Die Feuerwehrleute Jörg Gerber, Manuel Neumann und Andy Glaw im Einsatz.

Eine Wand aus Rauch, schweres Atmen, Hitze, die unerträglich wird. Unmittelbar erleben, was Einsatzkräfte der Feuerwehr leisten, das ist das Ziel der neuen hr-Reportage "1000 Grad - Feuerwehr hautnah". Bodycams an der Ausrüstung der Einsatzkräfte vermitteln den Eindruck, man sei direkt vor Ort. Drei Monate lang wurden so einzigartige Aufnahmen erstellt. Wir waren bei der Preview bei der Feuerwehr Offenbach dabei.

"Plötzlich steht man im Fokus, das ist verrückt", sagt Jörg Gerber, überwältigt von dem Filmmaterial, das er gerade zum ersten Mal gesehen hat. Der Hauptbrandmeister hat sich gemeinsam mit seinem Team, der Wachgruppe 2 der Berufsfeuerwehr Offenbach die Preview von "1000 Grad: Feuerwehr hautnah" angesehen und ist überwältigt. "Das ist ja unsere tägliche Arbeit, die man da sehen kann. Da denkt man gar nicht allzu viel darüber nach, man macht einfach", sagt er. Genau das, genau dieses Nicht-nachdenken, das echte Leben als Einsatzkraft – das ist es, was hr-Autor Friso Richter mit der neuen Reportage zeigen wollte: "Ich wollte noch näher dran sein – sowohl im Einsatz, als auch an den Personen."

Sehen, wie es wirklich ist

Hauptbrandmeister Jörg Gerber Berufsfeuerwehr Offenbach

Mitfühlen - erleben, was es heißt, gleich keinen Sauerstoff mehr im Atemschutzgerät zu haben, die Sekunden ticken zu hören, wenn der Rauch immer dichter wird, das wollte das hr-Team erreichen. Dazu haben sieben Videojournalisten die Wachgruppe in wechselnden Schichten drei Monate lang begleitet. Wenn der Alarm kam, schnappten sie sich ihre Kamera und fuhren mit zur Einsatzstelle. Die angespannte Ungewissheit im Fahrzeug, Absprachen vor Ort, das Ausrollen der Schläuche – alles hielten sie fest. Und selbst da war nicht Schluss: Bodycams, die an der Ausrüstung der Einsatzkräfte befestigt wurden, filmten alles, was die Brandbekämpfer vor Ort erlebten. Eine echte Besonderheit unter den Feuerwehr-Reportagen, sagt auch Hauptbrandmeister Stefan Kröller: "Sonst schaut man der Feuerwehr in solchen Reportagen zwar über die Schulter, aber eben immer nur bis zu einem gewissen Punkt. Das ist hier anders. Hier erlebt man mit, wie es wirklich ist." Und so braucht es starke Nerven, wenn man sich die Pilotfolgen der Reportage ansieht. Denn was man hier erlebt, ist ungeschönt. Wenn es im Einsatz laut ist – Sirenen, Schreie, Funksprüche – dann ist es laut. Wenn die Sicht schlecht ist – Rauch, verschlossene Türen, plötzliche Dunkelheit – dann sieht man auch als Zuschauer nichts. Man schlüpft quasi in die Rolle der Einsatzkraft und ist dabei, wenn es wirklich brennt.

Eine besondere Herausforderung

Hauptbrandmeister Stefan Kröller Berufsfeuerwehr Offenbach

Drei Monate lang arbeiteten ein Team des hr und die Mitglieder der Wachgruppe 2 aus Offenbach Seite an Seite – eine ganz besondere Situation für alle Beteiligten. "Klar ist das erstmal befremdlich, wenn man im Einsatz ist und plötzlich werden einem Fragen gestellt zu Dingen, die man für selbstverständlich hält", berichtet Feuerwehrmann Stefan Kröller. Gestört habe das hr-Team nie, sagt auch Jörg Gerber, trotzdem seien die Dreharbeiten eine Herausforderung gewesen. Auch für die VJs vom hr, weiß Autor Friso Richter: "Man muss sich das einmal vorstellen: Da kommt ein Alarm, alle sind in Eile und dann muss man nicht nur sofort parat stehen, sondern auch das Equipment bereit machen, um nicht die wichtigsten Aufnahmen zu verpassen. Man weiß ja nie, was passiert."

Auch im Nachgang, als Friso Richter gemeinsam mit Cutter Lars Kuhnt das Material gesichtet hat, gab es spezielle Herausforderungen: "Als wir zum Beispiel zwei Stunden lang Bilder der Bodycams aus einem komplett verrauchten Keller angeschaut haben, war uns danach erstmal schlecht." Trotzdem, oder gerade weil die Herausforderungen so besonders waren, sind Friso Richter und sein Team stolz auf das Ergebnis. Genau wie die Mitglieder der Berufsfeuerwehr Offenbach, wie Feuerwehramtsleiter Uwe Sauer bei der Preview sagt: "Wir sind stolz auf unser tolles Team und darauf, dass wir für diese Produktion ausgewählt wurden. Danke, dass Ihr uns so toll dargestellt habt."

Die Sendung "1000 Grad: Feuerwehr hautnah" ist ab sofort online abrufbar. Das hr-Fernsehen zeigt die Reportage am Mittwoch, 15.01. um 21:00 Uhr und am Mittwoch, 22.01., ebenfalls um 21:00 Uhr.