Mauerbau durch Berlin in den 60ern

Der Kalte Krieg war auf politischer und militärischer Ebene, aber auch im Alltag der Deutschen dauerhaft präsent. Eine dreiteilige Dokumentation berichtet über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er Jahre.

Deutschland im Kalten Krieg - eine dreiteilige Dokumentation des WDR:

Der Kalte Krieg war auf politischer und militärischer Ebene, aber auch im Alltag der Deutschen dauerhaft präsent: mit dem Wettlauf um den technischen Fortschritt, die Angst vor Bomben und Raketen, dem Kampf um moralische Überlegenheit gegenüber der anderen Seite, aber auch dem Zweifel an der eigenen Politik und die der Verbündeten. Der 17. Juni 1953, der Bau der Mauer, die großen Demonstrationen in Bonn gegen die Pershing-Raketen, Übungen im Atomschutzbunker, Berufsverbote für DKP-Mitglieder, die Öffnung der Mauer, der Zerfall des Ostblocks – das alles sind Ereignisse, die die Menschen berührt und bewegt haben. Wie haben sie diesen Kalten Krieg erlebt? Wie hat er das Lebensgefühl auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs geprägt? Die dreiteilige Dokumentation fragt Polit-Akteure und Entscheidungsträger in Ost und West, aber vor allem Zeitzeugen aus dem lange geteilten Deutschland.

Montag, 31.08.2020, 07:10 Uhr

Im Jahr 1971 wurde zwischen Heringen-Kleinensee (Hersfeld-Rotenburg) und dem thüringischen Großensee eine Mauer gebaut

1/3 Angst beherrscht die Welt
WDR 29'41"

Der Zweite Weltkrieg ist kaum beendet, da beginnt der Wettstreit der Systeme. Ein Kalter Krieg, der Deutschland teilen und fast 40 Jahre lang beherrschen wird. Beginnend mit dem Einmarsch der Alliierten, erzählt der erste Teil die Anfänge von der Teilung des Landes bis zum Mauerbau. Die Folgen des Kalten Krieges spüren die Deutschen auf beiden Seiten der Mauer: Es wird aufgerüstet, Angst beherrscht die Welt.

Dienstag, 01.09.2020, 07:15 Uhr

Die ausgewiesenen Bürgerrechtler Christian Kunert, Gerulf Pannach, Wolf Biermann und Jürgen Fuchs 1977 in West-Berlin.

2/3 Keiner wird gewinnen
WDR 29'38"

Anfang der 60er Jahre sieht es, was Wohlstand und Freiheit angeht, so aus, als sei der Kalte Krieg im Grunde entschieden. Im Westen gibt es Vollbeschäftigung und ein Wirtschaftswunder. Im Osten haben sie auch Vollbeschäftigung, nur können die Menschen von ihrem Geld wenig kaufen. Die Versorgungslage ist schlecht. Auch die Weltlage bleibt angespannt: Der Krieg in Vietnam ist ein Stellvertreterkrieg der Supermächte, und in beiden deutschen Staaten bleibt die Angst vor einem Dritten Weltkrieg, den keiner gewinnen kann. Deshalb rüsten beide Staaten auf, entwickeln neue Raketensysteme und bespitzeln sich gegenseitig. Der Film erzählt von der Studentenbewegung und dem Radikalenerlass im Westen, von ostdeutschen Agenten in Bonn und der Kultserie "Ein Herz und eine Seele" sowie vom legendären Auftritt des Liedermachers Wolf Biermann 1976 in Köln - und dessen Folgen.

Mittwoch, 02.09.2020, 07:15 Uhr

Ein Soldat der Bundeswehr und viele Einwohner von Kleinensee stehen am 12. November 1989 am geöffneten Grenzübergang zwischen Wildeck-Obersuhl und Gerstungen am Straßenrand, während Trabis vorbeifahren

3/3 Alles auf Anfang
WDR 29'49"

Anfang der 80er Jahre stehen auf beiden Seiten der Mauer mehr Atomraketen als jemals zuvor. Mit dem NATO-Doppelbeschluss wird sich ihre Zahl noch einmal erhöhen. Im Westen beginnt die große Zeit der Friedensbewegung. Im Osten fordern die Menschen Veränderungen und gehen dafür auf die Straße. Der Staat schlägt mit seinen Mitteln zurück. Verhaftet Pfarrer, Lehrer, Schauspieler und Musiker. Denn das System steht mit dem Rücken zur Wand, und in der Sowjetunion regiert mit Michail Gorbatschow ein neuer russischer Präsident, der andere Ziele verfolgt. Der Film berichtet von amerikanischen Geheimtruppen in West-Berlin, von gegenseitigen Olympiaboykotten, dem Hoffnungsbringer Gorbatschow, dem rasanten Zusammenbruch der DDR und der deutschen Wiedervereinigung.

Donnerstag, 03.09.2020, 07:15 Uhr

Ex-Grenze: War da was?
Eine Reportage von Nina Cöster
hr 29'28''

Gut zwanzig Jahre danach - was ist da noch? Die junge Videojournalistin Nina Cöster hat sich auf den Weg gemacht entlang der hessisch-thüringischen Grenze. Als die Mauer fiel, war sie gerade mal neun Jahre alt. Die DDR kannte sie nur von den Kaffee-Päckchen, die ihre Oma in die "Ostzone" schickte. Heute will die Reporterin sich selbst ein Bild machen von dem, was noch übrig ist, und die alten Geschichten hinterfragen: Fluchtschicksale, Grenzerleben und der ganz normale Alltag hüben wie drüben. Was denkt die Bäckerin aus dem Westen, wenn sie im Osten ihre Brötchen ausfährt, was die Jugendlichen auf der Kirmes von Philippsthal und die Trödler aus Altefeld? Sind die Hessen und die Thüringer nach zwanzig Jahren zusammengewachsen?

Videobeitrag

Video

zum hr-fernsehen.de Video Ex-Grenze - war da was?

Mauerfall 1989 in Berlin
Ende des Videobeitrags

Freitag, 04.09.2020, 07:15 Uhr

Versammlungsfreiheit - Was bringt demonstrieren?
aus: Respekt
BR 28'08"

Versammlungsfreiheit wird von der Verfassung garantiert. Schüler im Klimastreik berufen sich darauf, Gelbwesten, Brexitgegner. RESPEKT fragt, was Protest bringt, wann er erfolgreich ist und wie das Versammlungsrecht funktioniert.