General Egon Ramms im NATO-Hauptquartier in Heidelberg

Der frühere NATO-General Egon Ramms hat Pläne der USA kritisiert, die Truppenstärke in Afghanistan zu halbieren. In hr-iNFO sagte Ramms: „Der Truppenabzug würde bedeuten, dass die Amerikaner wesentliche Unterstützungsleistungen für die anderen dort eingesetzten Nationen wie beispielsweise Deutschland nicht mehr leisten könnten. Der militärische Afghanistan-Einsatz 'Resolute Support' hätte dann letztendlich keinen Sinn mehr.“

Die 1300 Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan seien auf die Unterstützungsleistung ihrer amerikanischen Kameraden angewiesen, sagte Ramms weiter. Bei einem Teilabzug der US-Truppen geriete die Bundeswehr in eine sehr schwierige Situation. „Die politische Führung in Deutschland muss dann eine Entscheidung treffen, ob man die Afghanistan-Mission im jetzigen Umfang beibehalten kann.“

Ramms äußerte die Befürchtung, dass die islamistischen Taliban oder die Terrororganisation IS den Teilabzug nutzen würden, um in Afghanistan Boden zu gewinnen.

US-Präsident Trump hatte angekündigt, dass die USA rund die Hälfte ihrer 14.000 Soldaten aus dem Afghanistan-Einsatz abziehen wollten. Egon Ramms war als General der Bundeswehr von 2007 bis 2010 Oberbefehlshaber Allied Joint Force Command – und damit Vorgesetzter der damaligen Militärmission in Afghanistan ISAF.

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