Fünf Jahre musste Astronautin Samantha Cristoforetti vor ihrem ersten Flug warten und trainieren.

200 Tage war die Italienerin Samantha Cristoforetti auf der Internationalen Raumstation ISS. Im Interview mit dem hr-iNFO-Raumfahrtexperten Dirk Wagner spricht sie über das Glück, ins All zu fliegen, Kaffeetassen für die Schwerelosigkeit und die Zukunft der bemannten Raumfahrt.

"Ich habe schon seit meiner Kindheit davon geträumt, in den Weltraum zu fliegen", sagt die ausgebildete Kampfpilotin, die fünf Sprachen spricht und unter anderem in München studiert hat. Vor ihrem ersten Flug musste die gebürtige Mailänderin allerdings fünf Jahre trainieren. Die Jahre der Vorbereitung beschreibt sie ausführlich in ihrem Buch „Die lange Reise: Tagebuch einer Astronautin“. Als Samantha Cristoforetti dann zur Internationalen Raumstation flog, habe sie das Gefühl gehabt, endlich "angekommen zu sein".

Ein Labor in der Schwerelosigkeit

Bei der Mission der Astronauten geht es jedoch nicht um persönliche Lebensträume: Auf der rund 100 Milliarden teuren Raumstation soll das Verhalten von Stoffen, Zellen, kleinen Tieren und Menschen in der Schwerelosigkeit untersucht werden. "Was wir tagtäglich auf der Raumstation machen, ist Wissenschaft zu betreiben", sagt Cristoforetti. "Die Weltraumstation ist ein Labor in der Schwerelosigkeit." Die Experimente reichen von der Medizin bis zu Materialforschung und Grundlagenphysik. Als Astronaut oder Astronautin werde man dabei auch oft selbst zum "Versuchsobjekt".

Erst zum Mond, dann zum Mars

Sie versteht sich als Botschafterin für die bemannte Raumfahrt und ist davon überzeugt, dass die Arbeit der Wissenschaftler auf der ISS auch dafür da sei, der Menschheit das Überleben zu sichern: "Wieso sollten wir als Menschheit auf Ewigkeit auf der Oberfläche der Erde leben? Das ist ja auch sehr langfristig betrachtet gefährlich", meint Cristoforetti. "Denn da kann jederzeit ein Asteroid eintreffen." Umso wichtiger sei es, dass man erste Schritte gemacht habe, um die Erdoberfläche zu verlassen. "Wir können jetzt robust und zuverlässig in der Erdumlaufbahn leben und arbeiten. Und der nächste Schritt ist der Mond und dann Richtung Mars."

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Zum Artikel auf hr-inforadio.de WeltraumWagner (2): Mond oder Mars – Welche Mission ist die größere?

Dirk Wagner (l) und Oliver Günther (r)
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Christian Arndt


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