Sebastian Steudtner beim surfen
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Klar, der Fußball kommt aus England, in Frankreich spielt man Boule und in Italien Boccia. Und Sport gibt's sowieso auf der ganzen Welt. Die Welt des Spiels hat jedoch mehr zu bieten! Die Sendereihe "Spiele der Welt" entführt zu Spiel- und Bewegungskulturen fremder Länder, etwa zum Wellenreiten auf Hawai.

Montag, 15.04.2019, 06:35 Uhr

Varpa in Schweden
SWR 28'59''

Ein Fest wird auf dem Bauernhof gefeiert. Eine große Tafel ist gedeckt. Die Menschen essen, trinken, lachen. Man hat die Nachbarn von den weit entfernten Höfen eingeladen, und - man fordert sie zu einem Wettstreit heraus: Zu "Varpa", dem Werfen mit großen Feldsteinen. Diese ländliche Idylle auf der schwedischen Insel Gotland wird seit Jahrhunderten beschrieben. Varpa-Steine hat man schon in den Gräbern aus der Bronzezeit auf Gotland gefunden. Varpa ist eines der ältesten Spiele Schwedens. Und in Gotland wird es auch heute noch mit Begeisterung gespielt - immer dann, wenn ein Fest gefeiert wird. Oder: Immer wenn ein Fest gefeiert wird, wird auch Varpa gespielt...

Dienstag, 16.04.2019, 06:15 Uhr

Vovinam in Vietnam
SWR 28'48''

Viet Vo dao, vietnamesische Kampfkünste, sind über 2000 Jahre alt. Die junge Variante Vovinam entstand in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts im Widerstand gegen die Kolonialmacht Frankreich. Der Gründer der Vovinam-Bewegung, Nguyen Loc, analysierte westliche und fernöstliche Kampftechniken und entwickelte Abwehr- und Angriffsstrategien gegen sie. Dabei achtete er darauf, dass die kleinen, aber schnellen und drahtigen Vietnamesen eine möglichst große Wirkung erzielten. Das Ergebnis ist spektakulär: „Sie schleichen sich an wie eine Schlange, steigen hoch wie ein Kranich und stürzen sich wie ein Tiger brüllend auf den Gegner.“

Mittwoch, 17.04.2019, 06:15 Uhr

Waka Ama in Neuseeland
SWR 28'39''

Vor vielen tausend Jahren ging der Halbgott Maui auf Fischfang in seinem Waka, seinem Boot. Am Haken hing ein Riesenfisch. Aus diesem Fisch wurde die Nordinsel Neuseelands und aus Maui's Boot die Südinsel. So der Schöpfungsmythos der Maoris. Noch heute nennen sie ihr Land „Te waka a maui" – Mauis Boot. Den Spuren des Halbgottes Maui folgend kamen die polynesischen Vorfahren der Maori vor etwa 1200 Jahren nach Neuseeland. Die Polynesier waren großartige Navigatoren – sie durchquerten den Pazifik in einfachen Auslegerbooten, den Strömungen, Sternen und Walen folgend. Ein Versuch, an diese seefahrerischen Wurzeln anzuknüpfen, ist „Waka ama" – Wettrennen in den modernen „Nachfahren" der traditionellen Auslegerboote. Von kurzen Distanzen über zwei Kilometer bis hin zu 20 Kilometern wird gepaddelt. Dieser Sport – mittlerweile im ganzen Südpazifik populär – wird in Neuseeland fast ausschließlich von Maoris betrieben - Weiße sind hier ausnahmsweise in der Minderheit. Der Film porträtiert drei Maori, die sich für das berühmteste der Rennen, das Marathon-Rennen über 20 Kilometer qualifiziert haben und für die „Waka ama" mehr als nur ein Sport ist.

Donnerstag, 18.04.2019, 06:15 Uhr

Segelfliegen in Deutschland
SWR 28'16''

Die Rhön, ein hügeliges Land mit weiten Ausblicken und permanentem Wind: Das „Land der offenen Fernen“. Der Film zeigt viel von der eigenartigen und rauhen Landschaft aus der Perspektive der Segelflieger. Die Rhön gilt als die Wiege des Segelflugs. Hier schwebten die ersten Gleiter und hier nahm die Begeisterung für den lautlosen Flugsport ihren Anfang. Das Rhönmassiv mit seinen kahlen, waldarmen Höhen, der weiten Landschaft und vor allem mit dem ständigen Wind eignet sich hervorragend für die Flieger. Der Film begleitet sie bei ihrem Hobby und porträtiert alte und junge Segelflieger.
Ein Film von Tilman Büttner

Freitag, 19.04.2019, 06:15 Uhr

Am Karfreitag entfällt "Wissen und mehr".

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen

Montag, 22.04.2019, 06:35 Uhr

Am Ostermontag entfällt "Wissen und mehr".

Dienstag, 23.04.2019, 06:15 Uhr

Stierkampf in Frankreich
SWR 28'16''

Ende des 17. Jahrhunderts hat sich auf den "Mas", den Höfen im Delta der Rhone, ein ganz spezieller Volkssport entwickelt: "La course libre" - ein sonntäglicher, sportlicher Zeitvertreib und eine Mutprobe der besonderen Art. Auf den weitverstreuten Höfen in den damaligen Sümpfen der "Petite Camargue" wurden Stieren einfache Kokarden, kleine Trophäen aus Stoff, an die Hörner gebunden. Die jungen Landarbeiter versuchten mit großem Geschick und Schnelligkeit, den aufgebrachten Tieren die Trophäen zu entreißen. Auch heute lebt diese Tradition in südfranzösischen Dörfern weiter. Einmal im Jahr findet das Fest der "Course Camarguaise" statt, ein besonderer Tag für alle Dorfbewohnerinnen und -bewohner.

Mittwoch, 24.04.2019, 06:15 Uhr

Tamburello in Italien
SWR 28'56''

Jedes Jahr im August feiert die italienische Stadt Treia ein besonderes Fest zu Ehren eines traditionellen Sportes: Bracciale. Unterhalb der Stadtmauer treffen zwei Mannschaften mit jeweils drei Spielern aufeinander. Mit einem martialisch aussehenden „Zacken-Handschuh" aus Holz schlagen sie den Lederball an die Mauer und ins das gegnerische Feld. Diese Ballsportart hat ihre Wurzeln in der Renaissance, als die Adeligen in ihren Palästen die Spiele für sich entdeckten. Bracciale hatte seinen Höhepunkt an Popularität im 19. Jahrhundert, als in großen Stadien wie in Macerata vor 7000 Zuschauern gespielt wurde. Aber nur das Spiel mit dem Tamburin, Tamburello, überlebte bis in die heutige Zeit als Wettkampfsport. Neun Mannschaften kämpfen in der ersten Liga um die Meisterschaft. Bei Castelferro, einer Mannschaft aus dem Piemont, spielen Ricardo, Alessio und Andrea. Wir begleiten die Spieler in ihrem Alltag, bei der Arbeit und ihrem Sport.

Donnerstag, 25.04.2019, 06:15 Uhr

Varzeshe Pahlavani im Iran 
SWR 28'29''

Sie stemmen schwere Eisenketten, hantieren mit riesigen Holztafeln und schwingen bis zu 30 Kilogramm schwere Keulen. Der Morshed, der Trommler, gibt mit wechselnden Rhythmen den Ablauf der einzelnen Bewegungen vor. Während er religiöse Verse und mystische Geschichten singt, drehen sich die Sportler blitzschnell um die eigene Achse. „Der Sport der Helden“, wie Varzeshe Pahlavani übersetzt heißt, ist eine der ältesten Kraftsportarten der islamischen Welt. Wie seit Jahrhunderten trainieren die Männer im Iran auch heute noch im „Zoorkhaneh“, dem „Haus der Stärke“. Frauen haben hier keinen Zutritt. Als im 13. Jahrhundert Reiterhorden aus der Mongolei nach Westen vordrangen, überrannten sie auf ihrem Kriegszug auch Persien. Um jeden Widerstand im Keim zu ersticken, verboten die Mongolen alle Arten der körperlichen Ertüchtigung. Das trieb die Perser in den Untergrund. Sie trainierten an geheimen Orten mit einfachen Hilfsmitteln wie Ketten, Keulen und Holzschilden. Dies, sagt man, sei die Geburtsstunde des Varzeshe Pahlavani.

Freitag, 26.04.2019, 06:15 Uhr

Wellenreiten auf Hawaii
SWR 28'57''

Sie paddeln auf flachen Brettern ins Meer hinaus und suchen dort nach der perfekten Welle. Riesige Brecher, manche bis zu zehn Meter hoch, entstehen an den Riffen vor Hawaii. Ein einzigartiger „Kick", den es eben nur auf Hawaii gibt – die weltbesten Surfer starten an der Nordküste der Insel Ohahu. Das Wellenreiten ist eine alte hawaiianische Tradition. Als Kapitän James Cook 1779 auf Hawaii landete, sah er Einheimische, die auf Brettern übers Meer surften – und das nur zum Vergnügen, wie die Seeleute erstaunt bemerkten. Dem Vergnügen hätten die christlichen Missionare im 19. Jahrhundert gern ein Ende gesetzt, denn sie fanden nackte Menschen auf Surfbrettern einfach unzüchtig. Durchsetzen ließ sich das Verbot allerdings nicht. Immerhin war das Wellenreiten für die Hawaiianer eine wichtige Tradition, ein Lebensgefühl. Heute ist Surfen „Funsport“ – weltweit – und damit für die Inseln Hawaiis ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.