Wahlurne

Nachdem in der Rundfunkratssitzung am 29. Oktober die Wahl eines neuen Intendanten oder einer neuen Intendantin in drei Wahlgängen mit jeweils einem Patt endete, wird am 3. Dezember erneut gewählt. Die beiden Kandidaten, die am 29. Oktober zur Wahl standen - Florian Hager und Stephanie Weber - haben sich zwischenzeitlich dahingehend erklärt, dass sie auch weiterhin für das Amt zur Verfügung stehen. Ein Überblick.

Wie wird man hr-Intendant beziehungsweise hr-Intendantin?

Der hr-Intendant, die hr-Intendantin wird von den Mitgliedern des Rundfunkrats mit einfacher Mehrheit für fünf bis neun Jahre gewählt. Für die Wahl hat der Rundfunkrat eine zehnköpfige Findungskommission eingesetzt. Die Findungskommission wurde unter anderem damit beauftragt, einen Verfahrensvorschlag zu erarbeiten und dem Rundfunkrat Wahlvorschläge zu unterbreiten. Diese Findungskommission nahm im April ihre Arbeit auf.  

Alle Mitglieder des hr-Rundfunkrats konnten zunächst gegenüber der Findungskommission mögliche Kandidaten und Kandidatinnen für die Intendantennachfolge benennen. Außerdem wurden alle Bewerbungen, die schriftlich an den Rundfunkrat gerichtet wurden, allen Rundfunkratsmitgliedern bekannt gemacht. In einem mehrstufigen Auswahlprozess, der von einer Personalberatung professionell begleitet wurde, hat die Findungskommission bis Ende September einen Kandidaten und eine Kandidatin ausgewählt und dem Rundfunkrat für die Wahl am 29. Oktober vorgeschlagen.

Wer steht am 3. Dezember zur Wahl?

Nach einem Patt mit 16 Stimmen für die beiden Kandidaten in den ersten drei Wahlgängen am 29. Oktober kommt es zu einer neuen Wahl in der nächsten Rundfunkratssitzung am 3. Dezember. Die Findungskommission wurde vom Rundfunkrat erneut beauftragt.  Bis zum Beginn der Wahl besteht für die Mitglieder des Rundfunkrats erneut die Möglichkeit, zusätzlich zu den beiden von der Findungskommission vorgeschlagenen Kandidatinnen / Kandidaten weitere Wahlvorschläge einzubringen. Gewählt werden kann nur, wer durch die Findungskommission oder durch mindestens ein Mitglied des Rundfunkrats zur Wahl vorgeschlagen wird.

Welche Kandidatin und welchen Kandidaten hat die Findungskommission für die Wahl vorgeschlagen?

Florian Hager, geboren am 17. April 1976 in Aalen, studierte Medientechnik, Informatik und Multimedia an der Hochschule der Medien in Stuttgart sowie Publizistik und Filmwissenschaft in Paris und Mainz. Er arbeitete als Referent des Arte-Präsidenten sowie des Direktors für Europäische Satellitenprogramme beim ZDF. Hager war im Anschluss stellvertretender Programmdirektor sowie Hauptabteilungsleiter Programmplanung TV und Web bei Arte in Straßburg. 2015 wurde Hager Gründungsgeschäftsführer von funk, dem Jugendangebot von ARD und ZDF. Seit 2020 gestaltet Hager als stellvertretender Programmdirektor und Channel Manager die ARD Mediathek.

Stephanie Weber, geboren am 29. Oktober 1971 in Saarlouis, ist seit Januar 2021 Betriebsdirektorin des hr. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und wissenschaftlicher Tätigkeit am Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität des Saarlandes wechselte sie 1999 zum Saarländischen Rundfunk (SR). Dort betreute sie im Justiziariat unter anderem die Rechtsgebiete Rundfunkverfassungsrecht, Programmrecht sowie Urheber-, Vertrags- und Arbeitsrecht. Von 2011 bis 2016 war Weber stellvertretende Justiziarin des SR. 2017 übernahm sie die Funktion der Verwaltungs- und Betriebsdirektorin des SR und verantwortete die Bereiche Finanzen, Technik, Personal sowie Honorare und Lizenzen, bis sie 2021 zum hr wechselte.

Waren neben Florian Hager und Stephanie Weber auch andere Kandidaten und Kandidatinnen im Gespräch?

Ja, die Findungskommission hat in einem mehrstufigen Verfahren alle Bewerbungen sowie die von Mitgliedern des Rundfunkrats benannten möglichen Kandidaten und Kandidatinnen geprüft und daraufhin mit zahlreichen möglichen Kandidatinnen und Kandidaten Gespräche geführt.

Wie ist die Findungskommission zusammengesetzt?

Sie besteht aus zehn Personen: den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden von Rundfunk- und Verwaltungsrat sowie den Vorsitzenden der Ausschüsse beider Gremien. Sie wurde vom Rundfunkratsvorsitzenden Rolf Müller geleitet.

Wer ist Mitglied im hr-Rundfunkrat?

Die 32 Mitglieder des Rundfunkrats werden entsandt. Um die Bandbreite des gesellschaftlichen Lebens in Hessen zu spiegeln, entsenden unterschiedliche gesellschaftliche, weltanschauliche und politische Organisationen und Gruppen jeweils einen Repräsentanten. Die Zusammensetzung des Rundfunkrats ist in Paragraf 5 des Gesetzes über den Hessischen Rundfunk [PDF - 86kb] geregelt, das wiederum vom Hessischen Landtag beschlossen wird. Der Rundfunkrat konstituiert sich alle vier Jahre neu. Die Mitglieder vertreten im Rundfunkrat die Interessen der Allgemeinheit.

Was macht der Rundfunkrat?

Der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks vertritt die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger in Hessen. Das vielfältige Gremium überwacht, ob der Hessische Rundfunk seine gesetzlich vorgegebenen Aufgaben erfüllt und berät den Intendanten oder die Intendantin in allgemeinen Programmangelegenheiten. Der Rundfunkrat ist das wichtigste Kontrollorgan einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Wahl des Intendanten, der Intendantin.

Wie läuft die Wahl ab?

Der Rundfunkrat wählt den künftigen Intendanten, die künftige Intendantin in seiner Rundfunkratssitzung, voraussichtlich in geheimer Wahl. Laut § 16 Abs. 1 hr-Gesetz wird die Intendantin oder der Intendant vom Rundfunkrat für fünf bis neun Jahre mit einfacher Mehrheit gewählt. Über die Dauer der Amtszeit entscheidet der Rundfunkrat unmittelbar nach der Wahl.  Nachdem sich das Gremium in der Sitzung am 29. Oktober in drei Wahlgängen nicht mehrheitlich für einen Kandidaten, eine Kandidatin entscheiden konnte, wird in der Sitzung am 3. Dezember erneut gewählt. Gemäß der Geschäftsordnung des Rundfunkrats wird es nach dem ersten Wahlgang bis zu zwei Stichwahlen zwischen den Kandidaten / Kandidatinnen geben, sollte im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit nicht zustande kommen. Zusätzlich zu den beiden bereits vorgeschlagenen Kandidatinnen / Kandidaten können alle Rundfunkratsmitglieder nun neue Wahlvorschläge einreichen.

Warum ist die Wahl nicht öffentlich?

Mit Ausnahme der Öffentlichen Hauptversammlung sind Sitzungen des hr-Rundfunkrats in der Regel nicht öffentlich. So auch die Sitzung am 3. Dezember, bei der die Wahl eines Intendanten, einer Intendantin auf der Tagesordnung steht.

Weitere Informationen

Pressemitteilung

Intendantenwahl vorerst ohne Ergebnis

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