Silke Hansen

Am 1. Januar startete beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt offiziell das ARD-Wetterkompetenzzentrum. Wir haben der Redaktionsleiterin Silke Hansen drei Fragen gestellt.

Frau Hansen, Sie und ihr Team haben in rund zehn Monaten die neue Zentralredaktion der ARD aufgebaut. Auf was freuen Sie sich am meisten zum Start?

Silke Hansen: Dass es endlich los geht. Wir haben so lange daran gearbeitet und warten ungeduldig darauf, endlich anzufangen. Für den WDR machen wir ja auch die Wetterberichte für Online, Hörfunk und Videotext. Die laufen bereits erfolgreich. Nun bleibt als Letztes noch das Fernsehen mit dem wir am 1. Januar starten. Sehr aufregend. Danach wird es hoffentlich ein bisschen ruhiger. Ich würde gerne endlich mal wieder ausschlafen und zu einer Zeit nach Hause kommen, an dem man sich noch mal mit Freunden treffen kann. Freunde und Familie sind in den vergangenen Monaten leider viel zu kurz gekommen. Das fehlt mir sehr.

Neben den nationalen Wetterberichten für die ARD erstellt die Redaktion auch zahlreiche regionale Vorhersagen u.a. für WDR, NDR und SWR. Was waren da die besonderen Herausforderungen?

Silke Hansen: Die Regionen gut zu kennen. Jedes Bundesland hat eine Menge topographische und meteorologische Besonderheiten. Wenn man eine gute Wetterprognose machen möchte, muss man sich vor Ort gut auskennen. Was sind die typischen Ecken in denen Nebel entsteht? Wo ist es immer ein bisschen wärmer oder kälter, als anderswo.

Im März feiert das Wetter in der  "Tagesschau" seinen 60. Geburtstag. Zu diesem Thema haben Sie ein Buch geschrieben. Was war die spannendste Erkenntnis bei den Recherchen dazu?

Silke Hansen: Wie sich die Wettervorhersage im Laufe der vergangenen 60 Jahre gewandelt hat und wie viele wahnsinnig schönen, spannende und wundervollen Geschichten es rund um das Wetter beim Hessischen Rundfunk und das Wetter überhaupt gibt. Das Buch hat 160 Seiten und ich hätte noch mindestens 60 mehr schreiben können. Wetter ist einfach super spannend. Da ist die Sache mit den Schneeflocken, die je nach Temperatur eine andere Form haben. Die besten Schneebälle kann man mit Schneeflocken machen, die bei minus 10 Grad entstehen. Oder die Schneeglöckchen, die in ihrer Zwiebel eine Art Heizung haben mit der sie den Schnee um sich rum wegschmelzen und sich so selbst bewässern können. Nur zwei von vielen kleinen, bunten Geschichten, die in meinem Buch einen Platz bekommen haben.