Dampflok

Die Epoche der Industrialisierung hat die Welt grundlegend verändert. Wie also sah die Welt Anfang des 19. Jahrhunderts aus? Wie verläuft heute der Abschied von der Kohle? In dieser Themenwoche von "Wissen und mehr" im hr-fernsehen.

Reihe: Das Industriezeitalter (SWR)

2018 jährte sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal. Dies war der Anlass, eine neue Geschichtsreihe der Epoche der Industrialisierung zu widmen. Einer Epoche, die die Welt grundlegend verändert hat. Wie sah die Welt aus, in die Marx 1818 hineingeboren wurde? Welche Entwicklungen, welche technischen Erfindungen waren maßgeblich und welche kamen neu hinzu? Und was führte zu den sozialen Verwerfungen, gegen die Marx anschrieb? Bildstarke Doku-Reportagen, historische Forschungen und Experimente, Reenactments und Computeranimationen lassen die Welt vor 200 Jahren lebendig werden.

Montag, 29.11.2021, 07:10 Uhr

Dampflok

1/6 Revolution der Technik  
SWR 14'43''  

Technische Erfindungen, allen voran die Dampfmaschine, katapultieren die Menschen im späten 18. und 19. Jahrhundert in eine andere, sich stetig verändernde Welt. Historiker beschreiben den Anbruch eines neuen Zeitalters: das Industriezeitalter. Es bahnte sich innerhalb weniger Jahrzehnte an – angestoßen durch technische Errungenschaften. Motor dieser Entwicklung ist die Erfindung der Dampfmaschine – mit ihrer neuen Art der Krafterzeugung, stetig und standortunabhängig. Sie ermöglicht eine flächendeckende Nutzung dampfgetriebener Arbeitsmaschinen und überholt jahrtausendealte Kraftquellen: die Muskelkraft von Mensch und Tier, die Wasser- und die Windkraft.

BASF fackelte am Standort Ludwigshafen Gas ab.

2/6 Eine Industriestadt entsteht  
SWR 14'44''

Mit Verspätung, erst Anfang des 19. Jahrhunderts, beginnt in Deutschland die Industrialisierung und damit auch eine Bewegung, die bis heute anhält: Die Menschen wandern vom Land in die Städte ab. Mit der Industrialisierung entstehen neue urbane Zentren. Der Film geht dieser für die Industrialisierung typischen Entwicklung an einem konkreten Beispiel nach: Aus einem unbedeutenden Militärposten am Rhein, der Rheinschanze bei Mannheim, wird eine weltweit bekannte Industriestadt: Ludwigshafen

Dienstag, 30.11.2021, 07:15 Uhr

Mobilität in Hessen: Stau auf der A5

3/6 Mobilität  
SWR 14'48''

Über Jahrtausende bestimmte das Tempo von Menschen, Pferden und Ochsen oder die Kraft von Wind und Wasser den Warentransport oder das Fortkommen. Und damit auch die Geschwindigkeit und das Aufkommen von Handel und industrieller Entwicklung. Die technischen Erfindungen des Industriezeitalters hatten daher oft auch die Steigerung der Mobilität zum Ziel. Der Film geht auf Spurensuche und nimmt nicht nur die Erfindung der Eisenbahn in den Blick.

Rolex Armbanduhr

4/6 Beschleunigte Gesellschaft  
SWR 14'50''

Ende des 18. Jahrhunderts, Anfang des 19. Jahrhunderts beginnt die Miniaturisierung der mechanischen Uhren. Mit den neuen Taschenuhren kann die Zeit überallhin getragen werden. Damit beginnt auch die Beschleunigung von Leben und Arbeit. Das sind Prozesse, die allumfassend wirkten und nicht nur Produktion und Arbeit, sondern auch das Alltagsleben revolutionierten. Es beginnt ein „immer schneller“, das im Zeitalter der Digitalisierung noch einmal einen großen Beschleunigungsschub zulegen wird. Der Film schaut zurück auf die Anfänge dieser stetigen Beschleunigung unseres Lebens.

Mittwoch, 01.12.2021, 07:15 Uhr

hessenschau kompakt - 16:45 Uhr - 06.01.2020

5/6 Soziale Frage  
SWR 14'50''

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wächst in Deutschland die Bevölkerung. Auf dem Lande, wo die allermeisten Menschen leben, finden nicht alle Arbeit und Auskommen. In weiten Teilen der Bevölkerung herrscht große Armut. In England hatte zu der Zeit die schon entstandene Industrie die verarmte Landbevölkerung „absorbiert“ – als ein willkommenes und billiges Heer an Arbeitskräften. Landflucht und schnell wachsende Industriestädte sind die Folge, eine neue Gesellschaftsklasse entsteht: das sogenannte Proletariat. In Deutschland geschieht dies mit Verzögerung, jedoch mit oft ähnlich verheerenden Lebensumständen für die Arbeiter und ihre Familien. Der Film schildert diese Arbeits- und Lebensbedingungen am Beispiel der Textilindustrie auf der Schwäbischen Alb und der Lederindustrie in Worms.

Karl Marx 1882

6/6 Karl Marx  
SWR 14'40''

Er ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte: Karl Marx. 1818 in Trier geboren, erlebte er die Industrialisierung hautnah mit. Und nicht nur das, er analysierte die Entwicklung und Zusammenhänge von Industrie, Kapital, Arbeit und sozialer Frage. Dem großen philosophischen Denker verdanken wir ein philosophisch-politisches Gedankengebäude, das bis heute wirkt und das als Sozialismus und Kommunismus die Weltgeschichte prägte. Der Film spiegelt wichtige Lebensstationen von Karl Marx mit seinem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umfeld im 19. Jahrhundert.

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Reihe: Der lange Abschied von der Kohle (WDR)

Nach über 150 Jahren industriellem Steinkohlenbergbau beendet Deutschland 2018 endgültig die Förderung der Steinkohle. Damit geht ein bedeutendes Industriezeitalter zu Ende. Die zweiteilige Dokumentation zeigt die Geschichte des Bergbaus nach dem Zweiten Weltkrieg und der dabei entstandenen Arbeits- und Lebenskultur.

Donnerstag, 02.12.2021, 07:15 Uhr

Bergwerk Saar in Lebach (Saarland)

1/2 Mit dem Bergbau wieder aufwärts      
WDR 28'50''  

Mitte der 1950er Jahre ist der Höhepunkt der Steinkohlenförderung in Deutschland erreicht: Auf 148 Zechen arbeiten nur im Ruhrgebiet ca. 500.000 Bergleute. Seit dieser Zeit schrumpft der deutsche Steinkohlenbergbau. Warum ist das so? Mit eindrucksvollen Bildern zeigt der Film den Abbau unter Tage und den Weg der Kohle nach über Tage – damals (Archivmaterial) und heute. Mit der letzten Ausbildungsklasse junger Bergmänner- und frauen auf der Zeche Auguste Victoria in Marl wird deutlich, dass bald Schluss ist mit der Kohleförderung: Der Ausstieg aus der Kohle zum Ende des Jahres 2018 ist eine politische Entscheidung. Sie beendet eine industrielle Epoche, die zum jetzigen Wohlstand Deutschlands beigetragen hat. Die Kohleindustrie ist Teil der Montanindustrie. Durch die dort ausgehandelte Montanmitbestimmung haben die Bergleute als Arbeitnehmer besondere Rechte, die gesetzlich geregelt sind. Sie kämpfen um den Erhalt der Zechen. Aufgrund dieser Proteste setzt man sich 1968 zusammen und gründete die Ruhrkohle AG, heute RAG. Sie hat nicht nur die Aufgabe, die Verminderung der Produktionsstandorte zu organisieren, sondern auch die Arbeit unter Tage und die Sicherheit der Bergleute zu optimieren, was im Laufe der Jahre auch gelingt.

Freitag, 03.12.2021, 07:15 Uhr

Bottrop: Ein Bergmann arbeiten auf der Zeche Prosper Haniel

2/2 Nur zusammen sind wir stark      
WDR 28'58''  

In zweiten Folge erzählt der Film von der Lebenskultur der Bergleute. Mit dem beindruckenden Archivmaterial wird deutlich, dass das Ruhrgebiet einst schwarz war, bedeckt mit Kohlenstaub. Die Menschen, die dort leben, kommen aus vielen Ländern, denn im Bergbau verdient man gutes Geld und Arbeitskräfte werden gebrauch. Man baut Siedlungen, die man Kolonie nennt. Der Zusammenhalt bei der Arbeit unter Tage setzt sich dort fort, man lebt zusammen und hilft sich gegenseitig. Dabei schaut man nicht auf die Nationalität der Kumpel. So fällt die Integration der Menschen anderer Kulturen leicht. Als 1997 die Politik die staatl. Subventionen für die Kohle streichen will (weil die deutsche Kohle zu teuer ist), kämpfen die Bergleute um ihre Arbeitsplätze mit dem Ziel, den Ausstieg aus der Kohlenförderung sozialverträglich hinzubekommen. In zähen Verhandlung über viele Jahre einigt man sich schließlich auf ein sozialverträgliches Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus im Jahr 2018. Das bedeutet, Zechenbetriebe zu schließen, Bergleute in den Vorruhestand zu schicken, Gebäude abzureißen, Flächen mit neuen Betrieben zu entwickeln, für das Management des Grubenwassers zu sorgen, damit das Ruhrgebiet nicht absäuft. Als die Zeche Auguste Victoria mit einer großen Abschiedsfeier geschlossen wird, solidarisieren sich 60.000 Zuschauer im Stadion von Schalke 04 bei einem Bundesligaspiel mit den Bergleuten. Gemeinsam singen sie mit dem Bergmannschor der RAG das Lied "Der Steiger kommt".