Konzerveranstalter Marek Lieberberg (Live Nation Germany)

In der hr-iNFO-Sendung „Das Interview“ spricht Marek Lieberberg über die dramatische Situation seiner seit März „suspendierten“ Branche. Sollten die 150.000 verschobenen Events im kommenden Jahr nicht „in der verkauften Kapazität“ realisiert werden können, müsse sich "die gesamte Branche neu aufstellen".

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Gerade hat Marek Lieberberg das für den 4. September in Düsseldorf geplante Stadionkonzert mit Bryan Adams, Sarah Connor und weiteren Stars auf einen noch nicht genannten Termin im Spätherbst verschoben. Nach Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium von NRW habe er sich aufgrund der zu erwartenden „nachträglichen Kapazitätsbeschränkungen“ zu diesem Schritt gezwungen gesehen, erklärt er im Gespräch mit hr-iNFO. Seine Branche sei seit März „suspendiert und mit Berufsverbot belegt“, und die politischen Entscheider hätten „bisher nichts getan, um uns auch wieder herauszuhelfen“.

Primat der Klassik vor der Popkultur?

„Wenn die Elbphilharmonie mit 800 Zuschauern und die Salzburger Festspiele mit 1000 Besuchern stattfinden können – also mit rund 40 Prozent der Kapazität –, und wir arbeiten nur mit einem Viertel der Kapazität, wieso soll das nicht möglich sein?“ Wirtschaftlich sei das geplante Konzert für sein Unternehmen ohnehin „ein Minusgeschäft von vornherein“. Ihm gehe es darum, „dass die Branche den Wiedereinstieg findet und dass wir sukzessive 150.000 Events, die ins nächste Jahr verschoben wurden, retten. Wenn es uns nicht gelingt, diese verschobenen Events in den verkauften Kapazitäten im kommenden Jahr durchzuführen, ist das ein absolutes Knock-Out-Kriterium für die Branche. […] Das wäre der Super-GAU.“

Die im Rahmen der Initiative "Neustart Kultur" bereitgestellten 80 Millionen Euro für die Konzertbranche seien viel zu wenig, 350 Millionen Euro Soforthilfe seien das Minimum: „Wir haben Verluste hingenommen von 3,5 Milliarden Euro.“ Da seien die 80 Millionen der „Tropfen auf den heißen Stein“, um den 9000 Veranstalter konkurrieren müssten.

Mangelnde "Zivilvourage" in Frankfurt

Ursprünglich sollte das Stadionkonzert in Frankfurt stattfinden, aber, so Lieberberg, „was sich da abgespielt hat, ist kein Ruhmesblatt für den Dezernenten Majer. Man hat drei Wochen lang vom Gesundheitsamt die Validität unseres Konzepts bescheinigt“, auch „der Ministerpräsident selbst hat das Konzert befürwortet“. Majer habe dann aber nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub „nicht genügend Zivilcourage gehabt, um sich dahinter zu stellen“. Deshalb sei man überhaupt nur nach Düsseldorf als Veranstaltungsort ausgewichen.

Weitere Informationen

Sendezeiten und Podcast

hr-iNFO "Das Interview" mit Marek Lieberberg
Freitag, 28. August 2020 um 19:35 Uhr

hr-iNFO "Das Interview" mit Marek Lieberberg steht ab Donnerstag, 27. August (18:00) hier als Podcast bereit.

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Christian Arndt


Pressereferent hr-iNFO
Christian Arndt
Telefon: +49 (0)69 155-5864
E-Mail: christian.arndt@hr.de