Hände

In Frankfurt findet Mitte Mai - in diesem Jahr digital und dezentral - der 3. Ökumenische Kirchentag statt. Die hr1-Sonntagsgedanken thematisieren aktuell zentrale (Streit)Fragen zwischen Katholiken und Protestanten. hr-Redakteur Lothar Bauerochse über Trennendes und die große Sehnsucht nach Gemeinsamkeit.

"Wie hältst Du’s mit dem Abendmahl?" Wenn katholische und evangelische Christen und Christinnen sich über ihren Glauben und die Unterschiede zwischen ihren Kirchen unterhalten, dann ist das eine "heiße" Frage. Denn nirgendwo wird deutlicher, wie tiefgreifend noch die Trennung ist. Nirgendwo ist zugleich die Sehnsucht größer, diese Trennung endlich zu überwinden.

Und es sind ja keineswegs nur die Theologen und Theologinnen, die mit dieser Trennung kämpfen. Der Spalt durchzieht manchmal Familien, wenn sie zur katholischen Kirche gehört und er evangelisch getauft ist. Können dann beide gemeinsam zum Abendmahl gehen? Eigentlich nicht. Oder tun sie es einfach – ganz egal, was die offizielle Lehre ist? Viele setzen sich längst darüber hinweg, was offiziell noch fein auseinandergehalten wird.

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Was trennt und was verbindet?

Miteinander statt übereinander reden: Vier katholisch-evangelische Duos gehen vom 2. Mai bis zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags am 16. Mai essenziellen und kritischen Fragen nach. Zur Programmübersicht der "hr1-Sonntagsgedanken"

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"Wie hältst Du’s mit dem Abendmahl?" Das ist eine der Fragen, die kirchliche hr-Autor*innen in einer kleinen Reihe in den hr1-Sonntagsgedanken vor dem anstehenden 3. Ökumenischen Kirchentag diskutieren. Die katholische Theologin Stephanie Rieth und der evangelische Pfarrer Martin Vorländer erklären dabei erst mal ganz viel: Warum heißt es bei den Protestanten Abendmahl und bei den Katholiken Eucharistie? Warum darf in der katholischen Messe nur ein geweihter Priester die Eucharistie feiern? Warum gilt evangelischerseits die Einladung allen Christen, katholischerseits aber nicht. Und die beiden zeigen ganz offen, wie sehr die Trennung schmerzt. Alle an einem großen Tisch – was wir bei einem großen Fest genießen, das wäre doch in der Kirche toll. Beide treibt die Sehnsucht, die Trennung zu überwinden. Und es gibt ja auch Hoffnungszeichen. Beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt werden in knapp zwei Wochen die Konfessionen unterschiedliche Abendmahlsgottesdienste feiern. Aber, und das ist neu, sie werden ausdrücklich alle Christ*innen einladen, unabhängig von ihrer Konfession. Auch, um hinzuschauen, wahrzunehmen, wie andere das Abendmahl feiern und was es ihnen bedeutet.

Damit beginnen letztlich die eigentlichen ökumenischen Fortschritte: Hinschauen, den anderen wahrnehmen, verstehen was sie oder ihn geprägt hat und wo der gemeinsame Weg hinführen kann. Denn: Ökumene heißt: Ich sehe Dich.

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Zum Artikel auf hr2.de "Wir möchten sichtbar sein in dieser Krise" | Bettina Limperg über den 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt

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