Joachim Meißner und Markus Pleimfeldner (re.).
Organisieren den hr-Medientag: Joachim Meißner (hr-Redakteur) und Markus Pleimfeldner (Netzwerk Rundfunk und Schule im hr, rechts). Bild © hr/Daniela Sommer

Wie produziert man eine Fernsehsendung? Was sind die Aufgaben der Morgen-Moderatorin im Radio? Beim Jugendmedientag "COME ON" am 30. Oktober schauen 175 Jugendliche ab Klasse 8 aus acht hessischen Schulen hinter die hr-Kulissen. Was sie erwartet, erzählen die beiden Organisatoren Markus Pleimfeldner und Joachim Meißner.

"COME ON"– das klingt nach einer Aufforderung!

Joachim Meißner: Genau so ist es auch gemeint. Wir laden die Jugendlichen ein, uns kennenzulernen. Wir möchten ihnen zeigen, wie wir arbeiten, etwa wie wir recherchieren und welche Quellen wir nutzen, um ein qualitativ hochwertiges, verlässliches Programm zu machen. Nur wenn die Jugendlichen einen Einblick bekommen, können sie sich eine eigene Meinung über den hr und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bilden.

Wie wichtig ist das in Zeiten, in denen den öffentlich-rechtlichen Sendern vorgeworfen wird, zu manipulieren?

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175 Schülerinnen und Schüler schauen hinter die Kulissen beim Hessischen Rundfunk Bild © hr

Markus Pleimfeldner: Wenn wir dabei helfen, junge Leute zu mündigen Mediennutzern zu machen, können wir diese Vorwürfe entkräften. Dabei macht es keinen Sinn, mit erhobenem Zeigefinger zu erklären, welchen Wert der öffentlich-rechtliche Rundfunk für unsere Demokratie hat. Wir möchten mit den Jugendlichen auf Augenhöhe ins Gespräch kommen und Medienbildung betreiben. Als Koordinator des Hessischen Kultusministeriums für das Netzwerks Rundfunk und Schule habe ich mit dieser Idee beim hr offene Türen eingerannt - "COME ON" ist eine von vielen Kooperationen des hr mit dem Hessischen Kultusministerium, die zu einem bewussten Umgang mit Medien verhelfen.  

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Auch eine Chance für die Programmacher, direktes Feedback der jungen Hörer, Zuschauer und User zu bekommen?

Joachim Meißner: Absolut! Wir erfahren aus erster Hand, was sie bewegt, wofür sie sich interessieren und was sie langweilt. Und wir wünschen uns auch kritische Fragen, möchten ihnen selbst gerne Rede und Antwort stehen. Deshalb haben wir uns bemüht, die einzelnen Gruppen möglichst klein zu halten. Ein Austausch, der für beide Seiten wertvoll ist.

Die Teilnehmer als "Multiplikatoren"?

Markus Pleimfeldner:
Jede Schülerin und jeder Schüler bekommt einen eigenen Stundenplan. So besuchen alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse unterschiedliche Workshops – viele Eindrücke, über die später in der Klasse gesprochen wird. Und natürlich tragen die Jugendlichen ihre Erfahrungen auch über die Schule hinaus. Erleben, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk funktioniert und warum wir ihn auch künftig brauchen – es wäre schön, wenn wir zur Diskussion anregen könnten.

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Welche Schulen machen mit?

Auf hr.de finden Sie alle Infos.

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Wie einfach war es, die hr-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter für das Projekt zu gewinnen?

Joachim Meißner: Das Interesse ist riesig! Alle sind sehr engagiert und zeigen gerne, was wir hier machen. Wir konnten gemeinsam viele tolle Angebote auf die Beine stellen. Dazu gehört auch, dass wir die Jugendlichen auf FUNK aufmerksam machen, damit sie sehen: die Öffentlich-Rechtlichen bieten ein attraktives, zeitgemäßes Angebot, das für sie gemacht ist und sie direkt anspricht. Darüber hinaus war es uns wichtig, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich auch selbst auszuprobieren.

Markus Pleimfeldner:
Die Jugendlichen können Filme drehen, Trailer produzieren, sich als Multimedia-Redakteur versuchen, die Arbeit der hr-Redakteurinnen und -Redakteure kennenlernen. Sie erhalten Einblick in die Ausstattung eines "Tatorts", können den eigens ins Leben gerufenen Instragram-Kanal @hrcomeon und die Webseite hr.de/comeon bestücken. Es geht aber auch um Themen wie Falschmeldungen und Recherche, in einer Schalte interviewen sie einen Auslandskorrespondenten, schreiben eine Pressemeldung und treffen in einem Talk auf YouTube-Star Coldmirror.

3.500 Schülerinnen und Schüler hatten sich beworben – hat Sie diese Resonanz überrascht?

Markus Pleimfeldner:
Sie hat uns überwältigt. Angesichts des großen Interesses wäre es schade, wenn es bei dieser Veranstaltung bliebe. Für einen Großteil der Klassen, die nicht zum Zug gekommen sind, organisieren wir eine "COME ON"-Tour durch Hessen und wollen auch hr-Führungen mit anschließender Diskussion anbieten, bei denen die Jugendlichen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch kommen können.

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Netzwerk Rundfunk und Schule im hr

... ist eine Einrichtung des Hessischen Kultusministeriums zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schule und dem Bildungsprogramm des hr. Bekannte Projekte sind unter anderem "school.fm", "95neuethesen" und "What’s Web". Alle Angebote finden Sie unter hr.de/hr-at-schule.

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