Holzschnitt mit Porträts

Die Reformationsgeschichte ist reich an dramatischen, brutalen und mysteriösen Ereignissen. Julian Sengelmann, Schauspieler und Theologe, begibt sich in Deutschland und der Schweiz auf Spurensuche an den Tatorten.

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"Teacher's Snack" gibt in lockerer Folge erste Tipps und Anregungen für den Einsatz von Filmen im Unterricht. Diesmal geht es um Martin Luther und seine Weggefährten.

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Warum endete Jan Hus auf dem Scheiterhaufen? Musste Martin Luther nach einem Duell ins Kloster fliehen und ist die Legende vom schweren Gewitter, das ihn in der Nähe von Erfurt zu Gott führte, also frei erfunden? Wer starb in den Käfigen am Dom zu Münster? Was ließ Luther vor dem Reichstag in Worms standhalten und wie konnte er vor der Reichsacht auf die Wartburg entkommen? Und wie wurden aus einstigen Ketzern und Glaubensflüchtlingen wie Calvin später Tyrannen?

Die Reformationsgeschichte ist reich an dramatischen, mysteriösen und brutalen Ereignissen. Julian Sengelmann, Schauspieler und Theologe, begibt sich in Deutschland und der Schweiz auf Spurensuche.

Eine Sendereihe des MDR

Montag, 24.05.2021, 07:20 Uhr

Am Pfingstmontag entfällt "Wissen und mehr"

Dienstag, 25.05.2021, 07:20 Uhr

Verlauf des Lutherwegs von Worms zur Wartburg

1/8 Entführung auf die Wartburg  
MDR 14'34''  

Martin Luther ist auf dem Heimweg von Worms nach Wittenberg. Eine gefährliche Reise, denn er ist vom Kaiser als Ketzer verurteilt worden. Er gilt als vogelfrei. Und dann geschieht es: In einem Wald werden er und seine Reisegefährten überfallen. Martin Luther wird entführt. Heimlich bringen ihn die Häscher auf die Wartburg. Während ganz Deutschland glaubt, Martin Luther sei tot, verbringt er einsame Stunden auf der Wartburg und stellt sich dort seinen inneren Dämonen. Julian Sengelmann geht einer Entführung nach, die in die Weltgeschichte eingegangen ist.

Martin Luther

2/8 Verdächtigt in Erfurt  
MDR 14'44''

Als angehender Jurist hatte er die besten Aussichten auf eine Karriere. Warum ging Martin Luther 1505 plötzlich ins Kloster? Die Legende erzählt von einem Sommergewitter und einem Versprechen an die heilige Anna. Andere Quellen erzählen aber von einem geheimnisvollen Studienkameraden, Hieronymus Buntz, der unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen sein soll. Starb er infolge eines studentischen Duells mit Martin Luther? Julian Sengelmann recherchiert Beweise für die Schuld oder die Unschuld des späteren Reformators.

Mittwoch, 26.05.2021, 07:20 Uhr

Luther-Denkmal in Worms

3/8 Angeklagt zu Worms  
MDR 14'25''  

Mit den 95 Thesen fing es an, weitere Schriften folgten. Martin Luther stellt erst den Ablass, dann die Papstkirche insgesamt in Frage. Das provozierte Kaiser und Papst. Und nun, 1521, soll sich Luther auf dem Reichstag zu Worms verteidigen. Er ist als Ketzer angeklagt. Zwei Tagen soll das Verfahren dauern. Ein kleiner Mönch aus der deutschen Provinz wird vor den Kaiser und die mächtigsten Männer des Reiches zitiert. Eine Sensation. Aber steht das Urteil nicht schon fest? Kann man einen solchen riskanten Auftritt mit heiler Haut überstehen? Julian Sengelmann sucht am Ort des Geschehens nach Antworten.

Der Prinzipalmarkt mit der Lambertikirche im Hintergrund  in Münster

4/8 Ausgehungert in Münster  
MDR 14'34''

Am Turm der Sankt Lambertikirche in Münster hängen drei Eisenkörbe. Vor 500 Jahren wurden hier die Überreste von drei Männern zur Schau gestellt. Die drei gehörten den sogenannten Täufern oder auch Wiedertäufern an und wollten in Münster einen Gottesstaat errichten. Sie übten ein blutiges Regiment aus, bis im Februar 1534 die Truppen des Landesfürsten die Stadt erreichen, um die selbsternannten Gotteskrieger zu bekämpfen. Münster wird hermetisch abgeriegelt und die Eingeschlossenen erleben eine furchtbare Hungersnot. Schließlich nimmt einer der Verzweifelten das Schicksal in die eigenen Hände. Julian Sengelmann entdeckt, wie präsent dieses grausame Kapitel der Stadtgeschichte in Münster bis heute ist.

Donnerstag, 27.05.2021, 07:20 Uhr

Holzschnitt Mann wird verbrannt

5/8 Gefangen in Köln  
MDR 14'34''  

Im Mittelalter kann Kritik an der Kirche den Tod bedeuten. Mit Ketzern wird kurzer Prozess gemacht. Aber wann ist man ein Ketzer? Diese Geschichte beginnt im Kölner Dom, im Jahr 1527: Peter Fliesteden, ein evangelischer Reformator, zeigt seinen Abscheu über die alte Liturgie und spuckt während des Abendmahls auf den Boden. Das bringt ihn in den Kerker. Der Klerus damals ist mächtig in Köln. Aber viele Priester und Mönche der Stadt sind auch ebenso unbeliebt. So kommen sie oft betrunken zu den Gottesdiensten – oder auch gar nicht. Peter Fliesteden ist nicht der einzige, der eine Reformation in der Stadt will. Es kommt zum Kräftemessen in der Stadt. Wie es dem Ketzer erging und warum Köln am Ende katholisch blieb, dem geht Julian Sengelmann auf den Grund.

Das Konterfei von Jan Hus ist  in Konstanz am Jan-Hus-Haus zu sehen.

6/8 Verbrannt in Konstanz  
MDR 14'40''

Konstanz ist Schauplatz eines gemeinen Verrats. 1414 war die Stadt im Blickpunkt Europas. Hier tagte das Konzil, eine Kirchenkonferenz, die die Einheit der Christen wieder herstellen sollte. Damals hatte die Kirche drei Päpste zugleich und eine Erneuerung tat Not. Über 4000 Menschen aus aller Herren Länder waren an den Bodensee gekommen. König Sigismund hatte sie eingeladen. Auch der tschechische Reformator Jan Hus war gekommen und hatte weitreichende Vorschläge im Gepäck. Doch seine Reise nach Konstanz sollte er nicht überleben. Julian Sengelmann recherchiert, wie es Jan Hus erging und welche Spuren von ihm heute noch zu finden sind.

Freitag, 28.05.2021, 07:20 Uhr

Porträt Ölgemälde

7/8 Erschlagen in Zürch  
MDR 14'38''  

Am 11. Oktober 1531 wird der Reformator Ulrich Zwingli ermordet. Auf dem Schlachtfeld bei Kappel in der Nähe von Zürich wird er erstochen, dann gevierteilt und verbrannt. Er stirbt als Ketzer und viele werfen ihm vor, er habe entscheidend zum Krieg zwischen reformierten und katholisch geprägten Kantonen beigetragen. Julian Sengelmann fragt nach den Hintergründen dieses Krieges und nach der Rolle von Zwingli. Wer war dieser Mann, der in Zürich so viel bewegte und der bis heute verehrt wird? Warum endete sein Traum auf dem Schlachtfeld?

Porträt, Holzschnitt

8/8 Verfolgt in Genf  
MDR 14'17''

Vor 500 Jahren ist ein junger Mann auf der Flucht. Einmal muss er sich sogar aus einem Fenster abseilen, um seinen Häschern zu entkommen. Er wird vom französischen König wegen seines Glaubens verfolgt, muss sich verstecken und nutzt Decknamen wie Martinus Lucanius und Charles d’Espeville. Sein richtiger Name: Johannes Calvin. Zuflucht findet der Reformator schließlich in Genf. Hier lebt er bis zu seinem Tod und versucht aus der Stadt eine Art evangelisches Rom zu machen. Später heißt es, er, der einstige Glaubensflüchtling, habe selbst zur Verfolgung Andersgläubiger angestiftet. Wie wurde aus dem Gejagten ein Glaubenstyrann? Was ist genau geschehen? Julian Sengelmann geht der Geschichte des Johannes Calvin nach und prüft, wie die Schweizer heute zu ihrem berühmten Reformator stehen.

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