Platzhalterbild PM Hörfunk
Bild © hr/Ben Knabe/Grafik

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Alexander Graf Lambsdorff, hat den Vorstandsvorsitzenden von Siemens, Joe Kaeser, aufgefordert, die Zukunftsinvestitionskonferenz in Saudi-Arabien nicht zu besuchen. In hr-iNFO sagte Graf Lambsdorff: „Solange die Lage im Istanbuler Konsulat noch nicht abschließend aufgeklärt ist, sollte er besser zu Hause bleiben“.

Der ehemalige Vizepräsident des Europäischen Parlaments sagte weiter: „Es ist ja nicht so, als ob Siemens das einzige Unternehmen wäre dessen Chef dort nicht hinfährt. Die skrupellose Tötung von Herrn Khashoggi überschattet natürlich alles. Auch die Konferenz würde im Schatten dieser Tötung stattfinden. Es ist besser die Wirtschaft hält sich hier zurück und bleibt zu Hause“.

Der FDP-Politiker findet den von der Bundesregierung angekündigten Stopp von Waffenlieferungen an Saudi-Arabien richtig. Das reiche jedoch noch nicht aus. „Alle westlichen Nationen müssten den jeweiligen saudischen Botschafter einbestellen und klar machen, dass die diplomatische, konsularische Arbeit nicht durch solch grauenhafte Ereignisse untergraben werden darf, wie es da passiert ist. Gegebenenfalls muss es zur Ausweisung von Diplomaten kommen“. Die außenpolitische Kooperation werde man in den nächsten Jahren allerdings fortsetzen müssen. Das sei das große Dilemma der westlichen Außenpolitik.

Saudi-Arabien hatte zugegeben, dass der saudische Journalist Jamal Khashoggi im Generalkonsulat des Königreiches in der Türkei getötet worden war. Nach saudischer Darstellung soll er bei einer Schlägerei zu Tode gekommen sein. Die internationale Gemeinschaft geht dagegen von Folter aus.

Weitere Informationen

Rückfragen an:

Redaktion hr-iNFO – CvD Markus Bohnacker/DE, Telefon: 069 155-2206, E-Mail: CvD-Info@hr.de

Ende der weiteren Informationen