Porträt von Michael Gerber

Der zukünftige Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, sieht vor seinem Amtsantritt Baustellen in seinem neuen Wirkungsbereich und spricht darüber im hr-iNFO-Interview.

Bisher gibt es im Bistum Fulda eine Missbrauchsbeauftragte, die jedoch direkt in der  Kirchenverwaltung angestellt ist, was den Richtlinien widerspricht, die sich die deutschen Bischöfe selbst gegeben haben. "Das ist etwas, das ich aus Freiburg anders kenne, dort ist die Missbrauchsbeauftragte eine externe Rechtsanwältin, die eine eigene Kanzlei hat. Wir werden jetzt miteinander schauen müssen, wie kriegen wir das ergänzt, im Sinne der Vorgaben", sagt Gerber im Interview mit hr-iNFO.

Aufarbeitung und Kontakt mit den Opfern
Zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle gehöre auch die Verantwortung seiner Vorgänger Bischof Dyba und Bischof Algermissen. "Mir ist es sehr wichtig, Bescheid zu wissen und mir auch zeigen zu lassen, was ist da genau passiert, und wie ist man damals vorgegangen. Mir ist es wichtig, dass da, wo es notwendig ist, auch die Transparenz hergestellt wird." Eine große Rolle spielt für den zukünftigen Bischof von Fulda der Kontakt mit den Opfern. "Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Gespräche mit Opfern gehabt und bin da auch wirklich gerne bereit, mich mit Opfern zu treffen. Mir geht es auch so, dass ich einige Fragen im Bereich sexuellem Missbrauch überhaupt erst tiefer verstanden habe, als ich mich auch mit Opfern getroffen habe."

Zölibat sei kein Ruf in die Einsamkeit
Eine weitere Baustelle sieht er in der ehelosen Lebensform der Priester. Den Vorschlag des Limburger Bischofs Georg Bätzing, den Zölibat freizustellen, macht Gerber sich nicht zu eigen. Der Ruf Jesu in die Nachfolge sei kein Ruf in die Einsamkeit, sondern der Ruf in eine Gemeinschaft. Er selbst sei seit Jahren eingebunden in eine Gruppe von Priestern der sogenannten Schönstattbewegung, die sich regelmäßig treffen: "Ohne so eine gemeinschaftliche Eingebundenheit könnte ich meinen Weg nicht gehen."

Weitere Informationen

Sendetermin:

Das ganze Gespräch mit dem zukünftigen Bischof Gerber sendet hr-iNFO am Freitag, 29. März, um 19.35 Uhr.

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Isabelle Dollinger, Pressereferentin hr4 und hr-iNFO


Pressereferentin hr4 und hr-iNFO
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