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ARD-Korrespondentin Katharina Wilhelm bei der Oscar-Verleihung

Als Katharina Wilhelm im Sommer 2019 die Leitung des ARD-Hörfunkstudios in Los Angeles übernahm, verriet sie im Interview mit hr.de, wie sehr sie sich auf die Arbeit bei der Oscar-Verleihung freue. An diesem Sonntag ist es soweit, und da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, hat sie uns diesen kurzen "Baustellenbericht" vom Ort des Geschehens übermittelt.

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Zum Interview mit Katharina Wilhelm: Kalifornien zwischen Traum und Wirklichkeit – Wechsel im ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

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Für die ARD dürfen wir als Hörfunkreporter aus dem so genannten "Interviewroom" berichten, der sich in einem Hotel direkt neben dem Kino befindet, in dem die Oscars verliehen werden. Dorthin werden alle Preisträger gebracht, die einen Academy Award gewonnen haben, und wir dürfen Fragen stellen. Ich persönlich freue mich einerseits auf lebende Legenden wie Martin Scorsese, der für "The Irishman" nominiert ist oder Quentin Tarantino, der ebenfalls auf den Oscar für seinen Film "Once upon a time in Hollywood" hofft. Auch Leonardo di Caprio, Scarlett Johansson und Charlize Theron versprühen diesen gewissen Hollywood Glamour, der die Oscar-Verleihung zu etwas ganz Besonderem macht.

"Zu weiß und zu männlich?"

In diesem Jahr wird es sicher auch wieder politisch, denn im Vorfeld gab es viel Kritik, dass die Nominierungen wieder ein sehr einseitiges Bild der Gesellschaft widerspiegeln, nämlich zu weiß und zu männlich seien. Besonders deutlich hinterfragt wurde der Umstand, dass in der Kategorie "Beste Regie" keine Frau nominiert wurde, obwohl Regisseurin Greta Gerwig für viele Kritiker mit "Little Women" eine fast sichere Kandidatin gewesen ist. Es ist noch nicht so lange her, da wurde in den Sozialen Netzwerken über #OscarsSoWhite und #MeToo gesprochen. Und in diesem Jahr fragt man sich: Hat die Academy daraus gelernt? Wie inklusiv sind die Oscars oder werden Frauen und Minderheiten immer noch größtenteils ignoriert?

Eine(r) wird gewinnen

ARD-Korrespondentin Katharina Wilhelm bei der Oscar-Verleihung

Vieles wird sich meiner Meinung nach an der Hauptkategorie "bester Film" entzünden. Gewinnt ein eher, sagen wir mal, "klassisches Kriegsdrama" wie "1917" von Sam Mendes, das zweifelsohne ein Meisterwerk ist – aber nichts wirklich Revolutionäres? Oder trauen sich die votierenden Mitglieder der Academy etwas und wählen den überraschend-andersartigen, gesellschaftskritischen und düsteren südkoreanischen Film "Parasite"? Das wäre dann schon ziemlich großes Kino!