60 Jahre Wetterkarte

Seit dem 1. März 1960 produziert der Hessische Rundfunk die Wettervorhersage für die erfolgreichste Nachrichtensendung Deutschlands – die Tagesschau. Pünktlich zum 60. Geburtstag haben wir die Meilensteine der Entwicklung der Wetterkarte in einer Chronik zusammengestellt.

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Pressekonferenz zu "60 Jahre ARD-Wetterkarte"

Hier finden Sie den Mitschnitt der Pressekonferenz zu "60 Jahre ARD-Wetterkarte".

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In den 1950er Jahren präsentierten Meteorologen vom Deutschen Seewetteramt in Hamburg das Wetter in der Tagesschau.  Unterstützt wurden sie dabei von "Sehbastian" und "Sehbienchen", die passend zum Wetter gekleidet wurden. Messwerte, Wolkenverläufe etc. zeichneten die Meteorologen mit Kohlestiften auf klassische Wetterkarten.

60 Jahre Wetterkarte

1960 übernahm der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach die Verantwortung für den Wetterbericht der Tagesschau. Damit wanderte die Zuständigkeit vom NDR in Hamburg zum hr in Frankfurt. Am 1. März 1960 lief so in der Tagesschau zum ersten Mal "Das Wetter morgen" aus Frankfurt.

Beim Hessischen Rundfunk wurde die Wetterkarte mithilfe der damals sehr fortschrittlichen "Trickfilmtechnik" erstellt. Dabei wurden einzelne Pappvorlagen mit Schablonen für Sonne, Regen und Schneefall mit einer Trickkamera in einzelnen Bildern abfotografiert. Für eine Sekunde Beitrag benötigte man 25 Einzelbilder.

60 Jahre Wetterkarte

Die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach wurden von Sprechern des Hessischen Rundfunks verlesen. Die bekanntesten Stimmen der Wetterkarte waren die von Hans-Joachim Scherbening und Hans-Helmut Sievert. Das Tagesschau-Wetter war damals immer 90 Sekunden lang  - heute ist es mit 45 Sekunden nur noch halb so lang.

Anfang der 1990er Jahre zogen mit "Harry" und "Paintbox" Grafikcomputer in den Hessischen Rundfunk ein und revolutionierten die Erstellung der Wetterkarte. Das bedeutete, dass nicht mehr einzelne Pappbilder mit der Kamera abfotografiert werden mussten, sondern Bilder und Vorlagen digital zur Verfügung standen. Die Umstellung dauerte über ein Jahr.

60 Jahre Wetterkarte

1993 wurde im Hessischen Rundfunk eine eigene Wetterredaktion gegründet. Das Team aus Redakteur*innen und Moderator*innen arbeitete hier die Texte vom Deutschen Wetterdienst journalistisch auf. So wurden beispielsweise "Niederschläge" zu Regen oder Schnee.

1995 zog ein neues Computerprogramm in die Wetterredaktion des Hessischen Rundfunks ein – damit änderte sich die Darstellung der Wettervorhersage komplett. Bestandteil der Wettervorhersage war von nun an ein animierter, dreidimensionalener Wolkenfilm, mit dem man den zeitlichen und örtlichen Verlauf der Wetterentwicklung genau nachvollziehen kann.

2004 wurde die Wetterredaktion im hr um ein Meteorologen-Team erweitert. Hintergrund war, dass der Deutsche Wetterdienst durch eine Gesetzesänderung keine privaten Kunden mehr mit fertigen Wettervorhersagen versorgen durfte.

Silke Hansen im neuen Studio des ARD-Wetterkompetenzzentrums in Frankfurt - Silke Hansen steht vor einer sehr grünen Wand, umgeben von Scheinwerfern und Kameras.

Am 01.01.2020 startete der Hessische Rundfunk das ARD-Wetterkompetenzzentrum in Frankfurt unter der Leitung von Silke Hansen. Damit wird die Wetterberichterstattung für "Das Erste" und "Tagesschau 24" in Frankfurt gebündelt und die Landesrundfunkanstalten erhalten die passenden Bausteine für die Wetterberichterstattung in ihren regionalen Programmen.