Ost West Wiedervereinigung

Das war ein Fest damals! Mit Freudentränen und schief intonierter Hymne, mit Sekt vor niedergerissenem Stacheldraht und Trabbis vor bunten Mauerresten. Der hr bringt Reportagen und Hintergrundbeiträge zu "30 Jahre Deutsche Einheit". Zum Beispiel darüber, warum Discjockeys der DDR-Radios heimlich die "Hitparade International" mitschnitten, wie die Stasi "Staatsfeinde" im Westen überwachte und wie Wasserbüffel den ehemaligen Todesstreifen zwischen Hessen und Thüringen freihalten.

Mittwoch, 30. September

"hr2-Doppelkopf“ mit DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn
hr2-kultur, 12:05 und 23:04 Uhr, sowie jederzeit hier als
Podcast

Roland Jahn

Trotz Repressionen, Haft und Ausbürgerung. Der Bürgerrechtler, Journalist und Beauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) Roland Jahn sucht er den Dialog mit allen, die das System DDR erlebt haben und plädiert fürs Erinnern. Im "hr2-Doppelkopf" berichtet Jahn von seiner Kindheit im thüringischen Jena und seiner Zeit als Fußballer beim FC Carl Zeiss. Er verrät, warum er sich einst wegen langer Haare auf den Weg nach Berlin zur ehemaligen Ministerin für Bildung in der DDR gemacht hat und wie die Stasi ihn auch nach seiner gewaltsamen Ausbürgerung im Fokus hatte.

Donnerstag, 1. Oktober

"Die Bernauer Straße: Brennpunkt Berliner Mauer"
Dokumentation, 23 Uhr, hr-fernsehen und hier in der ARD-Mediathek

Eine Straße als Symbol. Die Bernauer Straße, Trennlinie zwischen Ost und West. Ihre Bewohner, hineingeworfen in das Mahlwerk des Kalten Krieges. Eine Geschichte, die von einer Straße und ihrem Verschwinden erzählt. Von Trennung und Flucht. Von Freude und Tod. Von Verzweiflung und Hoffnung. - Erster Ausbau der Berliner Mauer in der Bernauer Straße, 1960er Jahre.

Die Bernauer Straße − hier verlief nach Kriegsende 1945 die Grenze zwischen dem sowjetischen und dem französischen Sektor. Nicht mitten auf der Straße war die Grenzlinie, sie ging entlang der Häuserfassaden, die im Osten standen. Schicksalhaft für die Straße und ihre Bewohner, denn alle Häuser auf der DDR-Seite gehörten mit dem Mauerbau zum Grenzgebiet. Wenige Tage nach dem 13. August wurden die Haustüren verschlossen, bald darauf die Fenster vermauert.

Freitag, 2. Oktober

"Das Thema: Einheit erledigt? 30 Jahre Wiedervereinigung"
hr-iNFO, ab 6 Uhr am Morgen sowie am Nachmittag, zum Nachlesen auf hr-inforadio.de sowie zum Nachhören in der ARD-Audiothek

Menschenmenge

Wie steht es um die Deutsche Einheit? Das fragt hr-iNFO und bringt unter anderem ein Gespräch mit Andreas Willisch, Soziologe und Leiter des Thünen-Institut für Regionalentwicklung, der mit dem Projekt "Neuland" neue Perspektiven für die sogenannten "Neuen"Bundesländer" entwickelt. Außerdem: ein Gespräch mit Susanne Dähner. Sie forscht am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und hat dort mit Kolleg*innen eine Studie verfasst mit dem Titel "Vielfalt der Einheit. Wo Deutschland nach 30 Jahren zusammengewachsen ist". Dazu gibt es Reportagen aus dem ehemaligen Grenzgebiet und aus "dem Osten" im Jahr der Einheit.

Tag der Deutschen Einheit, Samstag, 3. Oktober

"30 Fragen zur Deutschen Einheit"
hr4, von 6:50 Uhr an

"Der Alltag im ehemaligen Grenzgebiet"
Hintergrundreportage, hr4, 10:50 Uhr

"Erlebnis Hessen: Lebensraum Todesstreifen"
Reportage, hr-fernsehen, 13:20 Uhr, zum Nachschauen hier in der ARD-Mediathek

erlebnis hessen: Lebensraum Todesstreifen

Ein grünes Band, ein lebendiges Mahnmal deutsch-deutscher Geschichte, das sich durch ganz Deutschland zieht, das war die Vision der Naturschützer direkt nach der Grenzöffnung. Auf 270 Kilometern zog sich die Grenze zwischen Hessen und Thüringen, trennte Dörfer, Freunde, Familien bis zum November 1989 − alle, nur nicht die deutsch-deutschen Wanderfalken. Heute schlängeln Kreuzottern durch den ehemaligen Todesstreifen, Wasserbüffel und Rotes Höhenvieh grasen gegen den Bewuchs an. Im Grenzmuseum Schifflersgrund erfährt man, dass nicht allein Zaun und Minengürtel Fluchtwillige aufhielt, sondern auch Pestizide, die das Grün an den Grenzanlagen zur besseren Überwachung kurzhielten.

"Buschka entdeckt Deutschland − Zeig' mir deinen Osten"
Reportage, hr-fernsehen, 14:05 Uhr (Erstsendung)

Passanten gehen an einem Wandbild mit der deutschen Nationalflagge und dem Schriftzug "Ossi oder Wessi? vorbei

Als Wiesbadener Reporter mit väterlichen Wurzeln in Brandenburg geht Jörg Buschka auf die Suche nach dem, was jenseits von Ostalgie und Verklärung "den Osten" wirklich ausmacht und bis heute überdauert hat. Er ist "der Wessi, der sich wirklich interessiert", trifft Promis und Personen der Zeitgeschichte, die in der DDR geboren wurden, aus ihrem Leben erzählen und ihm zeigen, was sie fürs Leben geprägt hat.

"Karambolage"
Spielfilm, hr-fernsehen, 21:45 Uhr

Dr. Philipp Achtermann (Volkert Kraeft) und seine Frau Nina (Iris Berben, Mitte) haben die Einladung der Maiwalds angenommen, in deren Ferienhaus am Chiemsee zu bleiben, bis ihr Auto repariert ist.

Dr. Achtermann, Mikrobiologe aus der DDR (Volker Kraeft), hat dienstlich an einer Tagung in Frankfurt am Main teilgenommen. Auf der Rückfahrt mit Ehefrau Nina (Iris Berben) genehmigt er sich eine Abweichung vom vorgeschriebenen Reiseweg. Auf einer Seitenstraße am Chiemsee stößt Achtermanns Wartburg mit einem bundesdeutschen BMW des Architekten Maiwald zusammen. Weil sich die Reparaturen hinziehen, lädt das West-Paar die Ostler kurzerhand zu sich ins Ferienhaus ein.

"Reinke am Samstag": Radioszene in Ost und West
Musikmagazin, hr1, 9 Uhr

hr1-Moderator Werner Reinke

In "Reinke am Samstag" geht's um den radikalen Wandel in der Radioszene im Zuge der deutschen Einheit: Woher bezogen DDR-Discjockeys die Nicht-DDR-Musik für ihre Veranstaltungen? Was machte ein plötzlich arbeitsloser zertifizierter DDR-Schallplattenunterhalter? Wie verarbeiteten die Jugendlichen die plötzliche Flut der Westmusiker und -DJs, die zu Hauf bei ihnen auftraten? Die Musik stellen zwei Ex-DDR-DJs zusammen und sie erzählen aus dieser auch musikalisch umstürzenden Zeit.

"Magazin zu 30 Jahre Deutsche Einheit"
Sondersendung, hr2-kultur, 9:04 Uhr

Deutsche Einheitsmännchen in Schwarz, Rot und Gold

hr2-kultur macht sich auf die Suche nach dem, was uns verbindet und was uns trennt. Im Programm: viele Dokumentationen, Reportagen und Gespräche aus den Jahren 1989/90 und von heute, mit Originaltönen von Michail Gorbatschow, Helmut Kohl, Erich Honecker, Günter Schabowski, Lothar de Maizière und anderen.

Live-Einblendung vom "Festakt zum Tag der Deutschen Einheit" in Potsdam
hr-iNFO, ab 12 Uhr (auch live in der ARD sowie in der ARD-Mediathek)

Weitere Informationen

Deutsch-Deutsches in der ARD

Das Erste und die ARD-Mediathek widmen dem Jubiläum zur Deutschen Einheit einen eigenen Themenschwerpunkt. Alle Sendungen finden Sie hier im Überblick.

Zu den Programmhöhepunkten zählt das multimediale Projekt "Wir Ostdeutsche - 30 Jahre im vereinten Land" (rbb/MDR) mit einer 90-mininütigenTV-Doku (2. Oktober, mdr-Fernsehen und rbb-Fernsehen sowie in der ARD-Mediathek) und umfangreichen Hintergrundinfos online. Weitere Höhepunkte: "Die Nacht der Deutschen Einheit" (2./3. Oktober) im NDR-Fernsehen, der mehrfach ausgezeichnete Film "Gundermann" (rbb; am 30. September, 20:15 Uhr in der ARD und vorab in der ARD-Mediathek) sowie weitere bekannte Spielfilme wie "Sonnenallee" (5. Oktober, mdr-Fernsehen, danach in der ARD-Mediathek) und das Aussteiger-Drama "Kruso" (1. Oktober im mdr-Fernsehen, danach in der ARD-Mediathek) sowie die Serie "Weissensee" (mdr-Fernsehen, bis 5. Oktober in der ARD-Mediathek).
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