Das Museum Witzenhausen

Ernst Albert Fabarius hatte die Schüler aufgefordert in den Kolonien alles zu sammeln, was wissenschaftlich interessant sein könnte. Ab 1900 baute er eine Lehrsammlung auf, die stetig wuchs. Dafür schickten die Schüler stolz ihre Fundstücke - Objekte aller Art - oft ohne nähere Beschreibung und notdürftig verpackt auf dem Seeweg nach Witzenhausen.

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Kriegsbeute oder Forschungsgegenstand?

Schwarze Platte
Bild © Anja Jahn

Auf dieser Fläche war ein menschlicher Schädel montiert, er kam am 8. Mai 1908 in Witzenhausen an. 2013 entdeckte ihn eine Studentin, die für ihre Masterarbeit forschte, auf dem Dachboden der Sammlung unter einem Glassturz.

Eine Restitutions-Recherche ergab, dass es sich dabei um den Schädel einer Frau des Nama-Volkes handelte.

Er wurde 2018 vom Deutschen Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft GmbH, dem rechtlichen Nachfolger der ehemaligen Kolonialschule, offiziell in Berlin an eine Delegation der Nama übergeben.

Ein Stück Tropen in Witzenhausen

Kürbisse im Tropen-Gewächshaus
Bild © Christiane Kreiner

Die Kolonialschüler sammelten auch Samen von tropischen und subtropischen Pflanzen und schickten sie nach Witzenhausen. Die Sammlung von Fabarius ist der Grundstock für das Tropengewächshaus.

Hier wurden seit den 1950er Jahren Experten für die Entwicklungszusammenarbeit ausgebildet.

Die Sammlung dient noch heute Lehrzwecken am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel.









Quelle: Hessischer Rundfunk

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