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Jungs werden Mechatroniker oder Ingenieure, Mädchen Erzieherinnen oder Bürokauffrauen. Überholte Rollenbilder - oder? Trotzdem lassen sich immer noch viele junge Menschen bei Ihrer Berufswahl von Geschlechterklischees leiten. Wie sich der Hessische Rundfunk gemeinsam mit der Initiative "Klischeefrei" für eine Berufswelt ohne Stereotype einsetzt, erklärten hr-Gleichstellungsbeauftragte Sinaida Thiel und hr-Personalchef Heiko Konrad.

Lisa entscheidet sich für eine Ausbildung zur Tischlerin, Jonas startet als Maskenbilder durch. Wie profitiert der hr davon, wenn sich der Nachwuchs von Geschlecherklischees befreit?  

Sinaida Thiel: Lisa und Jonas erweitern durch ihre Berufswahl unsere Perspektiven. Wenn wir das, was wir machen, immer nur aus einem Blickwinkel betrachten und an starren Rollenbildern festhalten, bekommen wir immer wieder die gleichen Antworten. Der Hessische Rundfunk braucht aber Vielfalt, neue Ideen und auch mal ungewöhnliche Denkweisen. Wenn wir uns als Arbeitgeber für eine Berufswahl ohne Klischees stark machen, profiertieren beide Seiten: Lisa und Jonas können ihre Potenziale frei von Stereotypen bestmöglich entfalten - und der hr wird noch ein bisschen bunter und diverser.

Was soll die Partnerschaft mit der Initiative "Klischeefrei" bewirken? 

Sinaida Thiel (hr-Gleichstellungsbeauftragte) und Heiko Konrad (hr-Personalchef) unterzeichnen die "Klischeefrei"-Beitrittserklärung.

 Heiko Konrad: Wir stehen als Personalmanagement hinter den Inhalten der Initiative und wollen als öffentlich-rechtliches Unternehmen unseren gesellschaftlichen Beitrag zu diesem gemeinsamen Netzwerk leisten. Unsere vielfältigen Berufsbilder zeigen uns jeden Tag aufs Neue, wie wichtig unterschiedliche Perspektiven und Meinungen unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft auf unsere Produkte und Angebote sind und wie sehr wir davon profitieren. Wir sind nicht nur mit unseren Auszubildenden in Kontakt, durch Praktika und Informationsveranstaltungen kommen wir auch in Kontakt mit vielen anderen jungen Menschen. Daher möchten wir uns dafür einsetzen, dass sie sich ohne Klischees beruflich orientieren können und nach ihren individuellen Interessen ihren persönlichen Weg ins Arbeitsleben finden. Das Netzwerk bietet uns darüberhinaus eine tolle Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen auszutauschen und unsere Erfahrungen und Wissen zu teilen. 

Auf dem Papier setzt sich der hr also für eine geschlechtersensible Berufs- und Ausbildungsorientierung ein. Was wird denn in der Praxis schon dafür getan? 

Heiko Konrad: Dadurch, dass wir mit unseren vielfältigen Ausbildungsberufen verschiedenste Zielgruppen abbilden, kommen unsere Auszubildenden aus allen Schichten der Gesellschaft und wir haben im Recruiting ein hohes Bewusstsein für Diversität. So ist es für uns völlig normal, dass die Tischlerin neben dem Kaufmann für Büromanagement in der Einführungsveranstaltung zu Beginn der Ausbildung sitzt. Dadurch, dass wir diese Auszubildenden dann auch als Ausbildungsbotschafter*innen an Schulen und auf Ausbildungsmessen einsetzen, fördern wir auch jetzt schon den unabhängigen Orientierungsprozess der Jugendlichen. 

 Gibt es konkrete Beispiele, in welchen Bereichen das schon gut funktioniert? 

 Heiko Konrad: Man muss sagen, vor allem in den technischen und handwerklichen Ausbildungsberufen sind wir sehr erfolgreich in der Rekruiertung. Hier können wir immer wieder junge Frauen als neue Auszubildende gewinnen. 

Und wo sollte es im hr noch mehr Geschlechtervielfalt geben? 

Sinaida Thiel: Idealerweise sollte es Geschlechtervielfalt in allen Bereichen geben - in jedem Team, bei allen Projekten, in allen Vergütungsgruppen, aber auch in unserer Sprache und bei der Bildauswahl. Und wenn dann irgendwann bei unserer Neujahrsansprache nicht nur Männer die Reden halten, dann sind wir ein großes Stück weiter gekommen!

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Der hr engagiert sich für Vielfalt und Toleranz. Hier finden Sie mehr Informationen zur Förderung von Diversität im hr.