und morgens nicht mehr aufwachen“, verriet Eric Wrede in hr3. „Die Realität ist, dass leider die meisten Menschen eine Leidensgeschichte davor haben und im Krankenhaus oder in einer Pflegesituation sterben.“

Eric Wrede weiter in hr3. „Viele wissen nicht, welche großartigen Hilfsmöglichkeiten es gibt. Ambulante Hospize und Hospiz-Dienste zum Beispiel. Sie versuchen es zusammen mit der Familie zu schaffen, dass jemand vielleicht die Chance hat, zu Hause zu sterben.“ Er kennt die Situation aus eigener Erfahrung: „Ich habe es bei meiner Oma erlebt, ihr sind im Hospiz die Augen aufgegangen. Den Betreuungsschlüssel, den es dort gibt, wird einem kein Altenheim und kein Krankenhaus bieten können.“

Der Talk als Sendung und Podcast

Das gesamte Gespräch von Bärbel Schäfer mit Bestatter Eric Wrede steht unter hr3.de als Podcast zur Verfügung.

Sebastian Huebl, Pressereferent

Pressereferent hr3 und YOU FM
Sebastian Hübl
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