Lisa Geßner

Seit November 2014 ist Lisa Geßner hr-Regionalreporterin für den hr. Sie berichtet von Limburg aus über ihrer Heimat, den gesamten Kreis Limburg-Weilburg.

hr.de: Was macht Limburg als Berichterstattungsgebiet so interessant?

Lisa Geßner: Die Vielfalt an Themen: Am Landgericht werden spannende Fälle verhandelt – von Mord über Untreue im Millionenbereich bis hin zu kleineren Fällen mit Schlägereien nach einem Diskothekenbesuch. Das Bistum ist im Umbruch, im Wandel. Kulturell hat Limburg auch einiges zu bieten. Und – natürlich – die Menschen im Kreis Limburg-Weilburg, die viel zu erzählen haben und sich freuen, wenn ihnen jemand zuhört.

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Kontakt

Telefon: +49 (0)6482 919 3454
E-Mail: Lisa.Gessner@hr.de
sowie Limburg@hr.de

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Was von der Affäre um den Bischof Tebartz-van Elst ist in Limburg heute noch zu spüren?

Er hat in Limburg verbrannte Erde hinterlassen, was das Vertrauen in die Kirche angeht. Die kommissarische, zwischenzeitliche Bistumsleitung hat versucht, das nach und nach aufzuarbeiten und die restlichen kleinen Feuerstellen auszutreten, die Asche zusammenzukehren. Und die Limburger haben diese Bemühungen auch gespürt, langsam wieder zurückgefunden und den neuen Limburger Bischof Georg Bätzing dann mit offenen Armen, herzlich und fast sehnsüchtig empfangen. Die Hoffnungen und Wünsche an ihn sind zahlreich – mal sehen, wie er in den kommenden Jahren damit umgehen wird.

Welche Themen treiben die Menschen in Limburg sonst noch um?

Die Überalterung im Kreis ist ein Problem, wie auch das Dorfsterben und die hohen Mietpreise in Limburg. In der Stadt wird vermutlich noch einige Zeit über die Vergrößerung des St.-Vincenz-Krankenhauses gestritten oder darum, an welchen Stellen weiter gespart werden muss.

Als viele Geflüchtete Schutz in Hessen suchten, war auch der Kreis Limburg-Weilburg zwischenzeitlich ins Taumeln geraten, nicht nur was die Unterbringung angeht, sondern auch die Betreuung. Da habe ich ganz viele engagierte Menschen im Kreis kennenlernen dürfen, die ehrenamtlich versuchen, die Flüchtlinge herzlich in ihre Mitte aufzunehmen, sie zu integrieren und ihnen Deutsch beizubringen. Ohne irgendwelche Mittel wie Gelder oder Lehrmaterialen zu haben.

Was lieben Sie in Limburg, was gefällt Ihnen nicht?

Was sich nicht nur durch Limburg, sondern durch den gesamten Kreis zieht, ist die Lahn. Ein wunderbarer kleiner Fluss! Von meiner Wohnung in Villmar aus bin ich zu Fuß innerhalb von zwei Minuten an der Lahn – zum Wandern, zum Paddeln oder einfach nur um die Soundkulisse zu genießen. Das Rauschen des Wassers am Wehr und der Wind, der durch die Bäume zieht – himmlisch! Die Natur hier im Kreis hat wirklich etwas für sich. Genau wie die engen Gässchen der Limburger Altstadt. Aber: Die Verkehrssituation in Limburg ist gerade in den Stoßzeiten ähnlich unerträglich wie in einer Großstadt. Und die Alternative – nämlich über die Autobahn 3 die Stadt zu umfahren – ist zu diesen Zeitpunkten auch keine smarte Lösung, denn auch da: Stau.

Wie würden Sie die Menschen in Limburg beschreiben?

Die Limburger selbst identifizieren sich schon sehr mit ihrer Stadt, vor allem mit ihrer Altstadt und ihrer Geschichte. Und so ist es auch im gesamten Kreis – in Weilburg ist das ebenso anzutreffen wie in Bad Camberg oder in Runkel. Das sind Städte mit langer Tradition und schönen Altstädten, auf deren Erhalt und Bewahrung auch viel Wert gelegt wird. Nebenbei: Runkel ist ein echter Geheimtipp für einen Kurzausflug an einem sonnigen Frühsommertag.

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Lebenslauf

Lisa Geßner wurde 1990 in Weilburg geboren. Sie absolvierte ein Bachelor-Studium an der Goethe-Universität in Frankfurt in Politikwissenschaft, Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie. Seit 2012 studiert sie an der Justus-Liebig-Universität Gießen "Gesellschaft und Kulturen der Moderne" (Master). Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie in Praktika unter anderem bei FFH, hr1, RTL und beim ZDF. Seit September 2014 arbeitet sie im Reporterpool des hr, seit November 2014 ist sie Regionalreporterin in Limburg.

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