1945 und Ich - 75 Jahre Frieden in Hessen

Was bedeuten 75 Jahre Frieden - für die Überlebenden des Nationalsozialismus und für die heutige Enkelgeneration? Und was bedeutet Erinnerung?

Montag, 28.09.2020, 07:15 Uhr

1945 und ich: 75 Jahre Frieden in Hessen
hr 29'14''

Viele Nächte durchlebte die 14jährige Ilse Brillof im Luftschutzkeller: „Ich habe meinen Kopf in den Schoß meiner Mutter gelegt und die hat laut geschrien.“ Fritz Neuschäfer wurde kurz vor Kriegsende noch Soldat: „Wenn du dich nicht meldest, stellen sie dich an die Wand - das musst du mit 16 Jahren erst mal verkraften.“ Walter Hofferbert war 23, als er in russische Gefangenschaft geriet. Er träumt noch heute davon: „Was ein Stück Brot wert ist, erlebt man erst, wenn man so lange gehungert hat.“ 1945 war der Krieg endlich vorbei, doch der Neuanfang im Frieden alles andere als leicht: Ausgangssperre, Trümmerleben und immer noch Hunger. Welche Ängste, Träume, Hoffnungen bestimmten das Leben in Hessen? Die davon noch erzählen können, waren damals Kinder. Wie unterscheidet sich ihre Lebenswirklichkeit von der heutiger Kinder und Jugendlicher? Was wissen die Jungen noch vom Krieg? Von den Großeltern? Im Film treffen einige der letzten Zeitzeug*innen und die Enkelgeneration aufeinander. Gerade erlebe unser Land die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, heißt es. Lernen wir jetzt neu zu schätzen, was uns lange selbstverständlich war: 75 Jahre Frieden.

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Dienstag, 29.09.2020, 07:15 Uhr

Leben nach dem Überleben: Die Literatin Ruth Klüger
WDR 28'56''

"Weiter leben. Eine Jugend" – so hieß das erste Buch der aus Österreich stammenden amerikanischen Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger. 1992 erschien es auf dem deutschsprachigen Buchmarkt und war sofort ein Bestseller und gehört inzwischen zum Bildungskanon in Deutschland. Klüger erzählt in unpathetischer Weise darin ihre Geschichte. Die Geschichte eines jüdischen Kindes im Wien der 1930er Jahre, wo sie Heimat und Identität verliert. Im Alter von 11 Jahren wird sie deportiert – erst nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz-Birkenau, zuletzt in das Lager Christianstadt, von wo sie im Februar 1945 gemeinsam mit ihrer Mutter flieht. Heute zählt Ruth Klüger zu den anerkanntesten Literaturwissenschaftlerinnen und Germanistinnen der USA, sie ist Professorin in Göttingen. Ihre Werke sind aus dem Deutsch- und Geschichtsunterricht nicht mehr wegzudenken.

Mittwoch, 30.09.2020, 07:15 Uhr

Die NS-Zeit
aus: Was geht mich das an?
WDR 28'59''

Manchmal machen ganz alltägliche Entscheidungen Geschichte. Eine junge Frau sucht in unsicheren Zeiten das Wir-Gefühl – und schaut weg, als ganz normale Leute in der Nazi-Zeit ausgegrenzt und getötet werden. Sie will sich ihr kleines Stück Leben, Ordnung, Zufriedenheit bewahren und unterstützt damit ein Terrorregime. Solche Lebenswege haben Geschichte geschrieben – aber angefangen hat alles mit Fragen, die uns heute ähnlich begegnen könnten, und mit ganz menschlichen Entscheidungen. Die Zuschauer erleben Geschichte aus der Ich-Perspektive. Unmittelbar und emotional: Die fiktive NS-Mitläuferin, gespielt von Judith Neumann, erzählt von den Entscheidungen, die ihr Leben verändert haben: Konnte man wirklich dem rassistischen Wahn des NS-Regimes nichts entgegensetzen? Macht sich schuldig, wer nichts tut? Wie kann Ideologie das Handeln und Denken eines Einzelnen verändern? Die Mitläuferin schafft die Verbindung aus dem Schwarz-Weiß des Geschichtsarchivs hinein in unsere Gegenwart: Wie würde ich heute handeln? Hätte die Vergangenheit auch anders verlaufen können? Die Erzählung wird ergänzt durch beeindruckendes Archivmaterial und Interviews mit den Historikern Kathrin Kollmeier und Sascha Lange.

Donnerstag, 01.10.2020, 07:15 Uhr

Expedition Senckenberg: Mit Forschern unterwegs in Hessen
hr, 29'40"

Die Wissenschaftler der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung arbeiten auf allen Erdteilen. Diesmal aber nimmt uns der junge Biologe, Fotograf, Forschungstaucher, Kameramann und Abenteurer Robert Marc Lehmann mit in die hessische Welt von Senckenberg. Er trifft Gewässerökologen aus Gelnhausen, macht mit Archäologen in der Grube Messel außergewöhnliche Entdeckungen und ist in der Umgebung Frankfurts mit Senckenberg-Biologen dem in Deutschland am meisten gefährdeten Säugetier, dem Feldhamster, auf der Spur. Nicht nur ferne Naturräume, auch die hessischen Regionen bieten den Wissenschaftlern spannende und vielseitige Herausforderungen für ihre Forschungen.

Freitag, 02.10.202, 07:15 Uhr

Dossier: Erinnerung
Autor: Alexander Stenzel
hr 28'33''

"Dossier: Erinnerung" fragt, wie die Generation "Facebook" mit ihrer Erinnerung umgeht, wie ein Nobelpreisträger das Gedächtnis erklärt, wer entscheidet, was in den Archiven aufbewahrt wird und warum man sich nach der "guten alten Zeit" zurücksehnt.
"Dossier", das Wissens- und Bildungsmagazin des hr-fernsehens, präsentiert in jeder Sendung ein spannendes Thema aus vier verschiedenen Blickwinkeln und stellt es facettenreich und alltagsnah unter möglichen Aspekten wie Technik, Jugendkultur oder Geschichte dar.

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