Teilnehmer der "Demo der Vielfalt und Liebe" in der Frankfurter Innenstadt.

Der morgendliche Stau im Berufsverkehr, die verspätete Bahn, zickige Kolleg*innen, Technik, die nicht so mitspielt, wie wir uns das wünschen - es gibt so vieles, das uns täglich nervt. Doch warum empfinden wir so? Und warum nerven uns nicht nur die Eigenschaften, sondern teilweise auch die Lebensweisen anderer?

Montag, 23.05.2022, 07:20 Uhr

zugeklebter mund meinungsfreiheit

Pluralismus
Warum die Demokratie von mehr Vielfalt profitiert
aus: Respekt
BR 27'59''

Pluralismus heißt gelebte Meinungsfreiheit. Das erfordert aber auch Toleranz gegenüber anderen Wertevorstellungen und Weltanschauungen - und das Akzeptieren von Mehrheitsentscheidungen.
Freie Meinungsäußerung – ein im Grundgesetz verankertes Recht. In Deutschland ist sie eine Selbstverständlichkeit, die wir tagtäglich leben und uns kaum mehr bewusst machen. In nicht-demokratischen Ländern heißt es nicht selten, das eigene Leben für Werte und Weltanschauung zu riskieren. Die Reportage „Pluralismus“ zeigt in Begegnungen mit Menschen, wie Meinungsvielfalt gelebt werden kann. Unsere Gesellschaft wird immer heterogener, umso mehr kommt es jetzt darauf an, auch bei unterschiedlichen Meinungen in einen fairen Dialog zu treten und Toleranz zu üben.
Bernd Klemm ist Abteilungsleiter für Fußball beim Sportverein Neuperlach, einem Münchner Stadtteil mit besonders vielen Migranten. In München-Giesing und Taufkirchen mit vielen verschiedenen Nationen aufgewachsen, engagiert er sich seit Jahren im Fußball für Integration.
Der Syrer Khaled Ahmed berichtet von seinen Erfahrungen als Journalist in seinem Heimatland, wo er unter falschem Namen arbeiten musste, um als Kurde und Regimekritiker einer ständig drohenden Verhaftung zu entgehen. Jetzt studiert er an der Universität Augsburg Konfliktforschung und bringt die Erlebnisse aus beiden Kulturen in seine wissenschaftliche Arbeit ein.
Pluralismus heißt auch, aktiv zu werden und sich in einer Partei oder einer Vereinigung zu engagieren. Die Moderatorin Sabine Pusch trifft Mitglieder der Jugendorganisation „Junges Bündnis für Geflüchtete“. Deutsche engagieren sich hier für junge Flüchtlinge, damit diese aktiv an unserer Gesellschaft teilhaben können.
Die Reportage ordnet auch populistische Entwicklungen ein. Sind sie einfach eine Farbe im Spektrum der vielfältigen Meinungen? Der Historiker Prof. Dr. Paul Nolte beurteilt die Lage wie folgt: „Populismus ist Anti-Pluralismus“, denn er beschwört einen einheitlichen Volkswillen. Und das steht in Widerspruch zu Meinungsvielfalt.

Dienstag, 24.05.2022, 07:20 Uhr

Gender

Gender
weg vom Schwarz-und-weiß-Denken
aus: Respekt
BR 28'35''

Das soziale Geschlecht ist noch vielfältiger als das biologische Geschlecht und lässt sich nicht in nur zwei Kategorien einteilen. Beim Thema Gender machen die "Schubladen" Mann und Frau nur wenig bzw. gar keinen Sinn. Und trotzdem wird unser Alltag von dieser Zweiteilung sehr stark bestimmt. Das soziale Geschlecht, die Eigenschaften, die uns zugeschrieben werden aufgrund unserer biologischen Geschlechtszugehörigkeit, können wir nicht selbst bestimmen. Warum sind Jungen Abenteurer und Mädchen Prinzessinnen? Warum Männer Draufgänger und Frauen Verführerinnen? Die Zuschreibung von Eigenschaften aufgrund unseres biologischen Geschlechts ist so sehr im Alltag, in der Konsum- und Sportwelt verwurzelt, dass die meisten Menschen gar nicht merken, dass das soziale Geschlecht nichts Natürliches ist, sondern kulturell bestimmt wird.

Mittwoch, 25.05.2022, 07:20 Uhr

Zwei Männerhände mit Eheringen liegen auf einer Regenbogenflagge

Schwul. Lesbisch. Glücklich
Vielfalt für alle
aus: Respekt
BR 28'10''

"Schwuchtel", "Kampf-Lesbe" – geläufige Schimpfwörter, nicht nur in der Jugendsprache. Im Juni 2017 verabschiedete der Bundestag das Gesetz "zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts", umgangssprachlich die "Ehe für alle". Seitdem dürfen auch in Deutschland homosexuelle Paare ohne größeren bürokratischen Aufwand heiraten. Die Gesetze sind beim Thema Homosexualität scheinbar weiter als die Gesellschaft. Denn auch wenn eine große Mehrheit der Bevölkerung – mehr als 80 Prozent – für die Gleichbehandlung von Homo- und Heterosexuellen sind, halten sich trotzdem unzählige Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben.

Donnerstag, 26.05.2022, 07:20 Uhr

"Wissen und mehr" entfällt an Christi Himmelfahrt

Freitag, 27.05.2022, 07:20 Uhr

Zwei Radfahrer stehen in Frankfurt in einem Stau von Autos

Nerven und Nerven lassen
Was uns auf die Palme bringt
RBB 29'38''

Der morgendliche Stau im Berufsverkehr, die verspätete Bahn, zickige Kolleg*innen, Technik, die nicht so mitspielt, wie wir uns das wünschen - die Liste dessen, was uns regelmäßig auf die Palme bringt, ist lang - und sie wird augenscheinlich immer länger.

Warum können wir so schlecht abschalten, wenn wir von Nervensägen umzingelt sind? Woran merken eigentlich wir selbst, wenn wir unserer Umwelt auf den Wecker fallen? Warum lassen wir so viel Nerven im täglichen Einerlei, und was kann man dagegen tun?

Moderatorin Christiane Stenger geht diesen Fragen auf den Grund und beobachtet einen Durchschnittsbürger, wie er in einem wahren Spießrutenlauf durch den Berliner Alltag mit einer geballten Ladung Großstadt-Generve konfrontiert wird - vom verspäteten Start in den Tag bis zum immer noch von Arbeits-SMS gespickten Weg in den Feierabend.

Psycholog*innen, Hirnforscher*innen und Verkehrsexpert*innen ergänzen den humorvollen Blick auf das tägliche Nervenallerlei mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und vermitteln Tipps, wie man auch im größten Nerven-Stress noch die Ruhe bewahren kann.