Moderator Sebastian Kisters und das Kamerateam bei den Aufnahmen zu "#kurzerklärt" im Studio
Viel Betrieb im Studio: Sebastian Kisters (links) vor der Kamera, die Kolleginnen und Kollegen von Kamera, Ton, Maske, Grafik und Redaktion dahinter. Bild © hr/Carolin Schwarz

Wie lässt sich ein kompliziertes Thema in wenigen Minuten anschaulich darstellen? Der Hessische Rundfunk produziert seit 2016 Beiträge für die ARD-Video-Reihe "#kurzerklärt". Ein Blick hinter die Kulissen.

Videobeitrag

Video

zum Video #kurzerklärt: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk

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Ein grüner Raum, fünf Menschen stehen hinter der Kamera, während Moderator Sebastian Kisters durch das Studio schreitet und in zwei Minuten das Prinzip des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erklärt. Es entsteht ein Video mit vielen Grafiken, das auf den Social-Media-Kanälen der Tagesschau veröffentlicht wird.

"Wie bei einem Trichter"

Bis dahin ist es ein weiter Weg, schließlich müssen für die "#kurzerklärt"-Reihe komplexe Sachverhalte kurz, verständlich und möglichst vollständig dargestellt werden. "Du fängst wie bei einem Trichter an", sagt Sebastian Kisters. Wenn ein Thema feststeht, wird erst einmal gelesen, telefoniert, recherchiert. Von den Kolleginnen und Kollegen des Zeitungsarchivs bekommt er dafür ein bis zu 140 Seiten starkes Dossier. "Da muss man dann immer stärker filtern, einen roten Faden finden."

Weitere Informationen

Mehr zum Thema im Radio

Freitag, 2. März in hr2 - Der Tag
"Bürgerfern und staatsnah? Die Öffentlich-Rechtlichen am Pranger"
18:05 Uhr in hr2-kultur, im Anschluss auch als Podcast auf hr2.de

Freitag, 2. März in hr-iNFO - Das Thema
"Öffentlich-rechtlich in der Diskussion - die Schweiz stimmt ab"
Dreimal pro Stunde zwischen 16 und 19 Uhr in hr-iNFO

Ende der weiteren Informationen

Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen

In der "ARD Aktuell"-Redaktion werden die Themen dann besprochen – mit den Kolleginnen und Kollegen von Grafik, Kamera und Schnitt und mit der Redaktionsleiterin Sandra Tzschaschel. Im Unterschied zu tagesaktuellen Beiträgen, zum Beispiel für Hessenschau oder Tagesschau, können die Macher von "#kurzerklärt" ihre Filme ausführlich besprechen und ausarbeiten. "Das ist ein großer Luxus", sagt Sandra Tzschaschel. Immer wieder betont sie im Gespräch, wie wichtig das Teamwork für "#kurzerklärt" ist. "Es ist toll, mit Menschen aus verschiedenen Abteilungen zusammenzuarbeiten – irgendwer hat immer eine gute Idee."

Sebastian Kisters vor grünem Hintergrund im Studio bei den #kurzerklärt-Aufnahmen
Der grüne Hintergrund des Studios wird später durch Grafiken ersetzt. Bild © hr/Carolin Schwarz

Junge Zielgruppe

Bei der Themenfindung ist die Redaktion ziemlich  frei. Das Ziel des Formats ist es, Themen, die gerade jüngere Zuschauer interessieren, anschaulich und in einer modernen Verpackung darzustellen. Neben aktuell angesagten Themen liegt der Schwerpunkt der hr-Redaktion auf der Welt der Wirtschaft und Finanzen: "Wir haben schon Bitcoin erklärt, aber auch die Frage gestellt, ob Spanien Katalonien nicht einfach loslassen soll", erzählt Sebastian Kisters. Wenn sich die Redaktion auf einen Fokus und ein passendes Konzept festgelegt hat, folgt eine Absprache mit der Tagesschau-Redaktion in Hamburg.

Ein eingespieltes Team

Dann geht es ans Recherchieren, ans Planen, und schließlich zum Dreh ins Studio. Grafikerin Petra Mühl ist direkt dabei und kann Sebastian Kisters so anweisen, dass er am Ende den Grafiken nicht in die Quere kommt: "Stell dich ein bisschen nach links, die Balken erscheinen dann rechts von dir." Sascha Gude kümmert sich um Kamera und später dann den Schnitt. Verschiedene Einstellungen, eingeübte Laufwege, zwischendurch eine kleine Auffrischung der Maske – man merkt sofort, dass hier ein eingespieltes Team am Werk ist.

Seit 2016 produziert der hr für "#kurzerklärt", über zehn Beiträge sind bisher entstanden. Für Sandra Tzschaschel dürfen es gerne noch viele mehr werden: "Das ist einfach sehr kreativ und für alle, die dabei sind, ein extrem zufriedenstellendes Format."