Thomas Korte

Seit 1990 berichtet Thomas Korte aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Langweilig ist dem dienstältesten Regionalkorrespondenten dabei nie geworden. "Ich bin Reporter mit Leib und Seele." Da kommt es ihm ganz gelegen, dass die Menschen in seiner Region genauso neugierig sind wie er.

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E-Mail: Thomas.Korte@hr.de
sowie Korbach@hr.de

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hr.de: Das Skispringen in Willingen zieht jedes Jahr Zehntausende in Ihr Berichtsgebiet. Hat es Ihnen schon mal in den Füßen gejuckt, einen Sprung von der weltgrößten Schanze zu wagen?

Thomas Korte: Ich bin für fast alles zu haben und mache wirklich viel für meine Berichterstattung – wenn auch manchmal mit Zittern in den Knien und in der Stimme: Fallschirmspringen in Calden, Tauchen im Edersee oder Livereportagen aus dem Klettergarten. Aber einen Sprung von der Skischanze würde ich nicht für eine Million Euro machen! Wenn man dort oben im Adlerhorst der Mühlenkopfschanze steht, sieht man ja noch nicht einmal das Ziel.

Was macht Ihr Berichtsgebiet noch interessant?

Natürlich der Edersee, ein Klein-Atlantis mit regelmäßig auftauchenden versunkenen Dörfern, und der Nationalpark Kellerwald, dessen Entwicklung mich stark berührt hat. Die Nutzung und der Schutz des Vorzeigeprojekts führten immer wieder zu Auseinandersetzungen. Die Region ist sehr ländlich geprägt, das spiegelt sich auch in den Themen.

Welche Themen sind das? Was treibt Sie und die Menschen in Ihrem Berichtsgebiet um?

Tourismus und wirtschaftliche Interessen stehen bei den politischen Auseinandersetzungen um den Edersee im Vordergrund. Abwanderung ist ein großes Thema. Auch unsere vier Kinder sind nicht in der Region geblieben. Und der Verkehr: Wir haben hier keine Autobahn direkt vor der Tür. Das hat Vor- und Nachteile. Wenn ich nach Frankfurt fahre, muss ich erst mal bis Marburg über Landstraßen fahren. Ein Jobticket nutzt hier wenig, man kommt einfach nicht mit dem Bus zum Interviewpartner. Auch die technische Versorgung ist in diesem ländlichen Gebiet ein Thema. Ich erlebe selbst, wie wichtig eine vernünftige Internet-Anbindung ist.

Was lieben Sie an Ihrer Region?

Das Upland, auch genannt das "Land der tausend Hügel", mit tollem Blick über das Mittelgebirge. Dort war ich gerade am Sonntag wandern. Meine Lieblingsorte sind auch die, über die ich oft und gern berichte: der Nationalpark Kellerwald oder der Edersee etwa. Wenn es um die Region geht, bin ich mit Herzblut dabei, und ich glaube, das merken die Hörer auch.

Was vermissen Sie?

Ein gutes Kino. Es gibt hier natürlich welche, aber nicht gerade vor der Haustür. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sind im ländlichen Bereich eingeschränkter. Viele fahren dafür nach Kassel, Paderborn oder Marburg.

Wie würden Sie die Menschen in Ihrem Berichtsgebiet charakterisieren?

Es heißt, in "Hessisch-Sibirien" sei man dickköpfig und stur. Aber das empfinde ich nicht so. Ich erlebe eine gewisse Neugierde, die Menschen hier wollen viel wissen und stellen gerne Fragen. Sie sind vielleicht kantig, aber warmherzig, feinfühlig, interessiert und mit großer Bereitschaft zum Gespräch. Das kommt mir natürlich als Reporter zugute. Ich muss in den ersten 60 Sekunden eines Gesprächs Vertrauen schaffen – und das gelingt meistens.

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Lebenslauf

Thomas Korte, Jahrgang 1955, Studium der Germanistik, Publizistik und Pädagogik (M.A.) an der Universität Münster. Mitarbeit beim WDR und anderen Medien. Hauptamtlicher Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei einem bundesweiten Pfadfinderverband. Seit 1990 Fester Freier beim hr, Reporter, früher auch Moderator und Planer im hr4-Regionalprogramm Studio Kassel, und Regionalreporter für den Landkreis Waldeck-Frankenberg. Berichtet aus dem hr-Ministudio von Korbach aus über die Region, seit 2002 zusätzlich auch als Videoreporter.

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