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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, hat zum Prozessbeginn um die Betreiber der Kinderpornoplattform „Elysium“ ein Umdenken bei Straftaten gegen Kinder gefordert. In hr-iNFO kritisierte Becker die grundsätzliche Strafandrohung für das Verbreiten von Kinderpornografie.

„Die Strafandrohung ist fast aberwitzig. Zum Vergleich: ein einfacher Ladendiebstahl hat eine Strafandrohung von fünf Jahren Haft, während es bei Kinderpornografie nur drei Jahre sind. Fünf Jahre wären hier mindestens angemessen“, so Becker.

Auch die Sprache ist dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Kinderhilfe nicht deutlich genug. In hr-iNFO sagte er: „Wenn sie schon den Begriff hören, „sexueller Missbrauch“, ist das im Grunde eine Verharmlosung. Denn es geht um Gewalt. Gewalt, die Kindern angetan wird, ob nun physisch oder sexuell. Es ist Gewalt - und das kann man nicht schönreden!“

Um die Vergewaltigung von Kindern besser polizeilich zu ahnden, sieht Becker die Vorratsdatenspeicherung als wichtiges Mittel. Hinweise auf mögliche Täter könne das Bundeskriminalamt oft nicht verfolgen, weil „aufgrund der ausgesetzten Vorratsspeicherung die Daten bereits gelöscht sind, oder die IP-Adressen gelöscht sind. Dann nützt das alles nichts mehr!“ Daher spricht sich der ehemalige Polizeidirektor in hr-iNFO auch für die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung aus. Ermittlungen könnten noch schneller zum Erfolg führen, wenn die Behörden mit mehr Geld und deutlich mehr Personal ausgestattet werden würden.

Mit der Verlesung der Anklage hat vor dem Landgericht Limburg der Prozess gegen vier mutmaßliche Betreiber der Kinderpornoplattform „Elysium“ begonnen. Ihnen wird unter anderem Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen.

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