Die Schülerinnen Alina aus Armenien (l), Sitong aus China (m) und Hatice aus der Türkei (r) lernen am 11.11.2015 in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) in der Paulus-Canisius-Schule während einer Unterrichtsstunde in einem Klassenraum.

"Das mehrsprachige Klassenzimmer" ist ein Buchprojekt an Grundschulen. Es soll helfen, in fremde Sprachen einzutauchen und Mehrsprachigkeit als kreatives Potential zu entdecken.

Jeder dritte Grundschüler in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, also mindestens ein Elternteil mit einer anderen Muttersprache als Deutsch. Viele dieser Kinder beherrschen weder die Sprache(n) ihrer Eltern noch das Deutsche wirklich. Dabei hätten sie die große Chance, mehrsprachig aufzuwachsen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Buchprojekt: Das mehrsprachige Klassenzimmer

Anke Wölbing, Lehrerin einer Deutsch-Intensivklasse hilft am 08.10.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) einem Schüler.
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Wenn Lehrerinnen und Lehrer genauere Vorstellungen von den Eigenarten der jeweiligen Muttersprache haben, können sie ihre Schüler besser beim Deutschlernen unterstützen. So gibt es im Russischen keine bestimmten und unbestimmten Artikel. Kein Wunder, dass Kinder sich dann mit "der, die, das" im Deutschen besonders schwer tun. "Wir wollen den Kindern signalisieren: Ihr seid nicht ein Bündel von Fehlern, sondern ihr bringt einen unglaublichen sprachlichen und kulturellen Reichtum mit", sagt Professor Annette Leßmöllmann, eine der Herausgeberinnen des Buches.  

In hr-iNFO-Wissenswert bringen wir ein Interview mit ihr, und ein Wissenswert-Feature über Mehrsprachigkeit in der Grundschule.  

Literaturtipp:

Krifka, M., Błaszczak, J., Leßmöllmann, A., Meinunger, A., Stiebels, B., Tracy, R., Truckenbrodt, H. (Hrsg.):
"Das mehrsprachige Klassenzimmer – Über die Muttersprachen unserer Schüler"
Springer Verlag, 2014

Sendung: hr-iNFO Wissenswert, 06.12.2014, 20:15 Uhr