RWE Braunkohlekraftwerk
RWE Braunkohlekraftwerk Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industrie-Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie, und Mitglied der Kohle-Kommission der Bundesregierung, hält den Ausstieg aus der Kohleenergie kurz nach dem Jahr 2030 für möglich.

In hr-iNFO sagte Vassiliadis: „Wenn 2030 65 Prozent Erneuerbare im Netz und die Leitungen da sind – dann ist kurz nach 2030 Schluss mit der Kohle.“ Derzeit allerdings laufe der Ausbau der benötigen Infrastruktur zu langsam. Das Erreichen der gesetzten Ausbauziele bei den Erneuerbaren sei daher unwahrscheinlich.

Deutschland brauche als Industrieland aber wettbewerbsfähige Preise und eine sichere und stetige Energieversorgung. Vassiliadis sagte in hr-iNFO: „Das leisten die Erneuerbaren nicht: sie sind volatil und wir haben keine Speicher, keine ausreichenden Leitungen. Also muss man die Energieversorgung, die das leistet, im Netz lassen.“ Ein voreiliges Ende der Braunkohleförderung und -Verstromung führe zu Versorgungsproblemen und höheren Preisen. Der Erfolg beim Ausbau der Erneuerbaren entscheide also maßgeblich über die Geschwindigkeit der Kohlereduktion.

Die Bundesregierung hatte im Juni die Kommission ‚Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘, kurz Kohlekommission, eingesetzt. Sie soll bis Ende des Jahres einen Plan erarbeiten, ab wann genau und in welchen Schritten in Deutschland auf Strom aus Kohle verzichtet werden kann und was mit den Menschen passiert, die derzeit im Bergbau arbeiten.

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