Jugendlicher hält sich ein Blatt mit einem aufgedruckten Fragezeichen vor das Gesicht

"Und, was willst du mal werden?" Manche wissen das schon mit fünf, andere haben mit 20 noch keine Idee. Eine Möglichkeit: Über Angebote wie den "Girls‘ und Boys‘ Day" bei Unternehmen reinschnuppern. Das haben am Donnerstag 180 Jugendliche bei uns im hr gemacht – diesmal natürlich virtuell. Und es gibt noch mehr Wege, um herauszufinden, welcher Job zu einem passt. Unsere Profis aus der Personalabteilung haben vier Tipps für Berufsstarter – und einen für Eltern.

1. Sich selbst besser kennenlernen

Indem man die "eigene Brille" absetzt und eine andere aufsetzt: Mit Freunden, Eltern und Familie reden – wie siehst du mich? Was kann ich in deinen Augen gut? Was schätzt du an mir? Gut ist es auch, sich mit Menschen unterhalten, die einem nicht so nahestehen, aber die man mag. Die entdecken vielleicht Stärken und Vorlieben, die einem selbst ganz normal vorkommen. Kein Bock auf Reden? Manchmal reicht es schon, sich zu überlegen, was der Vater oder die beste Freundin über einen sagen würde, um sich selbst besser kennenzulernen.  

2. Mit Leichtigkeit reingehen
Die Entscheidung für ein Praktikum und auch die für eine Ausbildung ist keine Entscheidung fürs Leben. Erst Bürokauffrau lernen und dann doch Maschinenbau studieren – warum nicht? Auch duale Ausbildungen sind eine tolle Sache. Man dümpelt nicht so vor sich hin, sondern schnuppert schon mal in etwas rein und merkt immer deutlicher, was man will und was einem nicht so liegt.  

3. Auch bei der Berufswahl rebellieren
Alle in der Familie haben Jura studiert und du hast eine heimliche Leidenschaft fürs Kochen? Probier’s aus! Auch wenn es bequem ist: Nicht nur in Unternehmen reinschauen, bei denen die Eltern arbeiten oder die man aus der Familie schon kennt. Was machen die Eltern von anderen? An welchen Betrieben oder Geschäften komme ich immer vorbei, weiß aber gar nicht, was hinter den Mauern passiert? Offen sein für Überraschungen! 

4. Alle Angebote nutzen
Girls‘ und Boys‘ Day, Praktika, Ferienjobs, Berufsberatung, Azubi-Infotag – mitnehmen, was geht!  

5. Unser Tipp an die Eltern
Begegnen Sie den Berufswünschen Ihrer Kinder mit großer Offenheit. Auch wenn Ihnen die eine oder andere Idee erstmal befremdlich vorkommt. Geben Sie Ihren Kindern die Chance, selbst herauszufinden, was ihnen liegt und gefällt - und versuchen Sie zu respektieren, dass es vielleicht ganz andere Wünsche und Vorstellungen sind als die eigenen.  

Collage zweier Portaitaufnahmen: Antonia Ansari und Jürgen Brzoka

Die Tipps kommen von den Personal-Profis Antonia Ansari und Jürgen Brzoska. Die beiden hr-Mitarbeiter*innen sprechen auch aus persönlicher Erfahrung: Antonia Ansari hat erst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht und dann Betriebswirtschaft studiert. Jürgen Brzoska wusste mit 25 noch nicht, wo es beruflich langgeht – nach einem Praktikum bei einem TV-Sender während seines Sportstudiums war es klar. Er wurde Journalist.

Karriere im Hessischen Rundfunk