John Stobart stellt bei "Backstage für alle!" seine Instrumentensammlung vor.
John Stobart stellt bei "Backstage für alle!" seine Instrumentensammlung vor. Bild © hr/ Valerie Pfitzner

Sonorophone, Ophicleide, Quinticlave – bei "Backstage für alle!" stellt hr-Sinfonieorchester-Hornist und Instrumentensammler John Stobart Instrumente vor, die echte Raritäten sind.

Eigentlich sammelt John Stobart nur Blasinstrumente, die er mehr oder weniger selbst spielen kann, sagt er. Und das ist eine Herausforderung, denn wie man die besonderen, zum Teil historischen Kuriositäten der Blasinstrumentenwelt spielt, könne man nicht in der Musikschule um die Ecke lernen, sondern müsse man sich zum großen Teil selbst beibringen:

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"Ich habe von dem ein oder anderen Instrument zwar ein Manual aus seiner Entstehungszeit, aber zum Beispiel eine Grifftabelle aus der Zeit um 1860 ist nur bedingt zu benutzen, denn die Instrumente von verschiedenen Herstellern können sehr unterschiedlich ausfallen. Und dann muss man selber Lösungen finden." Gar nicht so leicht, denn die Blasinstrumente funktionierten keineswegs alle nach dem gleichen Prinzip. So hätten manche Instrumente gar kein Ventil, die Ophicleiden zum Beispiel seien mit Klappen versehen.

Ein Profi hat Respekt

"Ich bin sehr gespannt, wie die Besucher auf diese komischen Altmetalle reagieren werden", sagt Stobart. Ein ganz besonderes "Altmetall", das man am Sonntag entdecken kann, ist beispielsweise die Trompe Serpentine. "Man braucht es vielleicht auch nicht zu kennen, weil es so schwierig ist." Bei diesem Blasinstrument hat sogar der Profi großen Respekt, bevor er hineinbläst. Früher habe er zwar viel Trompe gespielt, aber weil das sehr anstrengend sei, habe er es lange nicht probiert. "Und die Resultate sind dementsprechend miserabel", sagt Stobart mit einem Augenzwinkern. Doch weit gefehlt: Der Solo-Hornist braucht nur ein oder zwei Anläufe, und eine Melodie erklingt. Der Ton erinnert dabei an ein Jagdhorn, und das kommt nicht von ungefähr: "Das ist auch ein Jagdhorn, und zwar ein französisches. Es hat nur eine sehr spezielle Form." Bei "Backstage für alle!" sei auch eines dieser Exemplare zu bestaunen.

Faszination für das Alphorn

Das erste Instrument, das John Stobart sich gekauft hat, ohne dass er es für die Arbeit gebraucht hätte, war ein Alphorn. Jenes meist mehrere Meter lange Blechblasinstrument, das Otto-Normal vor allem aus Heimatfilmen kennt, hat John Stobart fasziniert: "Also habe ich mehrere Stücke für Alphorn und Harfe in Auftrag gegeben, weil ich die Kombination so toll fand." Anschließend kamen die Naturhörner: "Die haben auch relativ früh Einzug ins Orchester gefunden." Davon habe er inzwischen eine ganze Menge. Einige davon hat er auch am Sonntag im Gepäck. Alle Instrumente seiner Sammlung seien Raritäten. So habe stelle er den Besuchern auch ein Sonorophon vor, von dem er nur drei Exemplare auf der Welt kennt: eines in Edinburgh, eines in Brüssel und eines im Hessischen Rundfunk.

Ob die Besucher bei "Backstage für alle!" am Sonntag auch Instrumente ausprobieren dürfen? "Ja, in jedem Fall", sagt Stobart, "das ist Sinn und Zweck der Sache: Dass vor allen Dingen Kinder, aber auch Erwachsene herausfinden, ob sie Töne daraus kriegen und ob sie daran Spaß haben." Aber ebenso selbstverständlich nicht seine Raritäten. Die meisten Teile seiner großen Sammlung habe John Stobart zu Hause, aber: "Da ich nächstes Jahr in Rente gehe, wollte ich sie gerne ein bisschen unter die Leute bringen." Das Interesse an diesen alten Instrumenten zu bewahren, und auch bei jungen Leuten zu wecken ist eines der Ziele seiner Vorstellung am Sonntag.

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"Backstage für alle!" am Sonntag, 5. Mai

Die Vorstellung "Sonorophone, Ophicleide, Quinticlave und Co" mit John Stobart findet am Sonntag, 5. Mai 2019 von 11:15 bis 11:45 Uhr und von 15:30 bis 16 Uhr im Hörfunkstudio II statt. Bei "Backstage für alle!" können Kinder, Jugendliche und Erwachsene alles Mögliche rund um die hr-Klangkörper entdecken. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 5. Mai, zwischen 11 und 18 Uhr im Hessischen Rundfunk statt, das Programm finden Sie hier [PDF - 1mb].

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