Mikrophone bei einer Pressekonferenz

Deutschland hat seit Mitte der 80er-Jahre ein duales Rundfunksystem: Es gibt den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunk. Alle Grundlagen des deutschen Rundfunksystems sind in drei Staatsverträgen geregelt.

Die Rundfunkstaatsverträge

Deutschland hat seit Mitte der 80er-Jahre ein duales Rundfunksystem: Es gibt den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunk. Alle Grundlagen des deutschen Rundfunksystems sind in Staatsverträgen geregelt.

Die 16 Bundesländer haben in Staatsverträgen alle wichtigen Grundlagen für Rundfunk und Telemedien in Deutschland festgelegt. Diese Verträge gelten für alle 16 Bundesländer. Sie können nur mit der Zustimmung aller 16 Parlamente geändert werden. Diese Staatsverträge werden ergänzt durch spezifische Regelungen für den privaten Rundfunk im jeweiligen Bundesland – in Hessen durch das Hessische Privatrundfunkgesetz. Darüber hinaus gibt es landesgesetzliche Regelungen für die jeweilige Landesrundfunkanstalten – für den Hessischen Rundfunk im hr-Gesetz.

Der Medienstaatsvertrag

Am 7. November 2020 ist der Medienstaatsvertrag in Kraft getreten und ersetzt den bisherigen Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien (RStV).

Der Medienstaatsvertrag enthält grundlegende Regelungen für die Veranstaltung und das Angebot, die Verbreitung und die Zugänglichmachung von Rundfunk und Telemedien in Deutschland und richtet sich dabei sowohl an öffentlich-rechtliche wie auch private Anbieter. Wie bisher der Rundfunkstaatsvertrag beinhaltet der Medienstaatsvertrag allgemeine Vorschriften für den Rundfunk, also lineare Hörfunk- oder Fernsehprogramme. Geregelt werden etwa Bereiche wie Berichterstattung, Werbung, Sponsoring und Gewinnspiele. Ebenso sind Auskunftsrechte und Informationspflichten der Veranstalter enthalten. Der Medienstaatsvertrag schreibt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, wie beispielsweise Auftrag, Programmangebote, Finanzierung oder kommerzielle Tätigkeiten auszusehen haben. Für den privaten Rundfunk sind unter anderem die Zulassung und Finanzierung geregelt und es gibt Bestimmungen zur Sicherung der Meinungsvielfalt. Zudem enthält der Medienstaatsvertrag umfangreiche Regelungen für Telemedien.

Mit dem Medienstaatsvertrag wurden erstmals auch Regelungen für neue Player der Medienwelt eingeführt. Erfasst werden nun auch Benutzeroberflächen von Endgeräten wie Smart-TVs und App-Stores, außerdem Suchmaschinen, soziale Netzwerke und Sprachassistenten.

Der Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag

Den Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag (RFinStV) gibt es seit 1996. Er regelt unter anderem das Verfahren, wie der Finanzbedarf der Rundfunkanstalten ermittelt wird.

Dafür gibt es die "Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten" (KEF). Die Aufgaben der KEF, ihre Befugnisse, ihre Zusammensetzung und das Verfahren, nach dem die Rundfunkanstalten ihren Bedarf bei der KEF anmelden müssen – all das ist im Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag festgelegt.

Darüber hinaus ist dort beispielsweise auch die Höhe des Rundfunkbeitrags geregelt. Derzeit sind das 17,50 Euro im Monat.

Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag

Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag (RBStV) trat am 1. Januar 2013 in Kraft. Er reformierte das Gebührenmodell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bis dahin hing die Rundfunkgebühr vom Vorhandensein eines Radio- oder Fernsehgeräts ab. Nun ist der Rundfunkbeitrag an die Wohnung beziehungsweise die Betriebsstätte geknüpft. Die Zahlungsverpflichtung ist damit unabhängig von technischen Geräten. Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag regelt außerdem die Befreiung vom Rundfunkbeitrag und das Verfahren der Beitragszahlung.