Max & Maestro

Zwei Preise in zwei Tagen: Erst ist die vom Kinderprogramm des hr koproduzierte Zeichentrickserie "Max & Maestro" mit dem Kinderfernsehpreis EMIL geehrt worden. Dann durfte sich auch noch hr-Autor Marco Giacopuzzi über einen renommierten Grimme-Preis freuen. Wir haben die Macher*innen nach ihrem Erfolgrezept gefragt.

Patricia Vasapollo und Jens Opatz bei der Preisverleihung des EMILs

Zwei hochkarätige Preise innerhalb von zwei Tagen – was ist das Erfolgsrezept im Kinderprogramm?

Patricia Vasapollo: Vor allem nehmen wir Kinder und ihre Bedürfnisse ernst, versuchen, ihnen immer auf Augenhöhe zu begegnen. Dabei legen wir die gleichen Qualitätsmaßstäbe an wie bei erwachsenen Zuschauern. Dramaturgische Schwächen, langweilige Dialoge, unauthentische Protagonisten – Kinder haben sehr feine Antennen und ein gut funktionierendes Bauchgefühl. Wenn etwas nicht stimmt, verlieren sie schnell das Interesse. Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, braucht man eine gute Redaktion und vor allem gute Autoren, man braucht Vertrauen in seine Projekte – und natürlich muss man auch mal Wagnisse eingehen.

Wagnisse etwa wie in der Reihe "Schau in meine Welt", die gerne mal – wie etwa in den drei ausgezeichneten Folgen von hr-Autor Marco Giacopuzzi – von so heiklen Themen wie Depression bei Kindern oder schweren Krankheiten wie Diabetes oder Glasknochen erzählt. Was sind die besonderen Herausforderungen bei einem solchen Dreh?

Marco Giacopuzzi: Die Herausforderungen für mich sind nicht wirklich andere als bei Erwachsenen. Viele Kinder merken oft nach kurzer Zeit schon nicht mehr, dass sie von einer Kamera begleitet werden. Und wenn sie mal keine Lust haben, dann ist das eben so. Und dennoch: Ich verneige mich vor all den Kindern, die mir ihre Geschichte anvertrauen im Wissen, dass es dann mal ganz öffentlich wird. Sie sollen das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein. Sie sollen ihren eigenen Film auch später noch mögen.

hr-Autor Marco Giacopuzzi

Die Herangehensweise ist dabei unterschiedlich: Manchmal ist es das Kind mit einem Thema, dem man begegnet. Manchmal hat man ein Thema, und man sucht das Kind: über Gruppen, Bekannte etc. Dann lernt man sich kennen und findet heraus, ob man den Film zusammen machen möchte. Offen und ehrlich: Was will ich, was will das Kind, was will es nicht, was sagen Eltern, Geschwister, Freunde dazu? Und mag es überhaupt erzählen? Man erklärt, was alles auf das Kind zukommt, wenn man einen fast halbstündigen Film machen will. An irgendeinem Punkt weiß man es: Das ist mein Protagonist - oder man sucht weiter.

"Max & Maestro" handelt von einem elfjährigen Hiphop-Fan, der die Klassik für sich entdeckt – ist das nicht ein ziemlich uncooles Setting für eine Zeichentrickserie?

Patricia Vasapollo: Bei "Max & Maestro" wollten wir ungewohnte Wege gehen. Mit der klassischen Musik und der eher "onkelhaften" Figur des Maestro Daniel Barenboim bedienen wir mit Sicherheit nicht das Klischee klassischer Animationsfiguren. Und auch ein rappender Klavierschüler dient nur bedingt zum Superhelden. Aber gerade durch die Mischung aus Hiphop und klassischer Musik wollen wir auf unterhaltsame Weise bei unseren jungen Zuschauern Neugierde zur Musik ganz generell wecken. Am Ende ist die Liebe zur Musik universell, und davon erzählt "Max & Maestro".

Daniel Barenboim hat sich auf dieses Experiment eingelassen, er selbst war verantwortlich für die Auswahl der klassischen Stücke, hat sie sogar eingespielt. Und für unsere deutsche Fassung konnten wir mit Samy Deluxe einen der angesagtesten deutschen Hiphopper gewinnen, der nicht nur Max‘ Vater seine Stimme lieh, sondern auch den deutschen Titelsong komponierte.

Dass wir an so einem ambitionierten Projekt – es handelt sich um eine französisch-deutsch-italienische Koproduktion – überhaupt teilhaben konnten, das haben wir mit Sicherheit auch der guten Vernetzung des hr auf den internationalen Produktionsmärkten zu verdanken. Mich freut die Auszeichnung durch den EMIL ganz besonders, denn sie zeigt, dass die große Anstrengung, die wir alle gemeinsam in dieses Projekt gesteckt haben, alle Mühen wert war.

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Pressemeldung

hr-Koproduktion "Max & Maestro" mit EMIL ausgezeichnet

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