Kinder in einer zerbombten Stadt 1945

Am 8. Mai vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Zu diesem Anlass bietet der hr bisher unveröffentliches Bildmaterial und vielseitige Dokumentationsformate im Radio- und Fernsehprogramm sowie online.

"1945 und Ich – 75 Jahre Frieden in Hessen"

1945 und Ich - 75 Jahre Frieden in Hessen

Hessen 1945: Welche Hoffnungen, Ängste und Träume bestimmten das Leben in Hessen? Vor 75 Jahren waren die jetzigen Zeitzeug*innen Kinder. Die 30-minütige Dokumentation "1945 und Ich – 75 Jahre Frieden in Hessen" von Christine Rütten geht den Fragen nach, wie sich die Lebenswirklichkeiten heutiger und damaliger Kinder und Jugendlicher unterscheiden und was die aktuelle Jugend noch vom Krieg weiß. Momentan erlebe unser Land die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, heißt es. Vielleicht lernen wir jetzt neu zu schätzen, was lange selbstverständlich war: 75 Jahre Frieden. Der Film mit zum Teil noch nie gezeigtem Material aus amerikanischen Archiven wird am Sonntag, 10. Mai, im Rahmen eines Programmschwerpunktes um 21.45 Uhr im hr-fernsehen gezeigt.

Unveröffentlichtes Archivmaterial

75 Jahre Kriegsende Hessen Hersfeld-Rotenburg

Ebenfalls zum Teil unveröffentlichtes Archivmaterial ist in zahlreichen YouTube-Clips auf dem Kanal des hr-fernsehens abrufbar. Zu sehen sind Trümmerlandschaften hessischer Großstädte wie Darmstadt, Frankfurt, Kassel oder Wiesbaden sowie das Kriegsende und die beginnende Besatzungszeit in kleineren Städte wie Bad Hersfeld, Bad Nauheim, Bad Orb, Bad Wildungen, Bensheim, Fritzlar, Gernsheim, Hadamar, Herborn, Lich, Oberursel, Seligenstadt, Schlitz, Waldkappel und Wetzlar.

Junge Menschen treffen auf Zeitzeug*innen

Auch die "hessenschau" im hr-fernsehen beschäftigt sich mit 75 Jahren Kriegsende. In einer Wochenserie treffen Zeitzeug*innen und junge Menschen aufeinander und erzählen, was es bedeutet, im Krieg zu leben: zittern im Luftschutzkeller, NS-Terror, Hunger und Kriegsgefangenschaft. Die persönlichen Erlebnisse der Zeitzeug*innen geben den Jugendlichen Einblicke, die so nicht im Geschichtsbuch zu finden sind.

Gespräche, Vortrag und Hörspiel in hr2-kultur

Wolfgang Borchert

Am Freitag, 8. Mai, ist der 1983 geborene Historiker Valentin Schneider zu Gast im "Doppelkopf". Er erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen in der französischen Normandie, wo das Kriegsgeschehen bis heute lebendig wirkt. Gerhard Wiese erinnert sich in der "Kulturszene Hessen" am Samstag, 9. Mai. Der 92-Jährige ist der letzte, noch lebende Ankläger der Auschwitz-Prozesse. Als junger Staatsanwalt hatte er die Anklageschriften mitverfasst und die Plädoyers gegen einige Täter gehalten. Am Sonntag, 10. Mai, nähert sich das Hörspiel "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1947 künstlerisch dem Thema Kriegsheimkehrer. Diese und weitere Angebote sind (nach den Sendungen) im Podcast-Angebot auf hr2.de abrufbar.