Sender Angelburg
Sender Angelburg Bild © hr / Media Broadcast

Der Sender Angelburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird am 24. April abgeschaltet. In Abstimmung mit dem ZDF erfolgt keine Umstellung dieses Standorts auf DVB-T2 HD. Davon sind rund 5.000 Haushalte betroffen. Was sind die Gründe dafür und was ist zu tun?

Der Hessische Rundfunk (hr) hat versucht, allen Zuschauern den terrestrischen Fernsehempfang auch nach der Umstellung auf DVB-T2 HD  zu ermöglichen. "Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln können wir das Land Hessen zu 92 Prozent mit dem neuen DVB-T2-Signal versorgen", erklärt Betriebsdirektor Berthold Tritschler. Nach intensiver Prüfung der Sachlage und Betrachtung des Gesamtaufwandes musste jedoch die Entscheidung leider gegen den Erhalt des Senders Angelburg fallen. Dadurch können rund 5.000 heutige DVB-T-Haushalte trotz erweitertem Antennenaufwand (zum Beispiel Dachantenne) keinen DVB-T-Empfang mehr nutzen. Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung zur terrestrischen Programmverbreitung, aber es wurde selbstverständlich berücksichtigt, dass in den von der Abschaltung betroffenen Regionen die Empfangswege Kabel und Satellit zur Verfügung stehen.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wann wird der Sender Angelburg abgeschaltet?
Er sendet noch bis zum 24. April 2018 unverändert im DVB-T-Standard und wird dann abgeschaltet.

Gibt es die Möglichkeit das Programm via DVB-T2 über einen anderen Senderstandort zu empfangen?
Je nach persönlicher Empfangssituation haben Zuschauer nach der Abschaltung gegebenenfalls die Möglichkeit, DVB-T2 HD-Signale im Empfangsbereich des Senders Angelburg mit einer auf den Sender Großer Feldberg vertikal oder auf den Sender Rimberg horizontal ausgerichteten Dachantenne zu empfangen.

Welche alternativen Empfangsmöglichkeiten habe ich nun als bisheriger DVB-T-Nutzer und wo kann ich mich darüber informieren?


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Einsparvorgaben der Kommission für die Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF)

Aufbau und Betrieb einer neuen DVB-T2 HD-Sendeanlage am Standort Angelburg für weniger als 5.000 tatsächlich "abnehmende" Haushalte ist vom Kosten-Nutzen-Verhältnis her ökonomisch nicht sinnvoll. Mit Blick auf die politische Forderung nach Beitragsstabilität dient die Abschaltung auch dazu, die Einsparvorgaben der Kommission für die Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) einzuhalten. Die Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit treffen leider auch für den Weiterbetrieb des Standorts Angelburg im alten DVB-T-Format zu. Die Aufrechterhaltung des Betriebs der veralteten Sendetechnik  würde noch höhere Kosten verursachen als die Umstellung auf DVB-T2 HD. Hinzu kommt, dass die privaten Sender nie über diesen Standort zu empfangen waren. Es hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass in jenen Gebieten, in denen die privaten Veranstalter nicht verbreitet werden, die Nutzung von DVB-T deutlich geringer ist.

Hintergrund: Umstellung auf DVB-T2 HD

Gründe für den Umstieg auf DVB-T2 HD sind die Reduktion der bisherigen Übertragungsfrequenzen und der zunehmende Zuschauerwunsch nach HD-Inhalten. Zur Förderung des Breitbandinternetausbaus in den ländlichen Regionen Deutschlands hat die Bundesregierung beschlossen, einen Teil der bisher für DVB-T genutzten Übertragungsfrequenzen auf den Mobilfunk umzuwidmen. Die so genannte "Digitale Dividende II" verlangt von den Programmveranstaltern, also auch vom hr, bis Ende 2017 das bisher genutzte 700 MHz-Band zu räumen. Die ARD hat die Gelegenheit genutzt, den inzwischen etwas veralteten terrestrischen Verbreitungsweg zukunftsfähig zu machen: Mittels neuer Technologie kann das verkleinerte Frequenzspektrum dafür genutzt werden, nicht nur das Programmangebot zu erweitern, sondern auch die Verbesserung der Bild- und Tonqualität zu realisieren. DVB-T2 HD bietet deshalb ein größeres Programmangebot in brillanter Bildqualität.