Kurt-Magnus-Preis für hr-Journalistin Lisa Muckelberg

Die hr-Journalistin Lisa Muckelberg ist mit dem Kurt-Magnus-Preis der ARD 2023 ausgezeichnet worden. Die 29-Jährige erhielt den mit 8.000 Euro dotierten ersten Preis unter anderem für die Fähigkeit, in ihren Beiträgen für Radio, die ARD Mediathek oder ARD Audiothek persönliche Nähe und kritische Distanz zu vereinen, Orientierung zu geben und überraschende Perspektivwechsel vorzunehmen – kurz: einen Beitrag zu einem öffentlich-rechtlichen Journalismus zu leisten, der demokratische Meinungsbildung ermöglicht.

: Verleihung des 60. Kurt-Magnus-Preises der ARD am 24.03.2023 durch den Hessischen Rundfunk: Lisa Muckelberg (hr), Trägerin des 1. Preises, mit Laudator Thomas Hinrichs (Programmdirektor BR).
Verleihung des 60. Kurt-Magnus-Preises der ARD am 24.03.2023 durch den Hessischen Rundfunk: Lisa Muckelberg (hr), Trägerin des 1. Preises, mit Laudator Thomas Hinrichs (Programmdirektor BR). Bild © hr/Sascha Rheker
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Foto: Lisa Muckelberg und Thomas Hinrichs

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Lisa Muckelberg ist Filmautorin und Politikredakteurin beim Hessischen Rundfunk. Sie arbeitet für das Ressort hr-iNFO Politik und dreht Fernsehdokumentationen für den Bereich Politik und Zeitgeschehen. Dabei gelingt es der jungen Journalistin auf besondere Weise, ihre Bewegtbild-Dokumentationen auf Hörfunk-Langformate zu übertragen und persönliche Beobachtungen geschickt mit Hintergrundinformationen zu verknüpfen.

"Dieser Journalismus ermöglicht Teilhabe und demokratische Meinungsbildung"

"In Zeiten aufgeheizter Debatten und von Fake News ist es umso wichtiger, dass wir unserem Publikum Orientierung geben. Dass wir unsere Nutzerinnen und Nutzer  hintergründig informieren, damit sie teilhaben können am demokratischen Diskurs. Das ist mit die wichtigste Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen. Journalismus, der demokratische Meinungsbildung ermöglicht", befindet die Jury, der in diesem Jahr Gabriele Holzner (hr-Programmdirektorin und Jury-Vorsitzende), Anke Mai (Programmdirektorin SWR und Vorsitzende der Audioprogrammkonferenz) und Thomas Hinrichs (Programmdirektor BR) angehören.

Besonders hebt die Jury Lisa Muckelbergs Fähigkeit hervor, in ihren Beiträgen persönliche Wahrnehmungen und gebotene journalistische Distanz gelungen miteinander zu verbinden. So beginnt das Stück "Zwei Jahre nach dem Anschlag – was Hanau verändert hat" bei ihr Zuhause am Schreibtisch, wo auf einer Pinnwand die Namen der neun Menschen stehen, die bei dem rassistischen Anschlag am 19. Februar 2020 ums Leben gekommen sind. Sie liest die Namen jedes einzelnen Opfers vor. Der Beginn ihrer Recherche, in der ihr ein wichtiger Perspektivwechsel gelingt: Die Opfer, die Ermordeten, stehen im Mittelpunkt, nicht der Täter.

"Lisa Muckelberg schafft immer wieder überraschende Perspektivwechsel, weil sie unvoreingenommen Antworten auf ihre Fragen sucht"

Auch der Beitrag "Judenhass – was hat das mit mir zu tun?" beginnt bei ihr selbst. Die Verknüpfung mit dem eigenen Ich wird schon im Titel deutlich – und setzt sich beim Einstieg mit dem Song "069", ein Lied des Deutschrappers Haftbefehl über die Stadt Frankfurt, fort. Lisa Muckelberg lässt die Songzeile "Rothschildtheorie, jetzt wird ermordet" frei stehen – und sagt dann, dass sie diese Zeile sogar schon mitgesungen habe. Nach dieser Recherche werde sie das nicht mehr tun – denn nun sei ihr bewusst, dass sie für einen antisemitischen Verschwörungsmythos stehe. Ausgehend von dieser starken Emotion macht sich die Autorin auf die Suche nach den Spuren jüdischen Lebens in ihrer Umgebung – und auf die Suche nach dem Hass dagegen. "Der Grat, den sie hier wählt, ist sehr schmal, das könnte auch schiefgehen. Aber das macht die Qualität aus", so die Jury.

"Es sind komplexe Themen, die sie angeht. Dabei kommt noch eine andere Qualität zum Ausdruck: Lisa Muckelberg schafft immer wieder überraschende Perspektivwechsel, weil sie unvoreingenommen Antworten auf ihre Fragen sucht. Das ist beispielhaft. Das ist wichtig für die Zukunft der ARD. Deshalb hat sie sich diesen ersten Platz des Kurt-Magnus-Preises redlich verdient", begründet die Jury ihre Auszeichnung.

Lisa Muckelberg absolvierte ihren Bachelor im Studiengang Literatur, Kultur und Medien an der Universität Siegen. Ihren Master im Fach Journalismus erlangte sie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Von 2019 bis 2021 war sie crossmediale Redaktionsvolontärin beim Hessischen Rundfunk und ist dort seitdem als Filmautorin und Politikredakteurin für hr-iNFO tätig.

Weitere Informationen

Kurt-Magnus-Preis der ARD 2023

Der Hörfunk-Nachwuchsförderpreis für junge Journalistinnen und Journalisten der ARD-Rundfunkanstalten wird 2023 zum 60. Mal verliehen und ist in diesem Jahr mit Geldpreisen im Gesamtwert von 18.000 Euro verbunden. Mit ihm werden medienübergreifend arbeitende Journalistinnen und Journalisten für ihre Leistungen im Audiobereich ausgezeichnet.  
Den ersten Preis, dotiert mit 8.000 Euro, erhält Lisa Muckelberg (hr). Mit dem zweiten Preis (6.000 Euro) wird Christopher Jähnert (SWR) ausgezeichnet, der dritte Preis (4.000 Euro) geht an Eva Lamby-Schmitt (MDR). Die Federführung für die Preisverleihung liegt beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main.

Hier geht es zur Pressemitteilung aller Preisträgerinnen und Preisträger.

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Pressefotos sind abrufbar unter ARD-foto.de und 069/155-4954.

Annika John
Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferentin Unternehmenskommunikation
Annika John

Telefon: +49 (0)69 155-6067
E-Mail: annika.john@hr.de

Quelle: Hessischer Rundfunk