still König Drosslebart

Der hr hat aus seinen sehr beliebten Weihnachts-Märchenfilmen Hörspiele produziert. Wie das geht? "Es brauchte drei Schritte", sagt hr-Hörspielexpertin Gudrun Hartmann, damit beim Hören von "König Drosselbart" & Co. das Kino im Kopf losgeht und ein Hörspiel gelingt.

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Übrigens:

Die Märchenfilme im Ersten sind sehr beliebt bei den Zuschauer*innen, sie gehören nach dem Tatort sowohl in der ARD-Mediathek als auch im linearen Programm zu den erfolgreichsten ARD-Produkten, verrät Patricia Vasapollo

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Wie wird aus einem Film ein Hörspiel? Gudrun Hartmann ist Expertin für Kinderhörspiele. Gemeinsam mit Patricia Vasapollo, der Leiterin "hr-fernsehen Familie und Fiktion", hat sie aus den Märchenfilmen des hr Hörspielproduktionen gezaubert. Mit dem Abspeichern der Tonspur als Audiodatei ist es da natürlich nicht getan. Gudrun Hartmann erklärt, wie’s geht – und wo die Hörspiele von sofort an zu finden sind.

1. Zwischentexte schreiben

Die Dialoge aus dem Film, die Musik und die Geräusche bilden das Grundgerüst. Das Hörspiel funktioniert aber erst, wenn das Kino im Kopf losgeht und die Hörer*innen wissen, wo sie sich gerade befinden. Jeder Schnitt, jeder Szenenwechsel, den das Auge ganz nebenbei verarbeitet, muss ins Ohr gebracht werden. "Als erstes mache ich die Augen zu und überlege mir, was erzählt werden muss, damit ein in diesem Fall märchenhaftes Bild entsteht", sagt Gudrun Hartmann. "Die reine Audiodeskription ‚Der Prinz reitet über die Wiese‘ ergibt noch kein buntes Bild vor Augen. Um die Vorstellungskraft anzuregen, bedarf es mehr: Kleine Adjektive, die die Fantasie erblühen lassen." Ist das Pferd groß und rassig, der Prinz hübsch - oder weniger? Es braucht nicht viele Worte, nur die richtigen. Und ob er blond ist oder dunkelhaarig, das kann jede*r mit ganz persönlichen Vorlieben ergänzen. 

2. Erzählstimme einsprechen

Die Erzählerin aller hr-Märchenhörspiele ist die Schauspielerin und Sprecherin Sascha Icks, die - sehr sportlich - alle Texte an einem Tag im Studio eingesprochen hat. Gudrun Hartmann findet, sie sei eine sehr gute Wahl gewesen: "Sie hat die Texte schauspielerisch so dargeboten, dass sie sich perfekt in die Szenen fügen und dabei gleichzeitig einen guten "Märchenton" gefunden: warmherzig, ohne betulich zu klingen."

3. Tonspuren-Puzzle meistern

Im letzten Schritt werden die neuen Sprachaufnahmen mit den Filmdialogen vermischt. Doch erst, wenn auch die Musiken und Geräusche so angelegt sind, dass auch die Zwischentexte akustisch zur Filmspur passen, entsteht das Kino im Kopf. Dazu werden zahlreiche Tonspuren angelegt und alles so gemischt, dass es am Ende wie eins klingt. "Das ist Arbeit für einen sehr erfahrenen Toningenieur", sagt Gudrun Hartmann, "alles muss auf den Punkt sein, die Musiken verlängert, die Geräusche ergänzt und das Gesprochene vom Klang aneinander angepasst werden, denn der Raumklang der Filmdialoge ist ein anderer als der der Sprecherin, die im Studio direkt vor dem Mikrofon steht." Trotzdem lohnt sich der ganze Aufwand, "weil wir so Kindern und allen, die Märchen wie auch das Hören lieben, viel Genuss schenken."

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Lauschige Stunden mit den ARD-Märchenhörspielen

Neu zu Weihnachten erscheint "König Drosselbart". Zu hören am Donnerstag, 24. Dezember, 14.04 Uhr, in hr2-kultur oder ab sofort in der ARD-Audiothek – zusammen mit vielen weiteren ARD-Märchenhörspielen wie "Die Gänsemagd" (hr 2020) oder "Rotkäppchen" (hr 2020). Und für 2021 hat der hr schon drei weitere Produktionen im Köcher: "Das blaue Licht", "Siebenschön" und "Das Märchen vom Schlaraffenland".

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