Die hr-Kommentator*innen der EURO 2021: Tim Brockmeier, Philipp Hofmeister, Martina Knief und Florian Naß

Egal, wie weit Jogis Jungs bei der Fußball-Europameisterschaft kommen, die hr-Sportredaktion wird vom Auftakt in Rom bis zum Finale in London dabei sein. Florian Naß kommentiert das Eröffnungsspiel für Das Erste, Philipp Hofmeister das Finale für den ARD-Hörfunk. Weiterhin sind Martina Knief als Livereporterin und Tim Brockmeier als "Storymacher" mit dem vielköpfigen hr-Team für die ARD bei der UEFA EURO 2020 unterwegs.

Das sechzigste Jubiläum der "UEFA EURO 2020" – wie die Fußball-Europameisterschaft offiziell heißt – wird coronabedingt mit einem Jahr Verspätung gefeiert. Das Turnier findet mit Publikum an elf Spielorten statt. Die strengen Hygiene-Auflagen müssen natürlich sein, auch wenn dadurch die Vorbereitung für das elfköpfige hr-Team sehr viel aufwändiger wurde. Stellvertretend für seine Kolleg*innen beschreibt Florian Naß seine "Odyssee" durch die EM: "Ich reise mit einem Ordner voller Papiere in die verschiedenen Länder, denn es herrschen überall andere Vorschriften und Bedingungen." Trotzdem freut er sich darauf, "vor Ort kommentieren zu können", denn es gehe ja auch um das, was um die Stadien herum passiere, um "die Geschichten neben dem rollenden Ball", die das Turnier für das Publikum noch besser erlebbar machen.

Das Potenzial der deutschen Nationalmannschaft lasse sich im letzten Jahr des Löw nur schwer einschätzen, glaubt Naß: "Die letzten Ergebnisse lassen schlicht keine Rückschlüsse zu, wie der Auftakt gegen Frankreich ausgehen kann. Aber natürlich wünsche ich dem Team und den Fans, dass sich die Blamage bei der WM 2018 nicht wiederholt. Deutschland ist für mich kein Titelfavorit, aber es wäre Blödsinn, dieser Mannschaft nichts zuzutrauen."

"Das ganz spezielle EM-Feeling"

Die Stimme von Martina Knief dürfte den allermeisten Fußballinteressierten aus der "Bundesliga-Konferenz" vertraut sein, aber "mein erster Einsatz als Livereporterin bei einer Fußball Europameisterschaft der Männer ist schon etwas ganz besonderes für mich. Deshalb werde ich vor meinem ersten Spiel auch ein kleines bisschen aufgeregt sein", sagt sie. Die Herausforderungen hätten für das Redaktions-Team schon sehr viel früher begonnen: Oft sei das Reisen in die Spielorte gar nicht möglich, "die Einreisebedingungen ändern sich derzeit noch sehr häufig, und ich beschäftige mich als Reporterin viel mehr mit solchen Dingen. Aber wenn der Ball erst rollt und man seinen Platz in der Sprecherkabine eingenommen hat, egal ob im Studio Köln, im Stadion in München oder einem anderen Spielort, dann ist das ganz spezielle EM-Feeling sofort da." Für Martina Knief rollt der Ball erstmals am Samstag beim Spiel Wales gegen die Schweiz, auch den ersten deutschen EM-Auftritt am 15. Juni wird sie für die ARD-Hörfunkprogramme kommentieren.

Für Storymacher Tim Brockmeier ist die UEFA EURO 2020 bereits die vierzehnte (!) Fußball-Großveranstaltung, trotzdem sei dieses Mal alles anders: "Es wird kaum Kontakt zu Sportlern und Offiziellen geben, aus Hygiene- und Sicherheitsgründen läuft fast alles virtuell. Das Infektionsrisiko ist dauernder Begleiter und verändert die Arbeitsweise grundlegend." Gleichwohl freut er sich auf viele spannende Begegnungen. Als Livereporter wird er selbst ein Spiel vor Ort kommentieren: Schottland-Tschechien in Glasgow. Als Storymacher suche er vor allem "die sportlichen Geschichten rund um die Spiele und Mannschaften, aber auch die bunten rund um das Turnier, die Menschen und die Fans." Das, so Tim Brockmeier, "wird bei diesem Turnier anders sein und schwierig zu erzählen, wenn man sich zur eigenen und zur Sicherheit der anderen besser nicht so sehr unter die Leute mischt."

"Daumendrücken aus Eigennutz"

Die professionelle Distanz als Reporter und Fan einer Mannschaft bekomme er "ganz gut hin", so Brockmeier. Er verrät aber auch, warum er und seine Kolleg*innen trotzdem mit dem DFB-Team mitfiebern: "Die Euphorie, die sich aufbaut wenn das Team gut spielt und weit kommt, trägt einen durch diese sehr lange und sehr arbeitsreiche Zeit. Es wäre total schade, wenn die Nationalmannschaft (wie bei der WM 2018) sehr früh ausscheidet, denn dann nimmt das allgemeine Interesse am Turnier trotz des täglich guten Contents doch spürbar ab. Daher drücke ich allein schon aus Eigennutz die Daumen."

Philipp Hofmeister ist bereits seit Donnerstag, 9. Juni, in Russland unterwegs und freut sich schon sehr auf "sein" erstes Spiel am Samstag, 12. Juni: "Ich kommentiere in St. Petersburg die Begegnung zwischen Gastgeber Russland und Belgien – letzteres Team ist für mich einer der Top-Favoriten." Vor allem aber freut er sich, dass er für die Hörfunkprogramme der ARD "aus einem halbvollen Stadion mit rund 35.000 Menschen berichten darf. Das ist für mich als Reporter das erste Spiel vor Publikum seit knapp anderthalb Jahren!" Ihm wird übrigens auch die besondere Ehre zuteil, das Finale zu kommentieren. Für den Fall, dass "Die Mannschaft" so weit kommt, wird Phil Hofmeister jeden ihrer Spielzüge für die Radiohörer*innen bildhaft ausgestalten. Und sollte sie schon vor dem Finale abreisen müssen – das hr-Team bleibt definitiv bis zur letzten Minute der EURO 2020 am Ball.