Touristen betrachten  an einem Stück der ehemaligen Berliner Mauer eine Informationstafel.

Berliner Mauer, RAF, Kosovo-Krieg, NS-Zeit – Die Doku-Reihe "Was geht mich das an?" erzählt Geschichte aus einem persönlichen Blickwinkel und schlägt die Brücke ins Jetzt.

Von historischen Lebenswegen und Ereignissen zu den jungen Zuschauern von heute, die sich fragen: "Hätte die Vergangenheit auch anders laufen können?" und "Wie würde ich heute handeln?"

Im Mittelpunkt der vierteiligen Reihe des WDR stehen fiktive Handelnde aus der entsprechenden Zeit. Dargestellt werden sie von den Schauspielern Pit Bukowski ("Die Mauer"), Christian Löber ("Die RAF") Benjamin Schroeder ("Der Kosovo-Krieg") und Judith Neumann ("Die NS-Zeit"). Die Schauspielszenen treten in Dialog mit beeindruckendem Archivmaterial, das die Ereignisse der Zeit aufleben lässt und das die Musik von Elektro-Produzent "Occupanther" emotional in die Gegenwart holt.

Montag, 09.11.2020, 07:20 Uhr

Die Mauer

Manchmal machen ganz alltägliche Entscheidungen Geschichte: Ein junger Mann in der DDR, Anfang 20, will einen Studienplatz – und leistet im Gegenzug Dienst als Grenzsoldat. Er hat große Träume, will etwas erreichen und arrangiert sich mit seinem Staat – immer in Angst, dass er im Namen des Sozialismus auf einen Flüchtenden schießen muss. 1989 bricht die DDR zusammen – und reißt das Leben des Soldaten mit sich. Solche Lebenswege an der deutsch-deutschen Grenze haben Geschichte geschrieben – doch angefangen haben sie mit scheinbar kleinen, ganz menschlichen Entscheidungen, die wir heute ähnlich treffen könnten. Der fiktive Grenzsoldat, gespielt von Pit Bukowski, schafft die Verbindung aus dem Schwarz-Weiß des Geschichtsarchivs hinein in unsere Gegenwart: Wie würde ich heute handeln? Hätte die Vergangenheit auch anders verlaufen können? Die Erzählung wird ergänzt durch beeindruckendes Archivmaterial und Interviews mit den Wissenschaftlern Marion Detjen und Gerhard Sälter sowie Musiker Thomas Hübner alias Clueso, der in Erfurt aufgewachsen ist.

Dienstag, 10.11.2020, 07:20 Uhr

Die RAF

Manchmal machen ganz alltägliche Entscheidungen Geschichte. Ende der 1960er Jahre: Ein Student kämpft für eine bessere Welt – und wird zum RAF-Terroristen. Eigentlich will er die Gesellschaft aufrütteln. In der Studentenbewegung kämpft er gegen ein Totschweigen der NS-Vergangenheit und gegen die immer noch einflussreichen Alt-Nazis. Die Studenten streiten für politische Reformen und prangern die Grausamkeit des Vietnamkriegs an. Idealistische Anfänge – und doch werden einige später verantwortlich sein für 34 Morde. Die Lebenswege der RAF-Mitglieder haben deutsche Geschichte geschrieben – doch angefangen hat alles mit Fragen, die uns heute ähnlich begegnen könnten, und mit ganz menschlichen Entscheidungen. Die Zuschauer erleben Geschichte aus der Ich-Perspektive. Unmittelbar und emotional: Der fiktive Terrorist, gespielt von Christian Löber, erzählt von den Entscheidungen, die sein Leben verändert haben: War es richtig, für eine bessere Welt zu den Waffen zu greifen? Welche Beweggründe, welche Zufälle und Entscheidungen haben aus einem idealistischen Rebellen einen Terroristen gemacht? Er schafft die Verbindung aus dem Schwarz-Weiß des Geschichtsarchivs hinein in unsere Gegenwart: Wie würde ich heute handeln? Hätte die Vergangenheit auch anders verlaufen können? Die Erzählung wird ergänzt durch beeindruckendes Archivmaterial und Interviews mit den Wissenschaftlern Wolfgang Kraushaar und Sabine Bergstermann sowie „Baader“-Regisseur Christopher Roth.

Mittwoch, 11.11.2020, 07:20 Uhr

Der Kosovo-Krieg

Manchmal machen ganz alltägliche Entscheidungen Geschichte: Ein Bundeswehrsoldat will helfen – und zieht mit Deutschland 1999 in den Krieg. Er erlebt dort die Dankbarkeit der Kosovo-Albaner, während zu Hause über den Kriegseinsatz gestritten wird. An der Entscheidung für einen Militäreinsatz ohne UN-Mandat gibt es immer größere Zweifel – am Ende weiß er nicht mehr, wofür er sein Leben riskiert hat. Solche Lebenswege deutscher Soldaten im ersten Bundeswehr-Einsatz seit dem Zweiten Weltkrieg haben Geschichte geschrieben – doch angefangen haben sie mit scheinbar kleinen, ganz menschlichen Entscheidungen, die wir heute ähnlich treffen könnten. Die Zuschauer erleben Geschichte aus der Ich-Perspektive. Unmittelbar und emotional: Der fiktive Bundeswehr-Soldat, gespielt von Benjamin Schroeder, erzählt von den Entscheidungen, die sein Leben verändert haben: War es richtig, sich im Konflikt auf eine Seite zu stellen? Sind militärische Mittel zum Schutz vor Menschenrechtsverletzungen gerechtfertigt? Kann Krieg Frieden schaffen? Der Soldat schafft die Verbindung aus dem Schwarz-Weiß des Geschichtsarchivs hinein in unsere Gegenwart: Wie würde ich heute handeln? Hätte die Vergangenheit auch anders verlaufen können? Die Erzählung wird ergänzt durch Interviews mit der Wissenschaftlerin Marie-Janine Calic, der ehemaligen ARD-Studioleiterin Südosteuropa Susanne Glass sowie Lirie Avdullahu (gebürtige Kosovo-Albanerin) und Dario Vidojkovic (gebürtiger Serbe, Historiker an der Universität Regensburg).

Donnerstag, 12.11.2020, 07:20 Uhr

Die NS-Zeit

Manchmal machen ganz alltägliche Entscheidungen Geschichte. Eine junge Frau sucht in unsicheren Zeiten das Wir-Gefühl – und schaut weg, als ganz normale Leute in der Nazi-Zeit ausgegrenzt und getötet werden. Sie will sich ihr kleines Stück Leben, Ordnung, Zufriedenheit bewahren und unterstützt damit ein Terrorregime. Solche Lebenswege haben Geschichte geschrieben – aber angefangen hat alles mit Fragen, die uns heute ähnlich begegnen könnten, und mit ganz menschlichen Entscheidungen. Die Zuschauer erleben Geschichte aus der Ich-Perspektive. Unmittelbar und emotional: Die fiktive NS-Mitläuferin, gespielt von Judith Neumann, erzählt von den Entscheidungen, die ihr Leben verändert haben: Konnte man wirklich dem rassistischen Wahn des NS-Regimes nichts entgegensetzen? Macht sich schuldig, wer nichts tut? Wie kann Ideologie das Handeln und Denken eines Einzelnen verändern? Die Mitläuferin schafft die Verbindung aus dem Schwarz-Weiß des Geschichtsarchivs hinein in unsere Gegenwart: Wie würde ich heute handeln? Hätte die Vergangenheit auch anders verlaufen können? Die Erzählung wird ergänzt durch beeindruckendes Archivmaterial und Interviews mit den Historikern Kathrin Kollmeier und Sascha Lange.

Freitag, 13.11.2020, 07:20 Uhr

Mythos Trümmerfrau
aus: Akte D
WDR 28'44''

Vor mehr als 70 Jahren begann der Aufstieg eines Mythos, der neben der Währungsreform und dem Wirtschaftswunder zu den festen Gründungslegenden der deutschen Nachkriegszeit gehört. Die Rede ist vom "Mythos Trümmerfrauen". Die Dokumentation unternimmt eine kritische Würdigung dieser Gründungslegende. In einer spannenden Spurensuche deckt der Film auf, wie vieles von dem, was wir bis heute über den Wiederaufbau der Nachkriegsjahre zu wissen glauben, sich damals tatsächlich ganz anders zutrug. Der Film folgt der Figur der Trümmerfrau durch die Zeit und zeigt, wie ihre Legende in den sieben Jahrzehnten ständig umgestrickt wurde.