Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens

In „Bärbel Schäfer –der Sonntagstalk in hr3“, am 24. Mai von 10 bis 12 Uhr, erklärte der Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens die Relevanz der Artenvielfalt und mögliche Chancen für den Umweltschutz nach der Corona-Krise.

In hr3 erläuterte Dirk Steffens den Begriff der Artenvielfalt: „Sie ist die Vielfalt von allen Tieren und Pflanzen, aber auch der verschiedenen Lebensräume und der Gene. Alles zusammengenommen bedeutet: Biodiversität. Das ist nicht weniger als die Grundlage unseres eigenen Lebens. Ohne diese Vielfalt könnte es uns gar nicht geben.“

„Es geht darum, ob wir in Zukunft überleben“

Der 52-Jährige weiter: „Bei Biodiversität geht es um die Zukunft der menschlichen Art.“ So könne den Menschen das gleiche Schicksal drohen wie den Dinosauriern. „Fünf Mal hat es ein Massenaussterben schon gegeben. Die Wissenschaft sagt, das sechste hat begonnen, und die Ursache ist unser Verhalten.“ Vielen Menschen sei nicht bewusst, dass sie ein Teil der Natur sind.

Dirk Steffens erklärte in hr3: „Laut dem Weltbiodiversitätsrat sind von aktuell etwa acht Millionen Arten rund eine Million vom Aussterben bedroht.“ Zu den direkten Auswirkungen des großen Artensterbens sagte er: „Die Artenvielfalt produziert unsere Atemluft, unser Trinkwasser, unsere Nahrung. Man kann keine Landwirtschaft betreiben ohne die vielen Lebewesen, die in der Erde leben. Das ist das, was uns buchstäblich am Leben erhält. Wenn wir zu viele Arten aus diesem Lebensnetz verlieren, dann reißt das Netz, und wir fallen mit.“

100 Entscheidungen am Tag für oder gegen Nachhaltigkeit

Die Menschen können in ihrem Alltag etwas gegen das Artensterben tun, so Dirk Steffens. „Über 100 Mal am Tag, das hat die Wissenschaft geschätzt, kann jeder von uns entscheiden, ob er etwas tut, das für oder gegen Nachhaltigkeit wirkt. Also beim Einkaufen, beim Arbeiten, beim Fahren, auch bei einer politischen Wahl.“

Dirk Steffens sieht positive Ansätze im Verhalten der Politik: „Wir haben gerade bei Corona gesehen, dass Veränderungen in einem Tempo und Ausmaß möglich sind, wie wir das vorher für völlig unmöglich gehalten haben. Das Beeindruckende war, dass wir gesehen haben, wie Politik auf Wissenschaft hören kann.“

Bemerkenswert sei: „Wir wissen wissenschaftlich schon lange, dass die Luftverschmutzung global jedes Jahr acht bis neun Millionen Menschen tötet, dann wäre es doch nur logisch, dass wir die gleiche Konsequenz wie bei Corona jetzt bei der Ökologie anwenden würden.“ Dirk Steffens fügte in hr3 hinzu: „Die Menschheit kann alles ganz schnell verändern, wenn sie nur will.“

Der Talk als Sendung und Podcast

Das gesamte Gespräch von Bärbel Schäfer mit Dirk Steffens steht unter hr3.de als Podcast zur Verfügung.

Sebastian Huebl, Pressereferent

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