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David McAllister (CDU), Vizepräsident der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, hat die harte Haltung der EU in den Brexit-Verhandlungen verteidigt. In hr-iNFO sagte er: „Es geht nicht darum, das Vereinigte Königreich in irgendeiner Weise zu bestrafen, nicht darum in irgendeiner Weise garstig zu sein. Es geht nicht um Prinzipienreiterei.“

McAllister betonte, es gebe auf beiden Seiten „ein riesengroßes Interesse daran, dass es zu einem ordentlichen Brexit kommt, in einem ordentlichen Verfahren und mit einem Ergebnis, dass für beide Seiten fair und akzeptabel ist.“ Man wolle den Austritt sauber über die Bühne bringen, sagte McAllister, nur sei es „ein Austritt, um den wir nicht gebeten haben, aber wir respektieren die Entscheidung der britischen Politik.“

Dass die Verhandlungen sich verzögert hätten, liege nicht an der Europäischen Union, sondern an der britischen Regierung. Die sei seit Monaten in wichtigen Fragen intern gespalten, und die Auseinandersetzung innerhalb der britischen Konservativen Partei hätte nun mit den Rücktritten der Brexit- und Außenminister ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. McAllister betonte in hr-iNFO: „Der Ball liegt im britischen Feld. Und deshalb warten wir hier in Brüssel jetzt in aller Ruhe und Gelassenheit auf das Weißbuch der Premierministerin, das sie für diese Woche angekündigt hat. Dort werden wir dann die konkreten Details prüfen.“

McAllister bekräftigte in hr-iNFO: „Ein Land, was die Europäische Union und den Binnenmarkt verlässt, kann am Ende nicht genauso gut oder sogar besser als ein Mitgliedsstaat der EU gestellt sein. Das ist ja Common Sense, wie der Engländer sagen würde, also, das ist ja vollkommen nachvollziehbar.“

Die Rücktritte der beiden britischen Minister und Brexit-Hardliner David Davis und Boris Johnson erfolgten, nachdem sich Premierministerin May vergangenen Freitag mit ihren Plänen zu einem eher weichen Brexit im Kabinett zunächst durchgesetzt hatte. Die Rücktritte haben zu einer schweren Regierungskrise in London geführt.

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