SPD-Vorsitzende Andrea Nahles (m.) mit hr-iNFO-Chefin Katja Marx und Hauptstadtkorrespondent Andreas Reuter

SPD-Chefin Andrea Nahles hat davor gewarnt, der Landtagswahl in Hessen zu viel bundespolitische Bedeutung zuzuschreiben. In hr-iNFO sagte sie: „Ich sehe das nicht als Schicksalswahl für mich. Und auch nicht als Schicksalswahl insgesamt. Diejenigen, die Veränderungen wollen, die verstehe ich – und ich bin zu Veränderungen auch bereit, da muss man drüber reden, was da Sinn macht."

Zu den schlechten Umfrage-Werten ihrer eigenen Partei sagte Nahles, man dürfe jetzt nicht kopflos werden: „In jedem Fall gibt’s für die SPD auch wieder bessere Zeiten. Wir haben schon manche schwierige Zeit durchgestanden, und es muss auch besser werden und es wird auch besser."
Auf die Frage, ob die Große Koalition in Berlin auch nach der Wahl in Hessen Bestand haben werde, erklärte Nahles in hr-iNFO: „Ich kann überhaupt nichts garantieren, aber wenn ich jetzt darauf wetten würde, würde ich sagen: ja."

Zugleich bedauerte sie, dass die Bundespartei momentan nicht den Rückenwind aus Berlin organisieren könne, den SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel verdient habe: „Die letzten Monate waren unsäglich teilweise und können so auf keinen Fall Vorbild sein für das, was noch kommt“, sagte die SPD-Chefin. Die Warnungen von Angela Merkel und Volker Bouffier vor „linken Experimenten“ in einer möglichen Landesregierung aus SPD, Linken und Grünen wies Nahles in hr-iNFO als „gezielten Versuch einer Angst-Kampagne“ zurück.

Vier Tage vor der hessischen Landtagswahl liegt die CDU nach aktuellen Wahlumfragen weiter vorn, den zweiten Platz teilen sich SPD und Grüne. Schwarz-Grün könnte demnach nicht weiterregieren, für CDU und SPD würde es ebenfalls nicht reichen.

Das Gespräch mit Angela Merkel wiederholt hr-iNFO um 15, 17 und 19 Uhr.

Weitere Informationen

Rückfragen an:

Redaktion hr-iNFO – CvD Christof Wenda/DE, Telefon: 069 155-2206, E-Mail: CvD-Info@hr.de

Ende der weiteren Informationen