Felix von Manteuffel
Er sucht den Mörder: Schauspieler Felix von Manteuffel gibt den Kommissar im ARD-Radiotatort "Plastik im Apfelgarten". Die Ermittlungen laufen am 13. Februar, ab 21 Uhr, in hr2-kultur. Bild © HR/Ben Knabe

Ein toter Autohändler, eine verfallene Villa und ein Parkplatz voller Schrott – und mittendrin der Mordermittler: Schauspieler Felix von Manteuffel spricht den Kommissar im neuen ARD-Radio-Tatort des hr "Plastik im Apfelgarten". Wie geht man mit der Stimme auf Spurensuche, Herr von Manteuffel?

Sie kommen gerade aus dem Studio von den Aufnahmen zum neuen ARD-Radio-Tatort. Sie sprechen den Kommissar, laut Drehbuch "eine alte, hohe, zum Hüsteln neigende Stimme". Was ist das für ein Typ?

Der Kommissar Haas hat etwas Konservatives an sich, das gefällt mir. Er ist extrem höflich, selten wird er laut, er versucht immer, die Form zu wahren – was ihm zumindest meistens gelingt. Er hat eine feine Ironie, mit der er die Leute übertölpelt. Martin Mosebach, der die Bücher geschrieben hat, hat die Figur so gut erfunden, da muss ich als Schauspieler gar nicht viel dazu tun.

Inwieweit finden Sie sich im Kommissar wieder?

Martin Mosebach
Kriminelle Energie: Schriftsteller Martin Mosebach hat das Drehbuch zum ARD-Radiotatort verfasst. Bild © picture-alliance/dpa

Mit zunehmendem Alter schätze ich Umgangsformen sehr. Einfaches Beispiel: Ich werde immer meiner Frau (Schauspielerin Leslie Malton, Anm. der Red.) in den Mantel helfen. So ist der Kommissar auch gestrickt. Und er hat eine gewisse Verbissenheit. Er kann es gar nicht leiden, wenn man ihm den Parkplatz wegnimmt und lässt seine Sekretärin dann Briefe an die entsprechenden Stellen schreiben. Da ist er engstirnig, aber auch lustig.

Worin besteht für Sie als Schauspieler der Reiz, ein Hörspiel aufzunehmen?

Schrottplatz
Schrottplatz statt Apfelblüte: Diese Aussicht gefällt nicht jedem. Dann liegt der Autohändler tot im Container. Bild © picture-alliance/dpa

Hörspiele und Hörbücher mache ich seit vielen Jahren. Die "Harry Potter“-Bücher beispielsweise habe ich alle als Erzähler eingesprochen. Es ist eine besondere und schöne Herausforderung, weil man all das, was man sonst auf der Bühne oder vor der Kamera aus seinem Körper agieren kann, in die Stimme legen muss. 

Was ist das Anstrengendste dabei?

Die Konzentration auf den Punkt! Beim Theater hat man viel mehr Zeit: für die Proben und für die Figur, die man einen Abend lang von A bis Z erzählt. Beim Hörspiel, ebenso beim Film, wird aus finanziellen Zwängen selten noch chronologisch aufgenommen. Oft müssen Kollegen "ge-ixt" werden, weil sie an einem anderen Tag zur Aufnahme kommen. Das sind manchmal nur ein paar Sätze, die man überspringen muss, aber es ist anders. Das Komplizierteste ist zu wissen: An welchen Stelle bin ich jetzt mit meiner Figur? Wie ist der Erregungszustand, die Freude, die Wut oder der Ärger? In welcher emotionalen Befindlichkeit stecke ich da gerade – und in der nächsten Szene ist es vielleicht wieder ganz anders.

Das Besondere an dieser hr-Produktion?

Das Besondere für mich: dass der Kommissar als Reihenfigur konzipiert ist, die ich jetzt zum zweiten Mal spreche. Das macht Spaß, weil man die Figur immer besser kennenlernt, der Autor sie in neue Zusammenhänge bringt und weiterentwickelt. Darauf freue ich mich.

Sie freunden sich mit dem Kommissar an?

Ja (lacht). Das kann man so sagen.

Weitere Informationen

ARD-Radio-Tatort "Plastik im Apfelgarten“

Keine schöne Aussichten: ein Schrottplatz direkt neben einer alten Villa, dort, wo einst die Großauheimer Streuobstwiesen erblühten. Und der Autohändler liegt tot im Container. Kommissar Haas nimmt Ermittlungen auf.

ARD-Radio-Tatort "Plastik im Apfelgarten", Kriminalhörspiel von Martin Mosebach, mit Felix von Manteuffel, Susanne Schäfer und anderen, hr-Ursendung, hr2-kultur, Mittwoch, 13. Februar, 21 Uhr

Mehr Informationen zum ARD-Radio-Tatort "Plastik im Apfelgarten“ gibt es hier bei hr2-kultur.de.

Die ARD-Radio-Tatorte sind regelmäßig zu hören in den ARD-Radiokulturwellen sowie jederzeit in der ARD-Audiothek.

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