Collage hr2LiveTheater Corona-Edition 2020

Sie sind das erste Ensemble, das nach dem Lockdown unter strengen Hygienemaßnahmen wieder auf einer Theaterbühne stand. hr-Moderator und Schauspieler Klaus Krückemeyer über bange Gefühle, zuversichtliche Pläne und ein dankbares Publikum.

hr.de: Das Staatstheater Wiesbaden hat Sie als Leiter des hr2-RadioLiveTheaters gefragt, ob sie als Gastensemble auftreten möchten. Welche Bedenken hatten Sie und die Kolleg*innen und wie kam es zu der Entscheidung, die Vorstellung zu spielen?

Klaus Krückemeyer: Anfangs hatte ich natürlich diverse Bedenken, da es sich ja um ganz unterschiedliche, individuelle Gründe handelt, warum jemand wieder auf die Bühne möchte oder doch eher nicht. Ich habe die Anfrage des Staatstheaters an alle Ensemblemitglieder weitergeleitet und gebeten, sich darüber Gedanken zu machen und mit der Familie darüber zu beraten. Egal ob Zu- oder Absage, das Theater und ich hätten jede Antwort akzeptiert. Umso überraschter war ich, dass das gesamte Team innerhalb von zwei Tagen zugesagt hat, dabei zu sein. Wahrscheinlich kann man getrost sagen: Das war kein normaler Theaterabend.

Wie sah die Corona-Choreografie aus, die das Ensemble und das Publikum vollführen mussten?

RadioLiveTheater

Es war ein ganz besonderer Abend, den wir alle nie vergessen werden. Alle Akteure auf der Bühne waren aufgeregt und nervös, wieder vor Publikum auf der Bühne zu stehen und zu testen, wie und was unter den aktuellen Maßnahmen möglich ist. Bis zum Auftritt mussten alle ihren Mund- und Nasenschutz tragen, jeder hatte eine eigene Garderobe, wo regelmäßig alle Klinken desinfiziert wurden. Auf der Bühne war für uns alles wie gewohnt, da wir im Live-Hörspiel keinen körperlichen Kontakt untereinander haben. Jeder steht an seinem Mikrofon, spricht und spielt nach vorne. Einen sonst ausverkauften Zuschauerraum, aber nur mit so wenigen vereinzelten Besuchern zu sehen und zu hören, war schon eigenartig.

Welcher war der Moment des Abends?

RadioLiveTheater

Die Reaktion des Publikums als ich am Ende der Vorstellung fragte, ob sich eine Vorstellung unter diesen Bedingungen gelohnt hätte und wiederholt werden solle. Da erhobt sich das gesamte Publikum und spendete begeistert und dankbar minutenlagen Applaus.