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Seit Beginn der Corona-Krise informiert die ARD regelmäßig nach der "Tagesschau" in einem "ARD extra" über die aktuelle Lage und bietet Raum für Hintergründe und Interviews. Für die Sendung sind im wöchentlichen Wechsel die Landesrundfunkanstalten zuständig, am Montag hat der hr diese Aufgabe übernommen. Die Sendungen werden redaktionell zusammen mit dem MDR verantwortet. Über die Pläne und Vorbereitungen hat hr.de mit Redaktionsleiterin Sandra Tzschaschel gesprochen.

Wie liefen die Vorbereitungen für die Sendungen?

Sandra Tzschaschel: Es gab einiges zu tun in den vergangenen Tagen, vier zusätzliche Sendungen für die ARD zu machen ist schon eine Herausforderung. Wir haben zum Beispiel ein Studio teilweise neu eingerichtet und uns schon mal mögliche Themen für die Sendungen überlegt. Außerdem musste alles unter der Maßgabe passieren, die notwendigen Abstandsvorgaben einzuhalten, dadurch dauert vieles länger. Wir konnten aber auf Erfahrungen und Abläufe aus den vergangenen Wochen zurückgreifen, wir hatten ja auch im hr-fernsehen schon verschiedene Corona-Sondersendungen.

Sie haben gesagt, dass Sie auch schon über mögliche Themen gesprochen haben. Wie gut lässt sich eine aktuelle Sendung wie das "ARD extra" denn bereits in der Vorwoche planen?

Die Leiterin des hr-Teams ARD-aktuell: Sandra Tzschaschel

Sandra Tzschaschel: Natürlich hängt vieles davon ab, wie sich die Lage an jedem einzelnen Tag in der nächsten Woche entwickelt, es ist ja eine aktuelle Sendung. Wenn es bestimmte Entwicklungen gibt – zum Beispiel sich die Zahlen der Infizierten deutlich verändern – müssen wir darüber berichten. Am Ende unserer "ARD extra"-Woche gibt es durch den 1. Mai ein langes Wochenende für viele Menschen, kurz davor beraten die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Merkel über den aktuellen Stand und werden vielleicht neue Maßnahmen beschließen. All diese Aspekte sind wichtig. Aber das "ARD extra" soll auch Raum für Hintergründe und Interviews geben. Daher haben wir uns schon Themen überlegt, die wir für wichtig halten, und die über die Berichterstattung zum Tag hinausgehen.

Was wäre das zum Beispiel?

Sandra Tzschaschel: Da hätten wir zum einen die Frage, ob es vielleicht eine zweite große Infektionswelle geben wird. Aber es lohnt sich auch, einmal genauer hinzuschauen, was das Virus mit unserer Gesellschaft macht, mit dem Verhalten der Menschen. Vieles, das bis vor kurzem noch wichtig war, Klima, Umweltschutz, Elektromobilität, der Umbau des öffentlichen Nahverkehrs, wurde durch das Thema "Corona" verdrängt. Welchen Stellenwert werden diese Themen in der Zukunft haben?

Weitere Informationen

ARD extra: Die Corona-Lage

Jeweils nach der tagesschau unter anderem im Ersten und im hr-fernsehen
Moderation: Markus Gürne

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Das erste "ARD extra" gab es am 10. März. Gibt es nicht langsam eine Ermüdung, was das Thema angeht?

Sandra Tzschaschel: Im Gegenteil, das Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer ist ungebrochen. Im Ersten erzielen die "ARD extra"-Sendungen im Wochenschnitt zwischen 17 und 19 Prozent Marktanteil. Die Menschen vertrauen uns in dieser Krise, sie suchen gut recherchierte und verständliche Informationen und Antworten auf ihre Fragen und Sorgen. Dieser Zuspruch freut uns natürlich sehr und ist ein Ansporn, weiterhin gute Sendungen zu machen.